Fahrbericht BMW X1 xDrive 20i
Frühaufsteher haben's besser

Viel stimmiger und ausgereifter ist die zweite Generation des X1. Der wird dem Premiumanspruch der Marke wieder gerecht. Bild: BMW

Frühaufsteher haben's besser

Von Berthold Zeitler

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Den Spruch kennen wir auch aus der automobilen Welt. Da haben die Bayern vor gut sieben Jahren mal schnell einen X1 auf die Plattform eines 3er Touring gestellt und ihm ein paar Zutaten aus der1er Rezeptur mit auf den Weg gegeben. Das Ding verkaufte sich, und wie. Schließlich standen Audis Q3 und der Mercedes GLA noch nicht einmal in den Startlöchern.

Schockte der Münchner der ersten Generation mit hohen Verkaufszahlen die Konkurrenz, tut es der Nachfolger mit dem Bruch alter Tugenden. Nix ist mehr mit Heckantrieb, jetzt baut das SUV auf den 2er Active Tourer und damit auf die neue Frontantriebsplattform. Wo der Vorgänger noch manchmal schwächelte, da ist die Neuentwicklung jetzt viel stimmiger und ausgereifter.

Vor allem Verarbeitung und Materialien werden dem Premiumanspruch der Marke wieder gerecht, schmeicheln dem Auge und der Hand. Der Einstieg gelingt ohne große Verrenkungen, auch im Fond, wo der Notsitz aber nur seinem Namen entsprechend genutzt werden sollte. Aber das Raumangebot überzeugt. Tuchfühlung mit dem Nachbarn? Fehlanzeige. Wie die Verarbeitung zeigt sich auch die Funktionalität auf einem ausgesprochen hohen Niveau. Wer sich für das iDrive-System ein paar Minuten der Eingewöhnung nimmt, kommt damit schnell zurecht.

Das mit zum Umfang des Navi gehörende Headup-Display spiegelt alle für den Fahrer wichtigen Informationen in die Frontscheibe. Nix zu kritteln gibt es auch beim komfortablen Mobiliar, das den Aufenthalt im X1 auch bei langen Fahrten sehr angenehm macht. Der Kofferraum ist ausreichend groß und gut zugänglich. Die Rundumsicht geht einigermaßen, lässt sich mit der Rückfahrkamera deutlich verbessern. Und auch die LED-Scheinwerfer mit Fernlichtautomatik sind ihr Geld wert. Alle nur erdenklichen Helferlein sorgen für Sicherheit. Serienmäßig ist der BMW mit einem kamerabasierten Kollisionswarner samt City-Notbremsfunktion ausgestattet. Gegen Aufpreis erkennt das Fahrzeug auch Verkehrszeichen und warnt vor einer drohenden Kollision mit Fußgängern.

Der in unserem Testwagen verbaute Zweiliter-Benziner ist ein recht angenehmer Begleiter, wenngleich der hubraumgleiche Diesel mit 190 PS für uns die erste Wahl wäre. Trotzdem sind wir mit dem Verbrauch zufrieden, lag der tatsächliche Wert im branchenüblichen Umfang über den Normangaben. Die sportliche Steptronic passt zum Charakter des Fahrzeugs und gibt beim Schalten schon mal ein bisschen Zwischengas. Dynamische Dämpferkontrolle und die variable Sportlenkung meistern den Spagat zwischen Komfort und Sport.

Der X1 ist ein rundum gelungenes Auto, sicher und angenehm. Nur wie halt bei den Münchnern üblich auch ein bisschen teuer.

DatenblattBMW X1: SUV der unteren Mittelklasse, 5 Türen, 5 Sitze

Antrieb: Vierzylinder, Turbo-Benziner, 1998 ccm, 192 PS, max. Drehmoment 280 Nm bei 1250 U/min, Euro 6, Steptronic, Allrad, Start-Stopp-System,

Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 223 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h in 7,4 sec., Testverbrauch 8,1 l,Tankinhalt 61 Liter

CO2-Emission: 146 g/km (bei Normverbrauch von 6,4 l), Effizienzklasse B

Maße und Gewichte: Länge 4439 mm, Breite 1821 mm, Höhe 1612 mm, Leergewicht 1615 kg, Zuladung 535 kg, Kofferraumvolumen 505-1550 Liter, Anhängelast 750 kg (2000 kg gebremst)

Preis: 37 600 Euro (Grundpreis), 55 910 Euro (Testwagen) (bz)
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