Blühend in den Frühling
Ein Spaziergang durch den "Parco Giardino Sigurtà"

Seit seiner Eröffnung erhielt der "Parco Sigurtà Giardino" zahlreiche Preise. So wurde er unter anderem 2013 zum "Schönsten Park Italiens" gewählt. 2015 gewann er den zweiten Platz beim "European Garden Award".
 
Die Bronzeplastik (rechts) erinnert an den Parkgründer Guiseppe Carlo Sigurtà (1898-1983). Von diesem Standort aus hat man einen wunderschönen Blick über die Grünanlage. Zu sehen ist auch das Schloss von Scaligero (rechts), das sich aber außerhalb des Geländes befindet.

Der Frühling ist für viele Menschen die schönste Jahreszeit. Wenn die Natur erwacht und alles grünt und zu blühen beginnt, erwacht wieder die Lust am Reisen. Neben Mallorca zählt wahrscheinlich auch der Gardasee zu den beliebtesten Urlaubszielen. In der ersten Jahreszeit lohnt dort ein Ausflug in die Gärten von Sigurtà.

Dass die Oberpfälzer gerne an den Lago di Garda reisen, beweisen die zahlreichen Autokennzeichen auf den Parkplätzen rund um die Märkte in Lazise, Bardolino, Torri und Garda. Doch nicht nur Märkte und Cafés laden zum Bummeln und Verweilen ein, der "Lago" ist auch bei Kulturfreunden, Wanderern und Radfahrern sehr beliebt.

Eine der herrlichsten Jahreszeiten ist - nicht nur dort - der Frühling. Während es bei uns oft noch kalt ist oder Schnee liegt, herrschen dort milde und angenehme Temperaturen. Im April öffnen viele Museen, Burgen und weitere Ausflugsziele wieder ihre Pforten.

Weitläufige Anlage


Zu den besonderen und wohl außergewöhnlichsten Landschaftsgärten Italiens - vielleicht sogar Europas - zählt der "Parco Giardino Sigurtà". Die weitläufige Anlage erstreckt sich oberhalb des Flusses Mincio, der den Gardasee bei Peschiera verlässt, nahe dem romantischen Mühlendörfchen Valeggio und somit nur wenige Kilometer südlich des Gardasees.

Die Geschichte des Parks reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück: Im Mai 1417 kauft der venezianische Patrizier Gerolamo Nicolo Contarini den Besitz: ein "brolo cinto de muro" (mit einer Mauer eingezäuntes Grundstück). Schon damals befand sich dort ein Garten, in dem sich der Adelige entspannte. Dann folgt eine turbulente Geschichte der Anlage mit Besitzerwechseln, Aus- und Umbauten, der Erweiterung und Errichtung von Gebäuden, wie der Einsiedelei oder dem zinnen-geschmückten Schlösschen mit neugotischen Fenstern. Während der Schlacht von Solferino besuchen 1859 die Kaiser Franz Joseph I. aus Österreich und Napoleon III. aus Frankreich den Park.

Üppige Vegetation


Dass es diese 600 000 Quadratmeter große Oase gibt, ist letztendlich der Familie Sigurtá zu verdanken. Zur Geburt des "Parco Giardino" heißt es in der Chronik: "Im Frühling 1941 beginnt die Geschichte der Familie Sigurtà: Der pharmazeutische Unternehmer Doktor Giuseppe Carlo Sigurtà erwirbt den Besitz, der schon seit einigen Jahren als schwer verkäufliches Objekt zum Verkauf stand. Doktor Sigurtà beginnt sein großes Werk der Wiederbelebung des Parks, und dank einer erhaltenen Strafe von 15 Lire entdeckte er, dass es ein antikes Recht gab, aus dem Fluss Mincio Wasser für die Bewässerung beziehen zu können, was schon vor langer Zeit in Vergessenheit geraten war. Durch die Bewässerung verwandelte sich das bereits total ausgetrocknete hügelige Gebiet wieder in einen Bereich mit üppiger Vegetation unvergleichlicher Schönheit."

Das Areal, das sich noch immer in Familienbesitz befindet und im Jahr Zehntausende von Besuchern anlockt, ist ein Paradies (nicht nur) für Gartenfreunde: Eine Million Tulpen, 40 000 Buchsbäume und 18 Teiche mit romantischen Seerosenbecken verteilen sich auf dem Gelände. Der seit 1978 geöffnete Park wurde 2013 zum schönsten Italiens gekürt. Wer möchte, kann ihn zu Fuß, mit Fahrrad oder Golf-Cart oder auch mit einem Shuttle-Bus oder der Bimmelbahn erkunden.

Zu den Blumen zählen neben Tulpen, Schwertlilien, Dahlien, Astern, Hortensien, Tagetes, Narzissen und Begonien auch solche mit exotisch klingenden Namen wie das "Indische Blumenrohr", die aus Asien stammende Coleus (Buntnessel) oder die afrikanische Fritillaria. Die berühmteste Blütezeit des Gartens ist die der Rosen. Ab Mai entfaltet eine Allee mit 30 000 Rosen ihre ganze Pracht. Sehenswert ist auch die 400-jährige Eiche, unter deren Blätterdach man im Sommer reichlich Schatten findet.

Doch nicht nur Pflanzen gibt es zu entdecken: So kann man sich in das Labyrinth wagen, das aus 1500 Taxusbäumen besteht. Erreicht man den kleinen Aussichtsturm, hat man von dort aus einen herrlichen Blick über die grüne Insel. Sehenswert sind auch die Einsiedelei mit der Marienstatue oder die Sonnenuhr oberhalb der Sigurtà-Statue, der "Stein der Jugend" oder der Kräutergarten mit 40 unterschiedlichen Heilkräutern.

Auch für die kleinen Besucher gibt es jede Menge zu sehen: Zahlreiche Vögel- und Eidechsenarten bevölkern den Park, in den Teichen tummeln sich Koi-Karpfen und Wasserschildkröten. Lohnenswert ist der Abstecher zum neu errichteten Bauernhof. Esel, Schafe, Ziegen, Hühner und Enten, aber auch Bienen warten in dem alten Hof auf Besucher. Dieser Bereich, der zum Spielen und Lernen einlädt, ist ein kleines Paradies für Kinder und Eltern.

Mühlendorf Borghetto


Wer noch Zeit hat, sollte auf dem Rückweg unbedingt einen Abstecher in das nur ein paar Kilometer entfernte Mühlendorf Borghetto machen. Dort lohnt es sich, eines der kleinen Cafés direkt am Wasser zu besuchen oder durch die Gassen zu spazieren. Zahlreiche Mühlräder sind noch in Betrieb. Von dort aus hat man auch einen herrlichen Blick auf die Visconti-Brücke. Der mittelalterliche, 650 Meter lange Staudamm zählt zu den wenigen erhaltenen Brückenburgen. Die Anlage wurde 2007 vom "World Monuments Fund" in die Liste der 100 gefährdetsten Monumente aufgenommen.

ServiceOrt: "Parco Sigurtà Giardano", Via Cavour 1, Valeggio sul Mincio.

Anfahrt: Vom Gardasee aus nach Pesciera de Garda, von dort aus gut ausgeschildert. Oder über die Autobahn Autostrada 4 - uscita peschiera del Garda.

Öffnungszeiten: vom 6. März bis 6. November täglich von 9 bis 19 Uhr. Im März, Oktober und November von 9 bis 18 Uhr.

Parkmöglichkeit: Vor dem Park befindet sich ein kostenloser Parkplatz.

Weitere Informationen: www.sigurta.it
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