Der Tiguan braucht keine Nägel
Nachfolger des erfolgreichen VW-SUV ab April im Handel

Zum Marktstart Ende April sind zwei Motorisierungen verfügbar: ein 2,0-Liter-Benziner mit 180 und ein 2,0-Liter-Diesel mit 150 PS. Bild: VW
 
Tadellos verarbeitet und leicht zum Fahrer geneigt: das Cockpit des neuen VW Tiguan. Bild: VW

Das Damoklesschwert mit Namen "Diesel-Gate" prangt seit der IAA 2015 über dem Volkswagen-Konzern. Doch es gibt auch einen Hoffnungsträger. Der neue Tiguan soll's richten.

Erfolgreich ist der SUV mit 2,8 Millionen Käufern bisher allemal. Die Neuauflage soll nun in die Fußstapfen des Vorgängers treten. Dafür bringt sie, das sei vorweg genommen, die besten Voraussetzungen mit. Ende April fährt sie beim Händler vor, bereits heute kann man zwei der insgesamt acht Motorisierungen vorbestellen. Die anderen Antriebe werden bis zur Jahreshälfte nachgereicht.

Wer es nicht mehr abwarten kann, muss sich momentan zwischen dem 180 PS starken 2,0-Liter-Benziner mit serienmäßigen Allradantrieb und DSG ab 34 450 Euro oder dem 2.0-Liter-Diesel mit 150 PS entscheiden. Der fährt ab 30 025 Euro mit Frontantrieb und manuellem Getriebe vor. Wer den für SUV eigentlich typischen Allradantrieb mit DSG möchte, muss noch einmal 3900 Euro drauflegen. Außerdem stehen bis zu drei Ausstattungs-Varianten zur Verfügung.

Abgesehen von den Motoren hat VW beim neuen Tiguan überall Hand angelegt. So ist er um drei Zentimeter in die Breite gegangen und wurde um sechs Zentimeter in die Länge gezogen. Er wirkt bulliger und gleichzeitig dynamischer.

Eines der größten Mankos im Vorgänger-Modell war der Kofferraum: Die Ladekante war zu hoch. Und auch platztechnisch wäre mehr gegangen. Das wollten die Wolfsburger nicht auf sich sitzen lassen. Durch das Tieferlegen des Fahrzeugs um rund drei Zentimeter, konnte man einerseits die Beladehürde um vier Zentimeter absenken. Der Kofferraum fasst nun mit 615 Liter 145 Liter mehr und kann durch das Umlegen der Rücksitze auf bis zu 1655 Liter erweitert werden.

Die Verarbeitung im Innenraum gibt keinen Anlass zum Nörgeln. Alles ist wie von Volkswagen gewohnt präzise verarbeitet und hinterlässt einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Das auf den Fahrer ausgerichtete Cockpit wirkt aufgeräumt und lässt sich intuitiv bedienen. Ein neuer Dreh-Schalter zur Wahl der Fahrmodi von Onroad auf Snow, Offroad oder Offroad Individual ist so in der Mittelkonsole positioniert, dass er sich ohne Verrenkungen ansteuern lässt.

Das Allradsystem hat VW um die erwähnte 4Motion Active Control erweitert, also die neuen Fahrmodi. Bei der ersten Ausfahrt im idyllisch verschneiten Schweden konnte vor allem der Snow-Modus sein Können unter Beweis stellen. Der Lappe ist hier bereits mit Spikes unterwegs, doch der Tiguan braucht keine Nägel in den Pneus.

Im Snow-Betrieb wird die Gaspedal-Kennlinie etwas abgeflacht, damit der Fahrer nicht zu viel Gas gibt. Außerdem wird die Antriebs-Schlupfregelung geschärft. Erkennt sie ein durchdrehendes Rad, gibt sie diese Information in Sekundenbruchteilen an das elektronische Gaspedal weiter und reduziert die Motorleistung. Dem blitzschnell agierenden Allradantrieb sei dank, lässt sich der gut 1,9 Tonnen schwere Tiguan mit seiner sehr direkten Lenkung fast so elegant wie ein Eiskunstläufer über die glatte Fahrbahn bewegen.

Eine Testfahrt auf trockener Straße steht noch aus, doch sind zumindest die Eckdaten schon bekannt: Bei bester Traktion benötigt der getestete 180-PS-Benziner für das Knacken der Hunderter-Marke 7,7 Sekunden und soll im Schnitt 7,4 Liter Kraftstoff konsumieren. Der Selbstzünder soll den Standardsprint in 9,3 Sekunden absolvieren - egal ob mit Allrad oder Frontantrieb. Auf den Verbrauch wirkt sich der Antrieb dagegen deutlich aus: Als 2WD-Handschalter sollen 4,8 Liter Diesel je 100 Kilometer verbrannt werden, mit Allrad und Automatik sind es dagegen 5,7 Liter. Auf dem Datenblatt - wer das SUV nämlich etwas mehr fordert, der wird dem zweistelligen Bereich gefährlich nahe kommen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Volkswagen (132)Auto und Verkehr (447)Tiguan (4)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.