Zyklon "Pam" verwüstet Inselparadies Vanuatu

Leichtes Spiel hatte Zyklon "Pam" mit den Hütten der Landbevölkerung des Inselstaats Vanuatu. Auch 48 Stunden nach dem Wirbelsturm, der mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 300 Stundenkilometern über den Südpazifik fegte, war das Ausmaß der Katastrophe noch unklar. Bild: Graham Crumb/Unicef/dpa

Eine gewaltige Naturkatastrophe hat mehrere Südsee-Staaten getroffen. Zyklon "Pam" reißt auf Vanuatu Boote, Häuser, Bäume und Dächer davon. Das Ausmaß der Katastrophe ist schwer abzuschätzen. Zu vielen Regionen des Inselstaates gibt es noch keine Verbindung.

Wegen der gewaltigen Zerstörung durch Zyklon "Pam" hat die Regierung des pazifischen Inselstaates Vanuatu den Ausnahmezustand verhängt. Viele Schulen und Kliniken seien zertrümmert, berichtete Präsident Baldwin Lonsdale. 48 Stunden nach dem Durchzug des Zyklons war das Ausmaß der Katastrophe nicht annähernd abzusehen, auch die Zahl der Opfer blieb völlig unklar. In der Hauptstadt Vanuatus, Port Vila, sollen 90 Prozent der Häuser beschädigt sein.

Aus Neuseeland und Australien landeten am Sonntag erste Frachtmaschinen mit Hilfsgütern auf Vanuatus Hauptinsel Efate. Zwei weitere Hilfsflüge waren für heute geplant. "Unsere Hoffnung auf eine blühende Zukunft ist zerstört", sagte Lonsdale um Fassung ringend vor den Delegierten einer UN-Konferenz zur Katastrophenvorsorge in Japan. Australien und Neuseeland sagten Millionenhilfe zu, ebenso die Vereinten Nationen und die Europäische Union.

Die Behörden Vanuatus sprachen zunächst von acht Toten in der Hauptstadt Port Vila auf Efate, wie Chloe Morrison vom Hilfswerk World Vision berichtete. Doch die Hilfsorganisationen rechnen mit sehr viel höheren Opferzahlen. Sie konnten bis Sonntag nur Teile der Hauptinsel in Augenschein nehmen, die meisten der 80 anderen Inseln mit mehr als 180 000 Einwohnern waren von der Außenwelt abgeschnitten. Sune Gudnitz, Chef des Pazifikbüros der UN-Nothilfekoordination (OCHA), sagte: "Vanuatu hat ein Desaster dieses Ausmaßes in seiner jüngeren Geschichte noch nicht erlebt." Man habe bislang nur zu 13 von 80 Mitarbeitern Verbindung herstellen können, teilte World Vision mit. Der Kontakt zwischen der Hauptstadt und den entlegenen Inseln, die zum Teil direkt im Auge des Sturms gelegen hätten, sei nicht möglich. "Wir haben gehört, dass ganze Dörfer weggeblasen wurden", sagte Morrison.

Papst Franziskus schloss die Opfer des Zyklons in sein Gebet ein. "Ich bin euch nah", sagte er am Sonntag nach dem Angelusgebet in Rom. Er bete für die Toten, die Verletzten und die Obdachlosen in Vanuatu.

Zyklon "Pam", einer der mächtigsten bekannten Zyklone, war in der Nacht zu Samstag über den Südpazifik gefegt. Der Wind wirbelte mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern in der Stunde und riss alles mit. Zyklone, Taifune und Hurrikans bezeichnen alle gefährliche Wirbelstürme - sie heißen nur je nach Weltregion anders. Auch Nachbarstaaten Vanuatus meldeten schwere Schäden, darunter Neukaledonien und die Salomonen-Inseln. Am Sonntag nahm der Zyklon Kurs auf Neuseeland. Der Wetterdienst warnte vor Sturmfluten. (Seite 6)
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