Der Sternenhimmel im Monat April
Letzte Chance auf Merkur am Abend

 

Ein Höhepunkt am Abendhimmel im April ist Merkur. Im übrigen Jahr wird der Planet nicht mehr zu sehen sein. Mitte des Monats flammen die Sternschnuppen des Lyriden-Stroms auf.

Jupiter im Sternbild Löwe beherrscht im April mit seinem Glanz die erste Nachthälfte. Mit Einbruch der wegen der Umstellung auf Sommerzeit nun spät einsetzenden Dunkelheit sieht man den Riesenplaneten schon hoch im Südosten. Er ist kaum zu übersehen, denn er ist heller als alle anderen Sterne und Planeten. Mars im Gebiet der Sternbilder Schlangenträger und Skorpion wird heller und zu einem auffälligen Gestirn in der zweiten Nachthälfte. Anfang April taucht Mars gegen Mitternacht über dem Südosthorizont auf, zu Monatsende eine Stunde früher. Auch Saturn schmückt den Sternenhimmel in der zweiten Nachthälfte. Der Ringplanet verlagert seine Aufgänge in die Zeit kurz vor Mitternacht. Venus hält sich am Taghimmel nahe der Sonne auf und bleibt nachts unbeobachtbar unter dem Horizont.

Merkur bietet Mitte April die einzig gute Abendsichtbarkeit in diesem Jahr. Am 18. erreicht der flinke Planet mit 20 Grad seinen größten östlichen Winkelabstand von der Sonne. Vom 10. bis 19. ist Merkur relativ leicht auszumachen. Etwa 20 Minuten nach Sonnenuntergang kann man Merkur knapp über dem Westhorizont in der Abenddämmerung ausmachen. Eine halbe Stunde später verblasst er in den dichten Luftschichten am Horizont. Wer noch nie den sonnennächsten Planeten gesehen hat, dem bietet sich im April eine besonders gute Chance.


Funken aus der Leier


Vom 16. bis 25. April flammen die Sternschnuppen des Lyriden-Stroms auf. Die Meteore scheinen aus dem Sternbild der Leier zu purzeln. Sie sind schnelle Objekte mit Geschwindigkeiten um 50 Kilometern pro Sekunde. 10 bis 20 Sternschnuppen, darunter auch helle Exemplare, leuchten pro Stunde auf. Die Lyriden sind abgesplitterte Bruchstücke des Kometen Thatcher (C/1861G). Beste Beobachtungszeit sind die Stunden von Mitternacht bis 4 Uhr morgens. Neumond tritt am 7. um 13.24 Uhr ein. Die Vollmondposition erreicht unser Nachbar am 22..

Die Wintersternbilder haben sich von der Himmelsbühne verabschiedet. Orion geht gerade im Westen unter, wenn man Mitte April zur Standardbeobachtungszeit um 23 Uhr den Sternenhimmel betrachtet. Hoch im Westen sind noch die Zwillinge zu erkennen, während im Nordwesten die helle, gelbliche Kapella im Fuhrmann blinkt. Der Große Wagen steht steil über unseren Köpfen, während das Himmels-W, die Kassiopeia, zum Nordhorizont herab gesunken ist. Im Süden marschiert der Löwe durch den Meridian. Der Löwe mit seinem bläulichen Hauptstern Regulus ist das Leitsternbild des Frühlingshimmels. Am Osthimmel strahlt der orange Arktur im Sternbild Bootes, dem Rinderhirten. Die Sonne wandert am aufsteigenden Ast ihrer Jahresbahn empor. Am 18. verlässt die Sonne das Sternbild Fische und wechselt in das Sternbild Widder, indem sie bis 14. Mai verbleibt. Am 19. tritt sie in das Tierkreiszeichen Stier.

Astro-TermineDie Sternwarte Tirschenreuth hat im Monat April freitags ab 22 Uhr geöffnet. Die Sternwarte Amberg-Ursensollen hat im April freitags ab 21 Uhr geöffnet. Die Sternwarte Dieterskirchen (Kreis Schwandorf) hat im April freitags ab 20 Uhr geöffnet. Offener Stammtisch der Sternenfreunde Dieterskirchen am 19. April ab 19.30 Uhr im "Hexenhäusl" in Dieterskirchen. Offener Stammtisch des Arbeitskreises "Deepsky-Hunters Weiden" am 21. April ab 18.30 Uhr in der Pizzeria "Da Peppino" in Theisseil (Kreis Neustadt/WN). (za)





Weitere Informationen:

www.sternwarte-tirschenreuth.de

www.sternwarte-dieterskirchen.de

www.volkssternwarte-amberg.de

www.deepsky-hunters.de
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