Fahrbericht Knaus Van i 550 MD
Kapitän der Strandstraße

Der Knaus Van I 550 MD vor dem Tropical Island.
 
Der Vorteil eines Wohnmobils (auch wenn es schon 100 Mal gesagt wurde): Wenn es irgendwo nicht gefällt, einfach weiter, weiter, weiter...

Wir lernen: Wohnmobil ist nicht gleich Wohnmobil. Es gibt kleine, aber bedeutsame Unterschiede: Kastenwägen, Teilintegrierte und Vollintegrierte.

Letztere beziehen das Fahrerhaus komplett mit in den Wohnraum ein und gelten deshalb als besonders geräumig. Unser Testmobil von Knaus ist ein solcher Vollintegrierter in der beliebten Sechs-Meter-Klasse. Beliebt deshalb, weil gerade noch handlich.

Luv und Lee

Dennoch ist ein solches Gefährt ein Trumm. Ohne die Rückfahrkamera, die ihr Bild auf den recht kleinen Navi-Bildschirm zaubert, wäre Rangieren ohne Einweiser fast unmöglich. Bei einer Höhe von 2,70 Metern und einer Breite von 2,25 Metern bietet der Knaus dem Wind eine große Angriffsfläche. Das macht sich auch beim Überholen von Lkw bemerkbar. Mit der Zeit aber, gewöhnt man sich an die Tatsache, dass das Womo vom Luftpolster des Lasters nach links geschoben wird: Gegensteuern. Sobald der Luftstrom abreißt, zieht es das Gefährt wieder nach rechts. Anfangs erschrickt man, mit zunehmender Fahrpraxis nutzt man wie ein Segler Luv und Lee und surft flott von Laster zu Laster.

Der Testwagen hat 150 PS, was absolut ausreichend ist. Locker erreicht er Autobahnrichtgeschwindigkeit, erklimmt zwar auch höhere Tacho-Gefilde problemlos, so richtig entspannt fährt man dann aber nicht mehr. Der Testverbrauch lag bei entspannter Fahrt über 2500 Kilometer im Schnitt bei guten 10,2 Litern Diesel. Leider sind die Armaturen des Fiat sehr schlecht abzulesen. Geschaltet wird über ein manuelles Sechs-Gang-Getriebe.

Fahrer und Beifahrer thronen regelrecht über der Fahrbahn und genießen die Landschaft durch die riesige Panoramascheibe. Im Innenraum reisen bis zu zwei Passagiere auf den mit Sicherheitsgurten ausstaffierten Wohnmöbeln mit.

Vier Schlafplätze

Der Umbau von Transportmittel zum Wohnzimmer geht flott. Die Vordersitze sind drehbar und bilden zusammen mit der Sitzbank und dem großen, ausziehbaren Tisch eine 4er Sitzgruppe. Zum Schlafen klappen die Sitze nach vorne. Mit einem Handgriff senkt sich ein großes Hubbett über die Sitze. Hier finden zwei Erwachsene bis 1,85 Meter Größe eine bequeme Schlafstätte; im Heck thront ein weiteres Doppelbett, das am Ende etwas spitz zuläuft. Knaus stattet den Van I geschmackssicher aus. Besonders erfreulich: Die verwendeten Materialien sind äußerst strapazierfähig und pflegeleicht. Der Kühlschrank ist fast so groß wie der zu Hause; der Gaskocher bietet drei Brennstellen. Ein Edelstahl-Becken komplettiert die Küche. Große Schränke, viele Ablagen und Lichter und ein variabler Waschraum (die Dusche lässt sich vergrößern) erfreuen das Camper-Herz. Sehr groß ist die Garage im Heck, die von beiden Seiten zugänglich ist. Wir haben in ihr vier Fahrräder und den halben Hausstand untergebracht. Die Ver- und Entsorgung geben keine Rätsel auf, und ein Display informiert zuverlässig über den Füllstand der Wassertanks. Rund 60 000 Euro kostet das Reisemobil. Empfohlene Extras: Markise, TV mit Sat-Antenne und Klimaanlage für den Standbetrieb. Michael Ascherl
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