Das Baby und das Biest
Bei Jeep läuft es wieder rund

Auf losem Untergrund kann der Grand Cherokee SRT seine 468 PS und 624 Newtonmeter Drehmoment trotz Allradantrieb nur sehr begrenzt nutzen. Bild: FCA

Seit sich Jeep mit Fiat zusammengetan hat, geht es bei den Offroad-Spezialisten munter aufwärts. Deutliche Zuwächse am laufenden Band. Der nächste Rekord ist in Reichweite.

Es läuft rund. Nächstes Jahr feiert Jeep 75. Geburtstag - und ist fitter und erfolgreicher denn je. Dabei hilft die aktuelle Produktpalette, die vom Baby bis zum Biest ein breites Spektrum abdeckt. Mit dem Baby ist natürlich der Renegade gemeint, das erste Jeep-SUV, das auch in Europa gebaut wird und das für ordentliche Zuwachsraten im Bereich der derzeit besonders angesagten Kompakt-Crossover sorgt.

Knuffiger Charmebolzen


Der Renegade trifft einfach den Nerv, er überzeugt mit seinem knuffigen Charme und inneren Werten. Zu haben ist er mit Benzin- und Dieselmotoren mit einem Leistungsspektrum von 110 bis 170 PS, mit Fünf- oder Sechsgang-Handschaltung, Sechsgang-Doppelkupplungs-Getriebe oder Neungang-Automatik und mit Front- oder Allradantrieb zu Preisen ab 19 900 Euro. Schon beim kleinsten Jeep bietet die Version Trailhawk exzellente Allrad-Fähigkeiten, unter anderem dank der Geländeuntersetzung.

Das dem Ur-Jeep Willys MB von 1941 am nächsten stehende Modell, der Wrangler, ein Geländegänger von echtem Schrot und Korn, ist angesichts des Erfolges des Kleinen fast ein wenig ins Hintertreffen geraten. Völlig zu Unrecht, wie Testfahrten mit dem hochbeinigen Allradler zeigen: Ob komfortabel-dynamische Passagen auf nicht allzu guten Landstraßen oder Ausflüge ins richtig schwere Gelände: Der Wrangler kann beides und positioniert sich als Allzweck-Gefährt mit hohem Spaßfaktor. Vor allem in der Version mit vier Türen und Cabrio-Verdeck.

Der Konkurrenz durch das künftige, nur zweitürige Range Rover Evoque Cabrio sehen die Italo-Amerikaner jedenfalls sehr entspannt entgegen. Angeboten wird der Wrangler als "2.8-CRD"-Diesel mit 200 PS mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder mit dem 3.6 Liter großen V6-Benziner mit 284 PS, der an ein Fünfgang-Automatikgetriebe gekoppelt ist. Die Preisliste reicht von 34 000 Euro für den zweitürigen Benziner bis zu je 42 900 Euro für die viertürigen "Rubicon"-Versionen.

Auch beim Absatz von Cherokee und Grand Cherokee läuft es gut, auch diese beiden typischen Jeep-Vertreter schaffen je nach gewünschtem Einsatzzweck und Vorlieben ihrer Käufer den Spagat zwischen jeweils sehr beachtlichen On- und Offroad-Fähigkeiten mit Bravour. In der Grand Cherokee-Familie ist auch das eingangs erwähnte Biest anzutreffen: Der SRT, der dank seines 6,4 Liter großen V8-Motors mit 468 PS und mit 624 Newtonmetern maximalem Drehmoment trotz eines stattlichen Gewichts von knapp 2,5 Tonnen in nur 5,0 Sekunden auf 100 sprintet und bei Bedarf 257 km/h schnell ist.

Yes, he can


Auch der SRT könnte im Gelände einiges bieten - doch ambitioniertere Offroad-Ausflüge verbieten sich für einigermaßen Vernunft-begabte Menschen schon allein wegen des Verkaufspreises ab 83 900 Euro.
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