Zyklon schlägt gnadenlos zu

Zyklon "Pam" hat den südpazifischen Inselstaat Vanuatu verwüstet. Die Schäden sind immens. Doch auch am Sonntag ist das ganze Ausmaß noch gar nicht absehbar, weil die Helfer viele der abgelegenen Inseln noch nicht erreicht haben. Bild: dpa

In Todesangst hat Wirbelsturm "Pam" die Menschen in Vanuatus Hauptstadt versetzt. Das Ausmaß der Verwüstung ist gewaltig. Dabei haben die Helfer die entlegenen Inseln noch nicht einmal erreicht.

Monstersturm, Terrornacht, das Ende der Welt: Mit diesen Worten beschreiben Überlebende die furchtbaren Stunden, in denen Zyklon "Pam" den Südseestaat Vanuatu zerstörte. "Ich sitze im Hotel im Badezimmer und presse mich gegen die Tür. Die ganze Balkonfront ist gerade zerborsten, und es hört sich an, als ob das Dach gleich abhebt", spricht Alice Clements vom UN-Kinderhilfswerk Unicef um kurz nach Mitternacht in fast völliger Dunkelheit mit zitternder Stimme in ihr Handy. "Ich fürchte um mein Leben."

Und so erlebt es Studentin Desiree Hetzel aus Karlsruhe, die gerade in Port Vila für ihre Masterarbeit recherchiert: "Wir haben uns im Haus verbarrikadiert. Aber durch alle Ritzen kam Wasser." Am Tag danach, am Samstag, herrscht erst einmal gespenstische Stille. Port Vila? "Ein Bild absoluter Verwüstung", sagt Chloe Morrison vom Hilfswerk World-Vision. "Als wäre eine Atombombe hochgegangen", schildert der Neuseeländer Malcolm Whitlock im Fernsehen die Lage. "Alle Bäume sind weg, überall liegt Wellblech", erzählt Desiree Hetzel. "Wir haben keinen Strom."

"Sämtliche Vegetation in und um Port Vila liegt flach, Telefon- und Strommasten liegen auf der Straße", sagt Christopher Bartlett, für die deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) vor Ort. Am Sonntag dann die ersten Sonnenstrahlen: Viele nutzen das, um Dächer zu reparieren und Matratzen und Kleidung zu trocknen. Mit gnadenloser Gewalt ist Zyklon "Pam" über den Inselstaat gezogen. Die Zustände in Port Vila sind schlimm. Wie es aber auf den anderen Inseln aussieht, weiß auch am Sonntag niemand. Über 180 000 Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten.
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