Zwischenfall an syrischer Grenze belastet Gespräche über Bündnis gegen IS-Miliz
Türkei schießt russischen Jet ab

Nach russischen Angaben liegt die Absturzstelle auf syrischem Gebiet vier Kilometer hinter der Grenze zur Türkei. Bild: dpa
Der Abschuss eines russischen Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet führt zu neuen heftigen Spannungen zwischen Moskau und Ankara. Damit steht der gemeinsame internationale Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor weiteren Problemen. Kremlchef Wladimir Putin kritisierte die türkische Regierung als "Helfershelfer von Terroristen". Die Attacke der türkischen Luftstreitkräfte sei ein "Stoß in den Rücken", sagte Russlands Präsident am Dienstag live im Staatsfernsehen.

"Wir werden es nicht dulden, dass solche Verbrechen wie das heutige begangen werden", warnte Putin in der Schwarzmeerstadt Sotschi. Der Führung in Ankara drohte er "ernsthafte Konsequenzen" an. Wegen des Zwischenfalls sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow einen für diesen Mittwoch geplanten Besuch in Istanbul ab. Die türkischen Streitkräfte teilten mit, ein Flugzeug unbekannter Herkunft habe den türkischen Luftraum verletzt und innerhalb von fünf Minuten zehn Warnungen ignoriert. Zwei türkische F16-Kampfflugzeuge hätten den fremden Jet vom Typ Suchoi Su-24 den Einsatzregeln entsprechend in der Grenzregion Hatay attackiert. Es ist der erste offiziell bestätigte Verlust der russischen Streitkräfte seit Beginn ihrer Intervention in Syrien.

Putin bekräftigte, die türkischen Kampfjets hätten die Maschine einen Kilometer innerhalb syrischen Luftraums getroffen. Die Absturzstelle liege vier Kilometer innerhalb Syriens. "Ich rufe zu Ruhe und zu Deeskalation auf", sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Abend nach einer von der Türkei beantragten Sondersitzung des Nato-Rates in Brüssel.(Kommentar und Seite 4)
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