Keanu Reeves rächt sich als Actionheld "John Wick" mit Fäusten und Waffengewalt
Gut gekleideter Ganovenschreck

Der ehemalige Profikiller John Wick (Keanu Reeves) fackelt nicht lange und lässt seine Gegner schon mal in einem Flammenmeer zurück. Bild: Studiocanal
Die Anzüge von Profikillern müssen wahre Wunderwaffen der Textil- industrie sein. Bei Kämpfen wälzen sich ihre Träger über den Boden, umklammern Feinde mit den Beinen. Sie treten, springen und rennen durch den Kugelhagel. Doch Dutzende Leichen später klafft bloß ein kleiner Riss am Ärmel. So wirken auch das maßgeschneiderte Sakko samt Hemd und Krawatte sowie die edle Stoffhose von "John Wick" alias Keanu Reeves im gleichnamigen Film wie eine Art Uniform.

Versteckt hatte er sie über Jahre im Keller seines Hauses - mit dem Rest seiner Vergangenheit: diverse Schusswaffen, Messer und Brandsätze. Der Liebe wegen hatte Wick sein kriminelles Leben hinter sich gelassen. Doch dann stirbt erst seine Frau, anschließend stehlen Einbrecher sein Lieblingsauto und töten seinen Hund, den ihm die Geliebte noch kurz vor ihrem Tod hat zukommen lassen.

Kopf der Einbrecherbande ist der Sohn von Johns Erzfeind, Viggo Tarasov (Michael Nyqvist). Um seinen Sprössling zu schützen, setzt dieser ein Kopfgeld aus - und so entspinnt sich eine Gemengelage nach dem Motto "Alle gegen John Wick und John Wick gegen alle". Ob in einer Disco oder im Industriegebiet, die Hauptfigur ballert sich ihren Weg frei - oder rammt den Kontrahenten wahlweise auch mal ein Messer in Kopf, Hals oder Oberkörper. Reeves spricht im Presseheft von einer "Rache-Geschichte wie aus dem Alten Testament".

In den nächtlichen Hochhausschluchten New Yorks inszeniert, soll die Darstellung an Bilder aus comicähnlichen Graphic Novels erinnern. Für die Stunts trainierte Reeves einen Kampfstil-Mix aus Martial Arts und Waffen. Und natürlich braucht der vermeintliche Held nach Verfolgungsjagden und Faustkämpfen gegen den Schmerz auch nur ein Glas Alkohol.

Sein einziger Verbündeter - irgendwo zwischen Freund und Vaterfigur - ist Marcus (Willem Dafoe), der immer mal wieder auftaucht. Mit seinem selbstgepressten ACE-Saft zum Anstoßen beim Gauner-Gespräch sorgt er ebenso für absurd-skurrile Szenen wie die Gangster-Kombo, die nach einem Massenmord zum Putzen vorbeikommt. Die Leichen werden dabei fein säuberlich in Klarsichtfolie gewickelt und abtransportiert. (dpa)

___

Regie: Chad Stahelski - Mit Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Alfie Allen, Willem Dafoe, John Leguizamo, Ian McShane - Musik: Tyler Bates, Joel J. Richard - 101 Minuten - frei ab 16 Jahren - www.johnwick.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Filmkritiken / netzhaut (1432)Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.