Auf die Scheibenwischer achten
Gegen Schlieren und Fogging

Die Gummilippe der Scheibenwischer ist anfällig für Abnutzung und Schmutz. Die Fahrer sollten sie regelmäßig reinigen und überprüfen. Bild: dpa

Gut funktionierende Scheibenwischer sind das eine, doch für den richtigen Durchblick sind auch saubere Scheiben von innen wichtig. Wer Scheiben und Wischer richtig pflegt, sorgt dafür, dass er auch bei ungemütlichem Wetter alles gut im Blick hat.

Es gibt bei Regen kaum etwas Ärgerlicheres als Scheibenwischer, die einen schmierigen Film auf der Frontscheibe hinterlassen, statt für freie Sicht zu sorgen. "Der Grund für die Schlieren liegt meist an Verschmutzungen, zum Beispiel durch Wachse oder Silikone aus der Autowaschanlage", sagt Carsten Graf vom ADAC. Auch wenn der Gummi der Scheibenwischer abgenutzt ist, könne es Schlieren geben.

Liefert der Scheibenwischer nicht das gewünschte Ergebnis, ist es nicht unbedingt erforderlich, sie gleich zu wechseln. Das Nachreinigen der Windschutzscheibe kann auch schon helfen. Entscheidend für den Durchblick ist außerdem, dass die Wischer ständig auf der Scheibe aufliegen. Vor allem im Winter haben hier die günstigeren Bügelwischer Nachteile. "Bei ihnen besteht die Gefahr, dass die Metallgelenke einfrieren", sagt Philipp Schreiber vom TÜV Süd. Er rät daher zu Flachbalkenwischern, die zwar in etwa doppelt so viel kosten, aber auch eine deutlich längere Lebensdauer hätten.

Egal bei welchem Wischer - die Gummilippe sollte regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Dafür reicht schon ein einfacher Lappen. "Auf keinen Fall sollte scharfer Reiniger verwendet werden, das würde den Gummi zerstören", sagt Stephan Kraus vom Autozulieferer Bosch. Denn die Wischlippe ist meist mit einer Graphitschicht veredelt, die für einen leisen Lauf und ein optimales Ergebnis sorgt. Daher sollten Scheibenwischer auch keinesfalls bei einer vereisten Frontscheibe eingesetzt werden.

Einen schlecht bis gar nicht funktionierenden Scheibenwischer sollten Autofahrer nicht ignorieren. Unter Umständen wird das Auto sogar als nicht mehr verkehrssicher eingestuft. "Wenn Wischerblatt oder Wischerarm fehlen, gilt dies als erheblicher Mangel, der automatisch dazu führt, dass es bei der Hauptuntersuchung keine Plakette gibt", sagt Schreiber. Gleiches gelte auch für einen Ausfall der Spritzwasserdüsen, wenn etwa die Pumpe defekt sei.

Für das Reinigen der Scheiben zwischendurch empfiehlt der ADAC handelsüblichen Glasreiniger und ein sauberes Tuch. "Bei sehr hartnäckigen Verschmutzungen von außen empfiehlt sich eine spezielle Glaspolitur", so Graf. Von nachträglichen Beschichtungen oder Versiegelungen der Glasflächen rät der Automobilclub ab. "An der Frontscheibe können sie aufgrund der Wischfunktion sogar das Gegenteil bewirken und für Schlieren sorgen."

Im Innenraum können Ausdunstungen die freie Sicht behindern. "Stumpf und blind kann die Scheibe gerade im Bereich des Armaturenbretts durch das sogenannte Fogging werden", erläutert Graf. Dabei handele es sich um Ausdunstungen und Substanzen aus dem Kunststoff der Innenverkleidung. Auch hier helfe nur regelmäßiges Reinigen mit normalem Glasreiniger. Nicht geeignet für die Scheibenreinigung ist Geschirrspülmittel: Es fördert die Tröpfchenbildung, statt die Scheibe zu benetzen.

Auch im Wischwasser für die Scheibenwischer hat Geschirrspülmittel daher nichts zu suchen. Hier sollte nur im Winter auf Frostschutz im richtigen Mischungsverhältnis geachtet werden. "Wichtig ist, nur so viel Frostschutz einzufüllen, wie benötigt wird", sagt Heiko Schmid von Mercedes-Benz. "Denn gereinigt wird die Scheibe durch das Wasser, nicht durch den Frostschutz."

Auf keinen Fall sollte scharfer Reiniger verwendet werden.Stefan Kraus
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