Generation "K" mit großer Klappe
Opel stellt dem Astra einen "Sports Tourer" an die Seite

Schmuck ist er geworden, der neue Astra Sports Tourer von Opel. Ab 9. April steht er bei den deutschen Händlern. Der Kombi soll den Erfolg des "Auto des Jahres" fortschreiben. Bilder: bz (2)
 
Wohnlich und aufgeräumt präsentiert sich das Cockpit des neuen Opel Kombi, der eine Vielzahl von Assistenten in die Kompaktklasse holt.

Wann immer es um Kombis geht, klaubt Opel die Historie hervor. Schließlich hat die Marke mit dem Blitz bereits 1953 ein Auto gebaut, das einmal als Caravan automobile Geschichte schreiben sollte. Mit dem Kastenwagen von einst hat die zehnte Generation nun gar nichts mehr gemein. Nicht einmal den Namen.

Von Berthold Zeitler

Sports Tourer nennen die Rüsselsheimer seit ein paar Jahren ihren Lastenträger, der einmal als strammer Kadett geboren zum schnittigen Astra mutiert ist und vor allem Familie, Freizeit und Flotte ansprechen soll. Auch als Generation "K" macht er eine ausgezeichnete Figur. Astra-Chefdesigner Uwe Müller hat ein mehr als ansehnliches Blechkleid geschneidert, das aber die erfolgreiche Formensprache des Vorgängers beibehält. Wer Unterschiede erkennen will, muss auf Kühlergrill und vor allem Seitenlinie achten. Die Optik ist noch einmal deutlich frischer und frecher, aber auch athletischer geworden.

Während der im Herbst vorgestellte Fünftürer um fast fünf Zentimeter geschrumpft ist, darf der Sports Tourer seine bisherigen Abmessungen weitgehend behalten. Raumangebot und Komfort sind spürbar gewachsen. 35 Millimeter mehr Platz für die Beine der Hinterbänkler und 26 Millimeter mehr Kopffreiheit für den Fahrer sind schon eine Ansage.

Gewachsen ist auch der Kofferraum, der nun zwischen 540 und 1630 Liter fast, und sich auch - natürlich gegen Aufpreis - mit einem Fußwischer unter der Heckschürze öffnen und schließen lässt. Trotz der 80 Liter mehr kann der Opel in dieser Disziplin den um 14 Zentimeter kürzeren Kontrahenten aus Wolfsburg allerdings nicht überholen. Intelligent der Wendeboden und das Schienen-Leisten-System zum Sichern loser Gegenstände. Die Rücksitzbank lässt sich per Fernentriegelung im Verhältnis 40:20:40 umlegen. Das Ladeabteil streckt sich auf ein Gardemaß von 1,90 Meter. Wer es brettl-eben haben will, muss aber erst die Kopfstützen entfernen.

Das frische Ambiente des als "Auto des Jahres" ausgezeichneten Astra findet sich auch im wohnlichen Innenraum. Besonders stolz sind die Opel-Leute auf ihre neue Sitz-Architektur samt Ventilation und Massagefunktion, was zwar zusätzlich zu bezahlen, aber dafür mit dem Gütesiegel "Gesunder Rücken" versehen ist. Wie beim Fünftürer gibt es jede Menge Assistenten, die man sonst nur aus höheren Fahrzeugklassen kennt.

Das intelligente Matrix-Licht Intellilux LED zum Beispiel, das den Lichtkegel automatisch jeder Verkehrssituation anpasst. Herzstück dabei ist die integrierte Frontkamera, die auch viele andere Sicherheitssysteme speist, Verkehrszeichen erkennt, die Spur hält und aktiv eingreift, wenn der Fahrer auf Abwege zu kommen scheint. Das System reguliert Abstand und Tempo zum Vordermann reguliert und - wenn es denn sein muss - bremst bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/ auch noch selbstständig. Selbstredend fungiert auch der Sports Tourer als moderner WLAN-Hotspot. Auch der Lade-Astra hat ein ausgeklügeltes Diätprogramm absolviert. Bis zu 190 Kilogramm - je nach Modell und Ausstattung - hat er abgespeckt. Unter der Haube schlägt immer ein Herz aus dem neuen Motoren-Portfolio, dessen Leistungsspanne von 95 bis 200 PS reicht.

Für erste Testfahrten stand nur der neue 1,6-l-Diesel zur Verfügung, der sich aber dank 160 PS und Bi-Turbo-Aufladung als ausgesprochen munterer und arbeitsfreudiger Geselle präsentierte. Knapp über Leerlauf stehen bereits 90 Prozent des maximalen Drehmoments von 350 Newtonmeter an. 8,6 Sekunden für den Standardsprint und eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h weist das Datenblatt aus. Dabei soll sich der geräumige Kombi mit 4,1 Litern, analog 109 g/km CO2, begnügen.

Knapp 1000 Euro mehr als der Fünftürer kostet der Sports Tourer. Die Preisliste beginnt bei 18 260 Euro für die "nackte" Basisversion und endet bei 29 110 Euro für das Top-Modell. Wer sich noch aus der Liste der Annehmlichkeiten bedient, kommt schnell auf 34 000 Euro. Für Gewerbekunden haben die Opelaner eine spezielle und preiswertere Business-Liste aufgelegt.
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