Böhmen-Passat sorgt für frischen Wind
Fahrbericht Skoda Superb Combi 2.0 TDI Style

Raum in Hülle und Fülle bietet der Skoda Superb Combi. Ganze 1000 Euro teurer als die Limousine ist er die eindeutig bessere Wahl. Bild: bz
In Böhmen spielt die Musik, heißt es. Stimmt. Da bläst jetzt Skoda der Konkurrenz gehörig den Marsch. Auch im eigenen Hause. Denn der Superb rockt die obere Mittelklasse. Und da wollen eigentlich neben dem "Stern aus Stuttgart" und der weiß-blauen Marke aus München die Konzernschwestern aus Wolfsburg und Ingolstadt die erste Geige spielen.

Der Traum vom Raum, der steht da auf vier Rädern, eingepackt in eine schicke Hülle. Mit dem modernen Design setzt der Tscheche nicht nur ein stylisches Ausrufezeichen, sondern auch Akzente. Und die Licht-Architektur verleiht dem Raumgleiter ein markantes Gesicht. Platz gibt es also in Hülle und Fülle. Nicht nur im Ladeabteil, das locker alle Baumarkt-Verlockungen schluckt und sich im Handumdrehen in einen Transporter verwandelt. Ruckzuck sind die Rücksitzlehnen umgelegt. Berührungsängste? Kopf, Ellenbogen und Knie finden so schnell keinen Kontakt. Der Arbeitsplatz ist aufgeräumt, alles was der Fahrer braucht, liegt günstig zur Hand. Und die Bedienung gibt keinerlei Rätsel auf. Edle Materialien und gute Verarbeitung erinnern eher an ein Wohn- statt Arbeitszimmer.

Über Skodas "simply clever"-Lösungen sind schon Legionen Lobeshymnen gesungen worden. Wir stimmen mit ein. Wobei: Die Ladefixierung im Kofferraum ist schon ein eigenes Kapitel wert. Der Zweiliter-Diesel mit 150 PS ist eine gute Wahl. Da geht die Post ab. Wenigstens solange nicht der Eco-Modus aktiviert ist.

Dann segelt der Skoda ganz superb. Wer's nicht ganz so sparsam haben will, aktiviert halt einen der anderen vier Modi. Auch für Sportler ist etwas dabei. Die Werksangabe erreichten wir zwar bei weitem nicht, aber auch so kann sich der Verbrauch durchaus sehen lassen. Und im Fahrkomfort macht dem Böhmen-Passat so schnell auch niemand etwas vor.

Eine ganze Armada von Assistenten wartet auf ihren Einsatz. Zwar ist Frontradar samt City-Notbremsfunktion schon serienmäßig an Bord, aber zur Individualisierung gibt es jede Menge praktischer Helferlein. Die reichen von der Business-Ausstattung (2390 Euro) über einen adaptiven Abstandsassistenten (820 Euro) und ein eben solches Fahrwerk (910 Euro) bis hin zum Dynamic-Licht (990 Euro) und dem selbstständigen Einparker (610 Euro). LED-Beleuchtung für den Make-up-Spiegel kostet 10 Euro, ein Reserverad samt Wagenheber 100 Euro. Wer also etwas blauäugig die Häckchen auf der Bestellliste setzt, kann schnell viel Geld ausgeben, wie unser Testwagen beweist. Angenehm war's trotzdem.

DatenblattSkoda Superb Combi: Kombi der oberen Mittelklasse, 5 Türen, 5 Sitze

Antrieb: Vierzylinder, Turbodiesel, Common-Rail-Technik, 1968 ccm,150 PS, max. Drehmoment 340 Nm bei 1750-3000 U/min, Euro 6, Sechsgang-Direktschaltgetriebe, Frontantrieb, Start-Stopp-System, Rekuperation

Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 216 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h in 9,0 sec., Testverbrauch 6,3 l,Tankinhalt 66 Liter

CO2-Emission: 118 g/km (bei Normverbrauch von 4,5 l), Effizienzklasse A

Maße und Gewichte: Länge 4856 mm, Breite 1864 mm, Höhe 1492 mm, Leergewicht 1520 kg, Zuladung 620 kg, Kofferraumvolumen 660 -1950 Liter

Preis: 36 790 Euro (Grundpreis), 48 240 Euro (Testwagen)
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