Fahrbericht Opel Mokka X 4x4
Mehr SUV braucht kein Mensch

"Lava Rot" nennt Opel die kräftige Farbe des Mokka. Der macht nicht nur im Wald eine gute Figur, sondern weiß auch in der Stadt und auf der Autobahn zu gefallen. Bild: bz

Schwarz wie die Nacht und süß wie die Sünde - so muss ein Mokka sein. Dann wirkt er ungemein belebend. Opels Espresso heißt zwar auch Mokka, ist aber bunt wie die Welt und zackig wie ein Rekrut nach dem Morgenappell. Doch er belebt die Marke tatsächlich ungemein.

Nach Astra und Corsa ist der kleine Stadtindianer das wichtigste Pferd im Opel-Stall. Ein richtig flottes Auto, auch wenn es in seiner neuesten Generation dem Kunden manchmal ein X für ein U vormacht. Denn wo ein X drauf steht, muss nicht unbedingt ein Allrad drin sein. Wie so viele andere Wettbewerber bietet die Marke mit dem Blitz ihr SUV zunächst einmal mit Frontantrieb. Die Kraft der vier Räder kostet knapp 2000 Euro Aufpreis und sorgt dafür, dass eine elektromagnetische Lamellenkupplung sie nach Bedarf ausgewogen auf die beide Achsen verteilt.

Robust im Aussehen, flott im Innenraum: Wer den Astra kennt, kennt jetzt auch den Mokka. Das Armaturenbrett hat beim aktuellen Facelift eine kräftige Entschlackungskur erfahren. Die frühere Tasten- und Knöpfchen-Armada ist einem aufgeräumten Cockpit gewichen. Dominiert wird das alles von einem hochauflösenden Touchscreen mit logisch aufgebauter Menüstruktur.

Wobei wir schon bei der immer wichtiger werdenden Konnektivität wären. Und da verdient der kleine Opel eine Bestnote. Schließlich bietet auch er Intelli-Link samt On-Star. Das ist im ersten Jahr frei, kostet dann 99 Euro und sorgt nicht nur für einen rollenden Hotspot mit Bluetooth, Wlan und Smartphone-Einbindung. Das System setzt im Fall des Falles automatisch einen Notruf ab und ortet das Fahrzeug. Ein menschliches Wesen versorgt die Insassen per Telefon wie ein Hotel-Concierge mit all nur erdenklichen Informationen. Wenn's denn sein muss, wird sogar das Hotel gebucht.

Wollen wir nicht, sondern lieber fahren. Und da ist der Rüsselsheimer durchaus in seinem Element. Zwar werkelt da nicht der lange beworbene Flüster-Diesel unter der Haube, aber unangenehm laut ist das Triebwerk nun auch nicht. Da meldet sich eben ein Vertreter der Selbstzünder-Fraktion wohltuend zu Wort. Nach kleiner Anfahrschwäche geht's hurtig ab. Objektive Zahlenwerte und subjektiver Eindruck geben sich da die Hand. Der Motor passt. Auch das Sechsgang-Schaltgetriebe. Und wo die Technik meint, dass jetzt Schalten angesagt ist, gibt es auch eine entsprechende Empfehlung im Display, Unser Testwagen füttert den Fahrer mit Informationen zuhauf.

Schließlich erkennt Opels Geländegänger - selbstredend gegen etwas Honorar - Verkehrszeichen, hält die Spur, warnt vor einer möglichen Kollision, weiß zwischen Stadt, Landstraße und Autobahn das LED-Licht gut zu verteilen und hat dank Rückfahrkamera auch stets das Geschehen hinten im Blickfeld.

Muss er auch, weil ohne die Rundumsicht nicht zu den Pluspunkten zählt. Wohl aber die Sitze mit dem Siegel der Aktion "Gesunder Rücken". Da lassen sich ermüdungsfrei auch längere Autobahntouren meistern., gleichwohl der Mokka eher in Stadt und Land sein eigentliches Betätigunsgfeld findet. Das Fahrwerk ist straff, ohne den Komfort zu vergessen. Und der Verbrauch kann sich sehen lassen. Mehr SUV braucht eigentlich kein Mensch.

DatenblattOpel Mokka X: SUV der Kleinwagenklasse, 5 Türen, 5 Sitze

Antrieb: Vierzylinder, Turbodiesel, 1598 ccm, 136 PS, max. Drehmoment 320 Nm bei 2000 U/min, Euro 6, Sechsgang-Handschaltung, Frontantrieb mit automatisch zuschaltbarem Allrad, Start-Stopp-System

Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 190 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h in 9,9 sec., Testverbrauch 5,7 l,Tankinhalt 52 Liter

CO2-Emission: 119 g/km (bei Normverbrauch von 4,5 l), Effizienzklasse B

Maße und Gewichte: Länge 4275 mm, Breite 1781 mm, Höhe 1658 mm, Leergewicht 1504 kg, Zuladung 434 kg, Kofferraumvolumen 356-1372 Liter, Anhängelast 500 kg (1500 kg gebremst)

Preis: 26 690 Euro (Grundpreis), 33 210 Euro (Testwagen) (bz)
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