Ein Freund, ein guter Freund
Fahrbericht Suzuki SX-4

 
Übersichtlich und aufgeräumt: Der Arbeitsplatz des Fahrers im Suzuki SX-4.
Von Michael Ascherl
Dieser Testwagen gehört nicht zur Sorte "Wow!". Ganz im Gegenteil: Er fällt kaum auf, denn kompakte SUV gehören heutzutage zum Straßenbild wie früher der VW Käfer. Dabei hat ja gerade Suzuki das Geländegängige in den Genen. Bis vor wenigen Jahren gab's die Modelle der Marke ausschließlich mit Allradantrieb, mittlerweile lässt man auch hier dem Kunden häufig die Wahl. Drücken wir noch schnell eine Träne auf den legendären LJ80 ab, diesen genialen Kraxler, und wenden wir uns dann dem SX-4 S-Cross zu. Farbe: Boost Blue Pearl Metallic.

Der SX-4 kehrt nicht nur äußerlich mit Unterfahrschutz und mattschwarzen Schürzen den Naturburschen heraus, sondern beherrscht das Kapitel Traktion ganz vorzüglich. Der Allgrip genannte Allradantrieb bietet vier Fahrmodi, vom reinen Frontantrieb bis zur Einstellung "Lock" für ganz schweres Geläuf. Die Preisliste für einen frontgetriebenen SX-4 S-Cross beginnt bereits bei 19 490 Euro (120-PS-Benziner). Unser Testwagen ist das Spitzenmodell, ein Diesel mit ebenfalls 120 PS mit Doppelkupplungsgetriebe und Komplettausstattung "Comfort plus".

Motor arbeitet hörbar


Das Aggregat ist kein Leisetreter, geht aber beherzt zur Sache und lässt den Wunsch nach Mehrleistung selten aufkommen. Dafür sorgt schon das recht stattliche Drehmoment von 320 Nm, das bei 1750 Kurbelwellenumdrehungen anliegt. Das in dieser Variante serienmäßige, riesige Panoramadach sorgt für Licht und Luft und Raum. Die Sitze bieten sehr guten Halt, und der Neigungswinkel der Rückbank lässt sich verstellen. Ein bisserl merkt man dem Topmodell an, dass es für Chi-Chi eigentlich nicht gemacht ist. So wirken die Knöpfe für die schlüssellose Entriegelung an den Türen und der Heckklappe ein wenig wie nachträglich hingepappt, und die USB-Buchse ganz tief im Schlund der Mittelarmlehne ist ein Fall für Verrenkungskünstler. Auch mit der Konnektivität steht der Crossover auf Kriegsfuß, Apple Carplay steigt gerne aus.

Den positiven Gesamteindruck trübt das nicht. Der SX-4 erweist sich als Kamerad im Alltag, dessen Qualitäten man sich erst nach und nach erschließen muss. Mit dem Testverbrauch von weniger als 6,5 Litern Diesel setzt er eine sehr gute Marke. Der Kofferraum ist dank doppeltem Ladeboden praktisch und ausreichend groß, die Übersichtlichkeit gut und in Verbindung mit Parkpiepsern und Rückfahrkamera (Serie) ausgezeichnet. Kurzum: Der SX-4 ist wie ein guter Freund, mit dem man gern zusammen ist. Jeden Tag ein bisschen mehr.


StenogrammSuzuki SX4: Kompakt-SUV, 5 Türen, 5 Sitze

Antrieb: Vierzylinder-Dieselmotor, 1598 ccm, 120 PS, max. Drehmoment 320 Nm bei 1750 U/min, Euro 6, Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, Allradantrieb

CO2-Emission: 119 g/km bei Normverbrauch von 4,5 l

Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 175 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h 13,0 sec., Testverbrauch 6,4 l Diesel, Tankinhalt 47 Liter

Maße und Gewichte: Länge 4300 mm, Breite 1765 mm, Höhe 1580 mm, Leergewicht 1410 kg, Zuladung 460 kg, Kofferraumvolumen 430-1269 Liter

Preis: 31 090 Euro (Grundpreis), 31 983 Euro (Testwagen)

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