Besuch im Guggenheim-Museum Bilbao und im Museum Chillida-Leku nahe San Sebastián
Moderne Kunst im Baskenland

In einem 12 Hektar großen Park am südlichen Stadtrand von San Sebastián hat der Bildhauer Eduardo Chillida den geeigneten Raum für seine überdimensionalen Skulpturen gefunden. Das Chillida-Leku-Museum ist sozusagen der Nachlass des Künstlers. "Leku" ist baskisch und bedeutet "Platz". (Foto: Thomas Schaller)
Freizeit DE/WELT
Deutschland und die Welt
29.10.2010
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Bilbao (Spanien): Guggenheim-Museum |

Wer sich für moderne Kunst interessiert, findet im nordspanischen Baskenland gleich mehrere lohnende Ziele. Zu ihnen gehören vor allem zwei Einrichtungen: das Guggenheim-Museum in Bilbao und das Chillida-Leku-Museum südlich von Donostia-San Sebastián.

Eine Million Besucher kommen jedes Jahr ins Guggenheim-Museum. Schon das Gebäude selbst ist ein Kunstwerk: Architekt Frank O. Gehry hat in den 90er Jahren am Ufer des Nervión, der die Innenstadt umfließt, ein riesiges, verschachteltes Schiff aus Titan, Stahl, Glas und Kalkstein erschaffen.

Riesige, bunte Tulpen

Zur Dauerausstellung gehören unter anderem Werke von Andy Warhol, Yves Klein und Robert Rauschenberg sowie Licht- und Dampf-Installationen. Im Außenbereich fallen die riesigen, bunt glänzenden Tulpen von Jeff Koons ins Auge. In der größten Galerie hat Richard Serras Installation "Die Materie der Zeit" ihren Platz. Sie besteht aus diversen Großskulpturen aus gewalztem Stahl.

Zwei Etagen des Museums sind den wechselnden Ausstellungen vorbehalten. Noch bis Januar ist "Das Goldene Zeitalter" zu sehen. Aus dem Frankfurter Städel-Museum sind Werke holländischer und flämischer Meister ausgeliehen. Bis März dauert die Ausstellung "Haunted" mit zeitgenössischer Foto-, Video- und Performance-Kunst.

Bildergalerie "Kunstsinniges Baskenland" (Bilder: Thomas Schaller)


Ganz im Osten der autonomen Region, in der Ortschaft Hernani, hat sich Eduardo Chillida, einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts, einen Traum erfüllt: ein Freilichtmuseum, in dem seine Skulpturen den geeigneten Raum haben, in dem sie im Dialog mit der Natur erlebt werden.

Meterhoch, tonnenschwer

Chillida, geboren 1924 in San Sebastián, arbeitete mit vielen verschiedenen Materialien: Papier, Stein, Ton, Gips, Beton, Alabaster. Die größten Werke sind die stählernen Gebilde auf den Grünflächen im Park, mehrere Meter hoch und tonnenschwer. Es ist ein Erlebnis, wenn Museumsführerin Ane Aristregui die Intention des Bildhauers erklärt. Ihm sei es nicht nur um das gestaltete Material gegangen, sondern auch um den Raum, der die Skulptur umgibt, um die Balance zwischen beiden.

Kunst im Bauernhaus

Chillida, dessen Werke über die ganze Welt verteilt sind, hat ein großes Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert in sein Museum integriert. Der Künstler räumte das baskische Steingebäude leer, ließ nur Wände und Holzbalken stehen, so dass seine Werke durch die Ruhe in dem Gemäuer richtig zur Geltung kommen.

Auch in München ist ein Werk Chillidas zu bestaunen: Neben der Pinakothek der Moderne steht seine letzte monumentale Skulptur "Buzcando la Luz II" ("Auf der Suche nach dem Licht"), das Pendant zu jenem 9 Meter hohen und 22 Tonnen schweren Kunstwerk, das die Grünanlage des Chillida-Leku-Museums dominiert. Eduardo Chillida starb 2002 in seiner Heimatstadt San Sebastián. Sein Nachlass ist das Museum.
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