Zwei Handfragmente: Fragen zum Oktoberfest-Attentat
Fünf Finger

Makaber genug: Das Fragment einer Hand wird nach dem Anschlag auf das Oktoberfest 1980 nahe des Explosionsortes entdeckt. Es wird in der Rechtsmedizin untersucht - und verschwindet dann spurlos. Jetzt gibt es eine neue Vermutung: Es könnten zwei Handfragmente gewesen sein: Eins mit vier Fingern und eins mit einem. Der Journalist Ulrich Chaussy berichtet darüber in der zweiten Auflage seiner Dokumentation "Attentäter - Einzeltäter? Neues zum Oktoberfestattentat" am Dienstagabend im Bayerischen Fernsehen. Bei der Bundesanwaltschaft war dazu am Montag keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Bundesanwaltschaft hatte im vergangenen Dezember die Ermittlungen zu dem schwersten Anschlag in der bundesdeutschen Geschichte neu gestartet. Der rechtsextreme Hintergrund ist bis heute ungeklärt. Es gab Ermittlungspannen, Zeugen wurden nicht ausreichend gehört, Asservate vernichtet. Die Ermittler hatten das Handfragment stets dem Attentäter und früheren Anhänger der rechtsextremistischen "Wehrsportgruppe Hoffmann", Gundolf Köhler, zugeordnet. 1,39 Kilo TNT hatten Köhler die Arme bis oberhalb der Ellbogen weggerissen. Opfer-Vertreter glauben, dass die Hand einem unbekannten Komplizen gehörte.

Die neue Aussage dazu stammt von einem Polizeibeamten. Dieser habe nach dem Anschlag mit 13 Toten und mehr als 200 Verletzten die von einem Kollegen gefundene Hand gesichert, sagte Chaussy vor der Sendung. Zum Jahreswechsel will die Bundesanwaltschaft eine Zwischenbilanz ziehen. Chaussy sieht die Ermittlungen gerade durch das LKA kritisch - vor allem wegen der vielen Pannen damals.
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