Zwei Polizeibeamte aus Sulzbach-Rosenberg waren für den G7-Gipfel im Einsatz - Einer vor Ort, ...
Oberpfälzer G7-Wächter

Rund 17 000 Polizisten waren im Juni beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau im Einsatz. 10 000 von ihnen kamen aus Bayern, der Rest aus anderen Bundesländern. Bereits ein Jahr vor dem G7-Gipfel in Elmau erarbeitete ein Planungsstab in München ein Sicherheitskonzept für das Großereignis.

Im Einsatz waren auch zwei Beamte der VII. Bereitschaftspolizeiabteilung aus Sulzbach-Rosenberg: Erster Polizeihauptkommissar Josef Fleischmann und Polizeihauptkommissar Bernd Dirschl.

Herr Fleischmann - wie nah dran waren Sie? Haben Sie Obama und Co gesehen?

Fleischmann: Mit einer Bereitschaftspolizeiabteilung aus Niedersachsen war ich unmittelbar am Schloss Elmau eingesetzt. Da ich in der Hauptphase während des Besuchs aber nur nachts arbeitete, konnte ich die Staatsgäste leider nicht sehen.

Herr Dirschl, Sie haben hingegen in Sulzbach-Rosenberg die Stellung gehalten?

Dirschl: Ja, obwohl das Einsatzgeschehen meinen täglichen Dienst bestimmt hat, war mein Arbeitsplatz bei der VII. BPA.

Was waren jeweils Ihre konkreten Aufgaben?

Fleischmann: Als sogenannter "Scout" war ich für den Polizeiführer der Kräfte aus Niedersachsen der bayerische Ansprechpartner sowie Berater in polizeitaktischen und -rechtlichen Angelegenheiten. Dies bezog sich beispielsweise auf den Transport von Einsatzkräften oder auf Zugriffs-Maßnahmen in dem für die Niedersachsen unbekannten alpinen Gelände. Aber auch das Aufzeigen von Unterschieden im Polizei- oder Versammlungsrecht zwischen Bayern und Niedersachsen gehörte zum Aufgabenbereich.

Dirschl: In das Ressort "Einsatz-Organisation-Dienstbetrieb" (Sachbereich EOD) fielen die Einsatzvorbereitungen im Bereich der Logistik sowie das Bereitstellen der Führungs- und Einsatzmittel: Fahrzeuge, Ausrüstung mit Funkgeräten, Arbeitsmaterial.

Wann haben Sie vom G7 Gipfel erfahren und Bescheid bekommen, dass Sie eingebunden sind?

Fleischmann: Anfang April erhielt ich eine telefonische Anfrage, ob ich als Scout an dem Einsatz teilnehmen möchte und habe spontan sofort zugesagt.

Gab es unerwartete Ereignisse, bei denen Sie kurzfristig reagieren mussten?

Fleischmann: Bei einem Großereignis dieser Art gibt es eine Vielzahl von intern und extern verursachten Situationen, die schnelles Handeln erfordern. Mir sind vor allem nachts einige heftige Unwetter in Erinnerung, die ein schnelles Reagieren zum Schutz der eingesetzten Kollegen an der Absperrlinie des Sicherheitsbereiches und innerhalb erforderlich machten.

Dirschl: Aufgrund diverser Seminareinsätze hat man sich bereits ein gewisses Maß an Hintergrundwissen im Bereich der Logistik angeeignet, was mir in diesem Fall sehr zu Gute kam. Außerdem erhielt ich aus den Reihen der Ausbildungsseminare und Sachgebiete der VII. BPA schnelle und kompetente Unterstützung, wenn kreative Lösungen gefragt waren.

Denkt man sich "das ist mein Job" oder freut man sich gar auf so eine Herausforderung?

Fleischmann: Mit Bekanntwerden des Anlasses, wollte ich unbedingt bei diesem polizeilichen Großeinsatz dabei sein. Es war sehr interessant mit Polizeiverbänden aus ganz Deutschland in diesem für die Polizei schwierigen Gelände zusammenzuarbeiten. Ich konnte dabei auch viele Erfahrungen sammeln, die man in den täglichen Dienstbetrieb der Ausbildung einbringen kann.

Dirschl: Seinen Teil zu einem solchen Projekt beitragen zu können, ist eine tolle Herausforderung und es überwog ganz klar die Freude!

Was ist das nächste "Großereignis"?

Dirschl: Da lasse ich mich gerne überraschen!

Fleischmann: Mein nächstes dienstliches "Großereignis" ist die hoffentlich erfolgreiche und gute Abschlussprüfung mit meinen Polizeischülern des 21. Ausbildungsseminars im Herbst diesen Jahres.
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