In Europa für Europa entwickelt
Hyundai zündet den Turbo

Downsizing heißt auch bei Hyundai das Zauberwort. Den neuen Dreizylinder gibt es in zwei Leistungsstufen mit 100 und 120 PS vorerst in den i20-Modellen wie hier im Coupé. Bild: bz
 
20 Millimeter höher, Dachreling und ein paar robust wirkende Accessoires sollen den i20 Active etwas SUV-Optik verleihen. Bild: bz

Als die Koreaner vor 25 Jahren in Deutschland den Aufgalopp starteten, da hatten sie gerade einmal den Pony im Stall. Heute decken 18 Modelle ein breites Portfolio ab, drückt die Asia-Marke den Turbo-Knopf.

Von Berthold Zeitler

Mehr den je verstehen sich die Hyundai-Konzernmutter und ihre Kia-Tochter als europäisches Unternehmen. In der Alten Welt werden Autos für Europa entwickelt und gebaut. Nur einen Katzensprung von Opel entfernt steht in Rüsselsheim das Entwicklungszentrum. Hier wird die Technik den europäischen Verhältnissen angepasst, hier arbeitet aber vor allem das Design unter Federführung von Peter Schreyer, der als derzeit erfolgreichster Designer der Welt gilt. Das sieht man auch an den Zulassungszahlen. Mit 3,4 Prozent Marktanteil gilt Hyundai als drittbeste Importmarke in Deutschland. Und das bereits das dritte Mal in Folge.

Jetzt legen die Koreaner noch ein Scheit nach und spendieren dem Stadtflitzer i20 ein neues Herz. Dem Dreizylinder mit gerade einmal ein Liter Hubraum hilft ein Turbo auf die Sprünge. Warum es das Motörchen wahlweise mit 100 und 120 PS gibt, erschließt sich jetzt nicht unbedingt auf Anhieb. Das maximale Drehmoment von 172 Newtonmeter ist identisch, die Drehmomentkurve zwischen 1500 und 4000 Umdrehungen auch, die Unterschiede in Sprint und Höchstgeschwindigkeit marginal. Ja, bei ersten Testfahrten wirkte die "schwächere" Variante sogar einen Hauch spritziger, wenngleich auch vom Geräusch her präsenter.

Der Turbo ersetzt den bisherigen 1,4-l-Sauger. Der hatte zwar ebenfalls 100 PS, aber 28 Prozent weniger Durchzugsvermögen. Dafür spart der Neue 22 Prozent Sprit und ebenso viel Schadstoff-Emissionen. 4,3 Liter, analog 99 Gramm CO2 je Kilometer stehen im Leistungsblatt. Start-Stop-Automatik ist Serie. Knapp über 10 Sekunden für den Sprint und eine Höchstgeschwindigkeit von 190 Stundenkilometern lassen auch in den Standarddisziplinen wenig Wünsche offen. Die Abgasnorm Euro 6 ist selbstverständlich.

Neben dem dreitürigen Coupé mit ausgeprägten sportlichen Eigenschaften und dem praktischen Fünftürer setzt Hyundai große Hoffnungen auf den Active, eine Art Cross-over mit um 20 Millimeter erhöhter Bodenfreiheit, dem Unterfahrschutz, Dachreling, seitliche Beplankung sowie 17-Zöller im Alu-Design und "Kuhfänger" eine robustere SUV-Optik verleihen.

In der Ausstattung lässt sich Hyundai nichts nachsagen. Klima,. Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Radio und sechs Airbags sind bereits in der Basisversion "Classic" an Bord. Nebelscheinwerfer, Abbiegelicht, Spurhalter, Tempomat und beheizbares Lenkrad setzt "Trend" oben drauf. Und wer sich für "Style" entscheidet, bekommt zusätzlich noch abgedunkelte Scheiben, Regen- und Lichtsensor sowie Einparkhilfe. Die Preise beginnen bei 15 650 Euro, beim Active muss man noch 1500 Euro drauflegen.

Neues bietet Hyundai aber nicht nur beim i20. Da gibt es beim i10 noch ein Sondermodell namens Passion zu Fußball-EM, der Grand Santa Fe bekommt ein Facelift, der Genesis zum Jahresende ebenfalls. Außerdem gibt es einen neuen Diesel für den Tucson. Und das Hybrid-Auto Ionic wird dann im Herbst seinen Einstand in Deutschland feiern.
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