Datsun 260 Z
Rassiger Japaner

Die Datsun-Sportwagen (im Bild ein 240er) waren den italienischen Vorbildern nachempfunden. Heute wie damals galten sie als echte Rarität. Bild: Nissan

Wer da im Stil des Kreuzworträtselns nach einer Automarke forschen müßte und nur die sparsame Vorgabe hätte: langnasig, tiefliegende Augen, wuchtige Räder, Abrißheck, ja der würde sich in seiner Fantasie vermutlich einen handwerklich gezimmerten Sportwagen aus einer renommierten italienischen Autoschmiede zeichnen.

Auf gleiche Herkunft nämlich läßt der aus dem fernen Nippon stammende Datsun 260 Z 2+2 schließen, würde ihm seine Abstammung nicht deutlich aufs Hinterteil geheftet sein. Viel zu selten macht man mit dem auffallenden Exoten Bekanntschaft, um ihn sofort einordnen zu können. Schuld daran sind die Amerikaner, die beinahe die gesamte 260-Produktion für sich abonniert haben. Den kleinen Rest teilen sich Europäer und Japaner selbst. Nicht allein aufgrund seiner auffallend sportlichen Figur ist der Datsun eine begehrte Autorarität, der "bärige" Sechszylinder besitzt noch eine Reihe anderer Vorzüge.

Praktischer Renner


Beispielsweise den für Sportwagen dieser Art großzügig bemessenen Innenraum, der bei Einschränkung der vorderen Beinfreiheit den Transport von vier Personen auf zumindest kürzeren Strecken ohne weiteres zuläßt. Werden die Reservesitze nicht beansprucht, kann der Stauraum durch einfaches Umklappen der Rücksitzbank um ein vielfaches vergrößert werden. Bequem beladen wird durch die Hecktür, die sich weit öffnen läßt. Damit sind für diesen Sportwagen die Verwendungsmöglichkeiten schon mal aus dieser Sicht weit gesteckt.

Lüftet man den Motorraum, so wird die Alltagstauglichkeit des vermeintlich für Rennpisten gebauten Japaners immer deutlicher. Das Herz unter der weiten Haube ist nicht für einen Hochleistungssportler geschaffen, es bewährt sich vielmehr bei gewöhnlichen Anforderungen. Deshalb würde das 2,6-Liter-Triebwerk mit den im Gegensatz zum optischen Akzent des Wagens geradezu kümmerlichen 126 PS auch in jede Limousine passen. Trotzdem genügt die Motorisierung den Alltagsansprüchen ebenso (von 0 auf 100 km in elf Sekunden) wie dem Verlangen nach atemberaubenden Geschwindigkeiten (Spitze etwa 205 km/h).

Eindrucksvoll ist die Elastizität der robusten Maschine (obenliegende Nockenwelle), die schon ab 2000 Touren für einen zügigen Antritt sorgt. Mit dem Fünfgang-Getriebe fällt es nicht schwer, immer in einem relativ niedrigen Drehzahlbereich zu fahren, was der Laufruhe und damit wiederum dem Komfort sehr zugute kommt. Der Datsun 260 Z ist auch nicht unangemessen durstig, was ein Bezinverbrauch von 13 bis 15 Liter Normalsprit auf 100 Kilometer verdeutlicht.

Muskeln gefragt


Die ausgewogene, aber harte Federung des modernen Fahrwerks (Einzelradaufhängung) könnte durch einen größeren Aufwand an Polsterung bei den Sitzen etwas abgefangen werden. Ein neutrales Fahrverhalten genehmigt hohe Kurvengeschwindigkeiten. Höchstens in extremen Situationen bedarf es einer Korrektur des Hecks durch entsprechende Lenkbewegungen. Womit wir wohl bei einem kritischen Punkt angelangt wären: Steuern ist beim Datsun 260 Z mehr eine Sache der Muskeln, gerade bei Parkmanövern.

Reich ausgestattet


Letztlich bleibt die Ausstattung, die sich so umfangreich wie bei keinem anderen bisher gefahrenen Modell zeigt: Verbundglas, heizbare Heckscheibe, Leichtmetallfelgen, Fünfganggetriebe, Kopfstützen, Gepäckhaltegurte, Motor- und Kofferraumbeleuchtung, Radio und eine komplette Instrumentierung gehören zur serienmäßigen Ausstattung.

Mit all dem kostet der Datsun 260 Z 2+2 knapp 25 000 DM. Er garantiert aufgrund seiner attraktiven Innenausstattung neben Fahrfreude auch Wohlbefinden. Übersichtliche Instrumente und gut plazierte Bedienungselemente unterstreichen den Komfort. Ein attraktiver Sportwagen mit hohem Nutzwert zu einem Preis diesseits der Möglichkeiten: Datsun 260 Z 2 + 2 in "begrenzter Auflage". Manfred Gleißner

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Originalbericht aus unserer Ausgabe vom 14. Februar 1976
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