Drei saubere Brüder
Hyundai Ioniq als Elektro, Hybrid und Plugin-Hybrid

Fahrerplatz des Ioniq Elektro in der Ausstattung "Premium".
 
Den Hyundai Ioniq gibt es als reines Elektro-Auto (im Bild), als Hybrid und als Plugin-Hybrid. Das bietet sonst kein Hersteller. Bilder: Ascherl (2)

Sauber, sauber diese Hyundai: Gleich drei Varianten des neuen Ioniq schicken die Koreaner in den deutschen Markt: einen rein elektrisch fahrenden, einen Hybrid und einen Plugin-Hybrid. Eine Überraschung ist der Preis.

Freilich fragen wir uns, weshalb Null-Emissionsautos auch Null-Emotionsautos sein müssen, denn mit ihren Schräghecks sehen Ioniq, Prius und Co. nicht gerade flott aus. Andereseits gab's für den Ioniq den Reddot-Design-Award 2016, und Öko-Piloten mögen es vielleicht, dass man ihre Gesinnung gleich an der Fahrzeug-Silhouette erkennt. Schweifen wir nicht weiter ab, fahren wir. Zuerst: den Ioniq Elektro. Der wird angetrieben von einem 88 kW (120 PS) starken Permanentmagent-Synchron-Elektromotor, den eine Lithium-Polymer-Batterie der neuesten Generation speist. Die kann 28 Kilowattstunden speichern, was für 280 Kilometer Reichweite im Labor und 220 Kilometer im Echtbetrieb reichen soll. Über ein einstufiges Reduktionsgetriebe fließt die Kraft von 295 Newtonmetern zu den Vorderrädern. Der Ioniq bietet drei verschiedene Fahrmodi an: Eco, Normal und Sport. Dabei gleitet er völlig lautlos dahin. Zum Schutz von Passanten gibt es eine "Sound"-Taste, die Fahrgeräusche vortäuscht. Eine Eigenschaft, die unlängst aus verständlichem Grund auch vom Blindenbund gefordert wurde.

Lange Garantie


Die im Zentralinstrument angezeigte Restreichweite wird zumindest auf unserer kurzen Testfahrt in und um München korrekt wiedergegeben. Zwar futuristisch gestaltet, bleiben Bedienelemente und Anzeigen dennoch logisch und übersichtlich. Vier bis fünf Personen finden im Ioniq Platz, und auch der Kofferraum entspricht mit 350 Litern knapp dem Kompaktklassen-Standard. Drei Ausstattungsvarianten bietet Hyundai an: Trend, Style und Premium. Mit Metallic-Lack (500 Euro) und Schiebedach (650 Euro) ist die Aufpreisliste super kurz. Die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck. Inklusive fünf Jahren Garantie aufs Auto (ohne Kilometerbegrenzung) und acht Jahren auf die Batterie (bis 200 000 km) kostet der Ioniq Elektro ab 33 300 Euro. Und davon gehen die 4000 Euro E-Auto-Prämie noch ab. Zielgruppe: Umweltbewusste, die das urbane Umfeld selten verlassen.

Zweiter im Bunde ist der zwar schon bekannte aber komplett überarbeitete Ioniq Hybrid. Er hat einen 105 PS starken Benziner unter der Haube, kombiniert mit einem 32 kW (44 PS) starkem Elektromotor, was eine Systemleistung von 141 PS ergibt. Damit ist der Ioniq 20 Sachen schneller als der Elektro, aber auch 50 Kilo leichter. Dank eines cleveren Zusammenspiels der beiden Aggregate kommt dieser Wagen mit 3,4 Litern Super aus und emittiert nur 79 Gramm CO2. Sein Vorteil ist die dank eines dichten Tankstellennetzes praktisch unbegrenzte Reichweite. Der Preis liegt mit 23 900 Euro fast 10 000 Euro unter dem reinen Stromer, sonst sind die Fahrzeuge völlig identisch. Zielgruppe: Technikaffine, die weiter kommen wollen.

Nummer Drei folgt 2017


Und Nummer Drei? Die gibt's noch nicht. Es handelt sich um einen Plugin-Hybrid, der also ebenfalls Benzinmotor und Elektromotor kombiniert, aber an der Steckdose nachgeladen werden kann. Dieser Ioniq kommt 2017. Hyundai ist also aufgestellt für die automobile Zukunft (ein Brennstoff-Fahrzeug haben sie mit dem ix35 Fuel Cell ja auch noch im Programm). Mal sehen, wie der ab sofort beim Händler zu habende Ioniq ankommt.

Im kommenden Jahr möchte Hyundai 2000 Ioniq in Deutschland verkaufen. Drei Viertel werden Hybrid sein, schätzt man, der Rest Elektro-Fahrzeuge bzw. Plugin-Hybrid.

DatenblattHyundai Ioniq: Fließhecklimousine der unteren Mittelklasse, 5 Türen, 5 Sitze

Länge/Breite/Höhe (mm): 4470 /1820/1450 .

Elektro: Leistung 88 KW, 295 Nm, Höchstgeschwindigkeit 165 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h: 9,9 Sek. (Sportmodus); Verbrauch: 11,5 kWh/100 km; CO2-Emission: 0 g/km; Effizienzklasse A+; Reichweite 280 km; Leergewicht 1420 kg; Zuladung 460 kg, Kofferraumvolumen 350 - 1410 Liter. Preis: 33 300 Euro.

Hybrid: 4-Zylinder-Direkteinspritzer, 1580 ccm, 105 PS, 147 Nm; Elektromotor: 32 kW (44 PS), 170 Nm; 6-Gang-Getriebe; Systemleistung: 141 PS, 265 Nm, 185 km/h, 10,8 Sek., Verbrauch: 3,4-3,9 Liter; CO2-Emission: 79-92 g/km; Effizienzklasse A+; Leergewicht 1370 kg; Zuladung 500 kg, Kofferraumvolumen 443 - 1505 Liter. Preis ab 23 900 Euro. (ma)
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