Zweischneidig

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (links) und der bayerische Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann durchschneiden auf der Raststätte Burgauer See an der Autobahn A8 zwei Bänder in den bayerischen Landes- und deutschen Bundesfarben. Bild: dpa

Für CSU-Bundesverkehrsminister Dobrindt ist die privat ausgebaute A8 in Bayern ein Erfolg, der viele Nachahmer finden sollte. Für Kritiker sind solche Projekte hauptsächlich Verschwendung von Steuergeldern. So oder so rollt es jetzt auf sechs Spuren.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat bei der Freigabe der ausgebauten Autobahn Augsburg-Ulm erneut deutlich für private Straßenverkehrsprojekte geworben. Der CSU-Politiker lobte am Montag im schwäbischen Jettingen-Scheppach die pünktliche Fertigstellung der A8 und betonte: "Öffentlich-private Partnerschaften lohnen sich für den Bund, die Autofahrer und die Investoren."

400 Millionen Euro

Die gesamte Autobahn München-Stuttgart wurde in den vergangenen acht Jahren mit zwei solchen ÖPP-Projekten auf sechs Spuren ausgebaut. Zuletzt wurden für mehr als 400 Millionen Euro rund 40 Kilometer der Straße weitgehend neu gebaut. Die mehr als 70 Jahre alte A8 war früher mit nur vier Spuren chronisch überlastet, was zu vielen Staus führte. Die Augsburger Industrie- und Handelskammer bezeichnet den A8-Ausbau als "das wichtigste Verkehrsprojekt der vergangenen Jahrzehnte für Bayerisch-Schwaben".

Nicht nur privat gebaut

Die Autobahnstücke München-Augsburg und danach Augsburg-Ulm wurden nicht nur privat gebaut, die beiden Unternehmen werden die mehr als 100 Kilometer lange Fernstraße auch für drei Jahrzehnte betreiben und dafür einen Teil der Lkw-Maut erhalten. Die gesamte Investitionssumme in diesen Zeitraum liegt bei mehr als zwei Milliarden Euro.

Investoren die Gewinner

Während Dobrindt ÖPP-Projekte weiter ankurbeln will, bezweifeln Kritiker, dass sich solch ein Autobahnbau für die öffentliche Hand rechnet. "Öffentlich-Private-Partnerschaften lohnen sich nur für die Investoren, deren Profite von allen geschultert werden müssen", kritisierte Herbert Behrens, Obmann der Linken im Verkehrsausschuss des Bundestages. Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte an, dass die nächsten ÖPP-Projekte die A94 in Südbayern und die A3 in Franken seien.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.