Mazda erneuert die Mittelklasse
6 wird im Alter immer besser

Die klassische Limousine tritt in der Mittelklasse immer mehr in den Hintergrund. Mazda hält mit 6er an ihr fest und bietet dazu auch den Kombi an, zu dem in Deutschland vier von fünf Käufern greifen. Der Mazda 6 wurde für das Modelljahr 2017 nachgeschärft. Äußerlich zu erkennen an veränderten Rückspiegeln. Bilder: Ascherl (2)

Mazda verfeinert sein Mittelklassemodell nach dem Debüt 2013 und dem Update 2015 noch einmal. Zu sehen ist davon auf den ersten Blick so gut wie nichts.

Die äußeren Merkmale des 2017er Modells von Mazda 6 (Händlerdebüt 16. September 2016) beschränken sich auf neue Spiegel mit besser sichtbaren Blinkern an der Gehäusefront. Das allein wäre uns freilich keine Meldung wert, hätten die Japaner nicht ein paar zusätzliche Features eingebaut, die das Auto noch näher an "Jinba-Ittai" bringen, jene von Mazda zur Markenphilosophie heraufbeschworenen Einheit von Reiter und Pferd - oder eben halt von Fahrer und Auto.

Um den Fahrer gebaut


Zu diesem Zweck hat Mazda den Arbeitsplatz des 6ers noch einmal unter die Lupe genommen und alle wichtigen Bedienelemente so angeordnet, dass sie noch einfacher zu erkennen oder leichter zu erreichen sind. Die Grafiken wirken schärfer, und ein Head-up-Display (wenn auch als kostengünstiges Plastikscheibchen) blendet beispielsweise Routeninformationen oder Tempolimits ein. Das Lenkrad sitzt fein ausjustiert mittig zum Fahrer, Mazda sagt, man habe das Auto um den Menschen herumgebaut.

Sanft schwingen


Und noch etwas haben sie gemacht: Die Dieselmotoren bekommen den aus dem 3er bekannten Natural Sound Smoother, der dem Verbrennungsgeräusch bei höheren Drehzahlen die Härte nimmt. Einfach ausgedrückt: Im Kolben pendelt quer eingelassen ein kleines Stäbchen mit, das Gegenschwingungen erzeugt und so dem Diesel das Grollen aberzieht.

Weitere Neuheit: Eine Technik, die Mazda G-Vectoring-Control getauft hat, also Fliehkraftkontrolle. Was steckt dahinter? Eine Software analysiert quasi in Echtzeit, welche Kräfte auf das Vorderrad wirken und sorgt durch minimale Drehmomentreduzierung im Motor für simuliertes Anbremsen. Folge: mehr Grip auf der Vorderachse und ein insgesamt ruhigeres Fahrverhalten. GVC lässt sich nicht deaktivieren und wird in den meisten künftigen Modellen kommen.

Seit wir von der Zaubertechnik wussten, fuhren wir mit dem Mazda 6 Kombi und der Limousine feinnerviger durchs kurvige Hinterland von Barcelona, und das Popometer meldete: "Stimmt, was die Ingenieure behaupten". Bei den Antrieben raten wir zum Diesel, denn der 165-PS-Benziner beispielsweise wirkt etwas schlapp und scheint sich auch beim Verbrauch rund zwei Liter mehr zu genehmigen als es der Hersteller gerne hätte (Werksangabe: 6,0 Liter kombiniert).

Zwei Sondermodelle


Schön ist, dass der Kombi nicht mehr kostet als die Limousine und dass die Basis schon ganz ordentlich ausgestattet ist, nämlich mit G-Vectoring Control, Leichtmetallfelgen und Klimaanlage. Der 145-PS-Benziner in dieser Prime-Line kostet dann 25.690 Euro. Neu sind neben einer zusätzlichen Lackierung "Matrixgrau-Metallic" zwei Sondermodelle für den Kombi: Nakama (ab 31.890 Euro) und Nakama Intense (ab 38.990 Euro), die auf die ohnehin reichhaltige Exclusive-Line noch ein paar weitere Goodies draufpacken. Auch Allradantrieb ist für Diesel-Kombis mit 150 und 175 PS bestellbar.
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