Zwei Ebola-Impfstoffe in letzter Test-Phase - Verkürztes Zulassungsverfahren
Hundertprozentiger Schutz?

Zusätzlich zu den vielerorts beherzigten Verhaltensregeln zur Hygiene macht nun auch die Medizin mit zwei neuen Impfstoffen Hoffnung im Kampf gegen Ebola. Bild: dpa
In diesem Jahr könnte der erste Impfstoff gegen Ebola zur Zulassung angemeldet werden. Gegenwärtig werden zwei Impfstoffe in drei Wirksamkeits-Studien in den am schwersten betroffenen westafrikanischen Ländern getestet, teilte der Verband forschender Arzneimittelhersteller am Dienstag in Berlin mit.

In Liberia werden seit Ende Februar an rund 27 000 Menschen die beiden am weitesten entwickelten Impfstoffe gegen das Virus getestet. Ein Drittel erhält den Impfstoff VSV-EBOV der US-Unternehmen MSD und New-Link-Genetics, eine zweite Gruppe den Impfstoff chAd3-EBOZ aus der Produktion des britischen Pharmaherstellers Glaxo-Smith-Kline. Eine dritte Vergleichsgruppe erhält eine Placebo-Impfung. An der Studie beteiligen sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO), "Ärzte ohne Grenzen" und die nationalen Gesundheitsorganisationen.

Keine Neuerkrankungen

Vertreter beider Firmen erklärten, da in Liberia gegenwärtig keine neuen Erkrankungen registriert werden, sei nicht sicher, ob die Wirksamkeit des Impfstoffs eindeutig getestet werden könne. Zwei weitere Studien laufen in Sierra Leone und Guinea, wo im Frühjahr hingegen wieder mehr Infektionen registriert wurden, mit 6000 und 9000 Menschen. Hier wird nur der Impfstoff der US-Firmen getestet. Mit diesem war in Tierversuchen zuvor ein hundertprozentiger Schutz gegen Ebola erzielt worden.

MSD strebt einen Zulassungsantrag für die zweite Jahreshälfte an. Normalerweise dauere ein Zulassungsverfahren ein Jahr. Für Ebola-Impfstoffe werde aber offenbar ein verkürztes Verfahren angewendet. MSD werde das Mittel zum Selbstkostenpreis abgeben. Die Impfallianz Gavi aus UN-Organisationen, Regierungen und Hilfswerken will Impfdosen in Höhe von bis zu 240 Millionen Euro kaufen, sobald ein wirksamer Impfstoff zugelassen ist.
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