Zwei Kandidaten, zwischen die kein Blatt passt - Grüne wählen neuen Landeschef
Kampfabstimmung ohne Kampf

Die Grünen haben bei der Wahl ihres neuen Landesvorsitzenden die Auswahl zwischen zwei Bewerbern: Markus Büchler (41, links) und Eike Hallitzky (55). Bilder: Wolfgang Schmidhuber/Grüne/dpa
Die bayerischen Grünen haben am Wochenende die Wahl zwischen zwei Bewerbern, die sich eigentlich blendend verstehen, aber nun doch Konkurrenten sind bei der Entscheidung um den Landesvorsitz: Der Oberbayer Markus Büchler (41) und der Niederbayern Eike Hallitzky (55) kandidieren für das Amt des Landeschefs. Dieter Janecek, der vergangenes Jahr in den Bundestag gewählt wurde, tritt nämlich nicht mehr an.

Nach allem, was man von Delegierten hört, ist der Ausgang der Wahl offen. Rein rechnerisch könnte Büchler die besseren Chancen haben, weil er aus Oberschleißheim kommt und einen Großteil der Stimmen aus München samt Umland hinter sich versammeln könnte. Hallitzky wiederum, der im Herbst 2013 nach zehn Jahren Abgeordnetenarbeit aus dem Landtag flog, gilt als hervorragender Redner. Wie man einen Parteitag begeistern kann, das hat er schon wiederholt gezeigt.

"Es wird darauf ankommen, wer die bessere Rede hält", sagt denn auch ein führender Grünen-Politiker. Und die beiden Kandidaten selbst geben sich demonstrativ zuversichtlich. In seiner Zeit als Abgeordneter hat sich Hallitzky unter anderem als Haushalts- und Finanzexperte einen Namen gemacht. Insbesondere war er im Skandal um die Milliardenverluste bei der Bayern-LB eine wichtige Stimme der Grünen. Er saß damals in der Bayern-LB-Kontrollkommission.

Büchler ist einerseits selbstständiger Unternehmer, andererseits - im Nebenberuf, wie er betont - Mitarbeiter von Bundestagsfraktionschef Toni Hofreiter. Er verweist darauf, dass er seit mittlerweile 23 Jahren bei den Grünen mitarbeite. Inhaltlich passt, so hat man nach Gesprächen mit beiden den Eindruck, fast kein Blatt zwischen Büchler und Hallitzky. Beide wollen die Grünen strukturell reformieren, also Landesspitze und Basis stärker verzahnen. Und beide wollen die grünen Kernthemen wieder stärker in den Vordergrund rücken: Umwelt-, Klima-, Agrar-, Energiepolitik.

Brauchen die Grünen nach ihrem enttäuschenden Abschneiden bei der Landtagswahl 2013 einen starken Vorsitzenden, der vor allem nach außen laut und hörbar auftritt? Auch darum geht es auf dem zweitägigen Parteitag im oberfränkischen Hirschaid: Die Grünen wollen sich für die kommenden Monate aufstellen. Energie-, Schul-, Asylpolitik, das sind einige der Schwerpunkte. Und das sind auch einige der Politikfelder, auf denen die Grünen die CSU - nach einem eher leisen Jahr - nun stärker stellen wollen.
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