Alles kann auch die Hälfte sein
Nicht überall, wo Alltrack draufsteht, ist auch Allrad drin

Allradantrieb gibt es beim Alltrack-Caddy längst nicht für alle Varianten. Beim 122 PS-Diesel ist 4Motion aber serienmäßig an Bord. Bild: VW

VW erweitert mit der Alltrack-Variante des Caddy sein Modellprogramm und sorgt für Geländewagen-Feeling. Aber nicht überall, wo Alltrack draufsteht, ist auch Allradantrieb drin.

Manchmal sind die Marketing-Spezialisten der Auto-Industrie ganz schön listig. Aktuell lässt sich das am VW Caddy festmachen. Bisher galt: Hört man bei VW "Alltrack", denkt man auch an Allradantrieb. Denn diesen lautmalerischen Beinamen bekamen im VW-Programm nur Modelle, die nicht nur optisch den Eindruck von Geländetauglichkeit vermittelten, sondern automatisch auch mit Allradantrieb ausgestattet sind.

Jetzt ist auch der Caddy als Alltrack bestellbar. Aber nur dann, wenn zusätzlich 4Motion draufsteht, ist auch Allrad drin. Denn je nachdem, welchen Motor der Kunde sich aussucht, ist der Alltrack einfach nur ein Fronttriebler, ein Allradler oder optional mit 4x4-Antrieb zu haben.

Optisch ein Kletterer


Optisch macht der Caddy Alltrack mit seinen in schwarz beplankten Kotflügelbögen und seinem optischen Unterfahrschutz in jedem Fall einen auf Kletterer. Andere optische Unterscheidungsmerkmale wie "Privacy-Verglasung", silberne Dachreling, Kühlergrill mit drei verchromten Rippen und in Wagenfarbe lackierte Türgriffe würden auch eine "Super-Empire-Deluxe"-Version ordentlich rausputzen, mit der man eher zur Oper als ins schwere Geläuf unterwegs ist. Deswegen müssen wir an dieser Stelle auch nicht auf die besonderen Ausstattungsmerkmale im Innenraum eingehen. Wie bei VW üblich, kann der Interessent aus einem üppig sortierten Motorenprogramm wählen: vier Diesel, drei Benziner und später noch die sparsame Erdgas-Variante. Das Leistungsspektrum reicht von 75 bis 150 PS. Wer den optionalen Allradantrieb haben will, der den Caddy erst zum echten Alltrack macht, muss als Basis-Motor mindestens den 2,0-Liter-Diesel bestellen, der alternativ 122 oder 150 PS leistet. Je nach Motor bietet VW unterschiedliche Getriebe-Varianten an: manuelle Getriebe mit fünf und sechs Gängen und Doppelkupplungsgetriebe mit sechs oder sieben Gängen.

Wir fuhren mit der 122-PS-Diesel-Variante samt 4Motion und manuellem Sechsgang-Getriebe über Land. Obwohl der Caddy alles andere als ein Sportwagen sein will und in Kundenhand sicher selten äußerst flott um die Kurven getrieben wird, bleibt der nützliche Frachter - fürs Gewerbe mit Ladefläche als Kastenwagen und mit Bestuhlung für den praktischen Einsatz für Familie und Freizeit -, auch in solchen Situationen gelassen. Das Fahrwerk - eine Kombination aus Einzelradaufhängung vorn und blattgefederter Starrachse mit lastabhängig arbeitend Dämpfern hinten - präsentiert sich als gelungene Mischung zwischen fahraktiv und komfortabel und vermittelt damit ein sicheres Fahrgefühl.

Auf dem kurzen Ausflug ins Gelände spielt der unauffällig arbeitende Allradantrieb seine Vorzüge bei schwierigen Bergaufpassagen mit lockeren Untergrund und beim Anzugsvermögen auf glatter Fahrbahn aus. Wer mit dem Caddy häufig bei winterlichen Verhältnissen im hügeligen Umfeld oder im Gebirge unterwegs sein will oder auch schwierige Wegstrecken abseits geteerter Straße bewältigen muss, für den ist die 4Motion-Ausführung eine Option (beim 122 PS-Diesel Serie, beim 150 PS Diesel rund 2000 Euro Aufpreis), über die er ernsthaft nachdenken sollte.

Ach ja, die Preise


In der Variante als Kastenwagen geht es bei rund 20 000 Euro (inkl. Mehrwertsteuer) los, bei der Pkw-Ausführung mit rund 24 000 Euro - in beiden Fällen mit dem 84-PS-TSI-Einstiegsbenziner unter der Haube. Klar, dass die umfangreiche VW-Aufpreisliste jeden denkbaren Spielraum nach oben zulässt. Bei entsprechend vielen Kreuzchen bei Motorisierung, Ausstattungslinien und einzelnen Positionen auf dem Bestellformular, kann die Kasse auch schon mal bei 40 000 Euro klingeln. In diesem Fall ist der Allradantrieb inklusive.
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