Fahrbericht Opel Astra Sports Tourer Innovation 1.4 Turbo
Für Familie, Freizeit und Flotte

Frisch, frech und flott: Der Sports Tourer ist wohl der bessere Astra. Gut einen Tausender teurer als der Fünftürer bietet er doch wesentlich mehr Funktionalität. Bild: bz

Für Familie, Freizeit und Flotte

Von Berthold Zeitler

Gäb's den Golf nicht, der Astra wäre längst der Klassenprimus. Vor allem in der Kombi-Version. Die heißt ja nicht mehr Caravan, gibt aber auch als Sports-Tourer den meisten Konkurrenten das Nachsehen. Sportlich ist der von Uwe Müller gezeichnete Rüsselsheimer allemal. Und in der Generation "K" nicht nur frischer und frecher. Der Astra-Chefdesigner mit Oberpfälzer Wurzeln hat ihr auch einen deutlich athletischeren Auftritt verpasst. Kein schnöder Lastenträger ist dieser Opel, wohl aber ein formidabler Lademeister für Familie, Freizeit und Flotte.

Also ist der Kofferraum zu einer schieren Größe gewachsen, die Kind und Kegel für jeden Jahresurlaub schluckt. Sperriges oder schweres Gepäck sind kein Thema: Ladekante und Ladeboden sind auf einer Höhe. Wendeboden und Schienen-Leisten-System orientieren sich am Skoda-Slogan "simply clevcer": eine ebenso einfache wie intelligente Lösung zur Sicherung loser Gegenstände. Die asymmetrisch geteilte Rücksitzbank lässt sich per Fernentriegelung umlegen, die Heckklappe so hoch öffnen, dass auch Menschen mit Gardemaß nichts Anstößiges finden. Wer grad keine Hand frei hat: Ein Fußwisch tut es auch.

Helferlein sind eine ganze Armada an Bord. Herzstück ist da die Frontkamera, die nicht nur das intelligente Matrix-Licht steuert, sondern auch viele andere Sicherheitssysteme speist. Es erkennt unter anderem Verkehrszeichen, hält die Spur und greift auch aktiv ein, wenn der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert. Dass dabei auch noch Abstand und Tempo zum Vordermann reguliert werden, versteht sich. Unser Testwagen erledigte seine Aufgabe aber manchmal etwas zu genau und warnte beim Abbiegen vor Hindernissen, wo keine waren.

Innenraum und Funktionalität des Sports Tourers sind mit dem "normalen" Astra identisch und damit ausgezeichnet. Und in der von uns gefahrenen Top-Ausstattung Innovation mit so viel Komfort und Luxus versehen, dass keine Wünsche offen blieben. Wer sich für On-Star entscheidet, bekommt nicht nur einen modernen WLAN-Hotspot. Der ganz persönliche Berater alarmiert im Falle eines Unfalles die Rettung, überprüft per Ferndiagnose die wichtigsten Bereiche des Autos oder schickt Infos zum nächsten Restaurant auf das Navi.

Neun Motorvarianten bietet Opel für den Astra auf. Wir fuhren den 1,4 Turbo mit Start-Stopp-System und 150 PS. Da wird das bei der Entwicklung aufgelegte Diätprogramm richtig erfahrbar. Der Vierzylinder ist ein arbeitsfreudiger Geselle. Da ist man flott unterwegs - durchaus auch sparsam. Dass wir den Normverbrauch nicht geschafft haben, ist allein dem Kurzstreckenverkehr geschuldet. Aber auch unser Wert ist ja durchaus akzeptabel.

Auszeichnungen hat der Astra Sports Tourer in den vergangenen Monaten zuhauf eingefahren. Er hat das Goldene Lenkrad gewonnen, sich die Titel "Auto der Vernunft" und "Auto des Jahres" geholt. Ein attraktives Angebot ist der Opel allemal. Auch wenn die Liste des Angenehmen und Komfortablen viele Häkchen hat.

DatenblattOpel Astra Sportstourer: Kombi der unteren Mittelklasse, 5 Türen, 5 Sitze

Antrieb: Vierzylinder, Turbo-Benziner, 1399 ccm, 150 PS, max. Drehmoment 230 Nm bei 2000-4000 U/min, Euro 6, Sechsgang-Handschaltung, Frontantrieb, Start-Stopp-System,

Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 215 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h in 8,9 sec., Testverbrauch 6,2 l,Tankinhalt 48 Liter

CO2-Emission: 117 g/km (bei Normverbrauch von 5,1 l), Effizienzklasse B

Maße und Gewichte: Länge 4702 mm, Breite 1871 mm, Höhe 1510 mm, Leergewicht 1435 kg, Zuladung 550 kg, Kofferraumvolumen 540-1630 Liter

Preis: 25 710 Euro (Grundpreis), 32 065 Euro (Testwagen) (bz)
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