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Vom "Tatort" in den Drogensumpf

Die Schauspieler Aylin Tezel, Ken Duken und Suzanne von Borsody (von links) posieren anlässlich der Dreharbeiten zu dem TV-Film "Die Informantin". Der ARD-Thriller spielt im Stuttgarter Drogenmilieu. Bild: dpa

Berlin. Aylin (Aylin Tezel) steckt in Schwierigkeiten. Sie verdient als Escort-Dame ihr Geld mit einer besonderen Masche. Sie lockt Männer aufs Hotelzimmer und beklaut sie. Einmal geht ihr Plan schief. Ein Mann versucht, sie zu vergewaltigen, sie verprügelt ihn. Für sie Notwehr, für den Richter Raub und Körperverletzung. Aylin droht eine jahrelange Haftstrafe. Da kommt der Stuttgarter Drogenfahnder Jan (Ken Duken) gerade recht mit seinem Angebot: Sie soll in der Südwestmetropole als Lockvogel bei Ermittlungen gegen einen Stuttgarter Drogenschmugglerring helfen. Dafür muss sie nicht ins Gefängnis. Aylin schlägt ein. Das Erste zeigt "Die Informantin" an diesem Samstag um 20.15 Uhr.

Seitenwechsel


In dem ARD-Drama wechselt die Dortmunder "Tatort"-Kommissarin Aylin Tezel nicht nur die Stadt, sondern auch die Seite des Gesetzes - beziehungsweise sie bewegt sich als Spitzel in der Stuttgarter Drogenmafia im Graubereich zwischen Gut und Böse. Ihre Aufgabe: Den jungen Clanchef Musab (Timur Isik) verführen, denn der ist eine große Nummer im Drogengeschäft. "Er versorgt halb Deutschland mit seinem Dreck", sagt Ermittler Jan.

Der hängt verbissen - und erfolglos - an Musabs Fersen. Sein letzter Informant, Musabs Cousin Erol (Blerim Destani), fliegt auf. Er bezahlt seinen Verrat mit dem Leben, findet sein Ende durch eine Kugel in der Wüste. Nun setzt der Ermittler Aylin auf ihn an. Ein lebensgefährliches Spiel.

Die eigenwillige und forsche Aylin hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn - studiert Jura, träumt davon, Anwältin zu sein. "Mit Paragrafen kann man die größten Schlachten gewinnen", sagt sie. In der dunklen Drogenwelt kommt sie mit Jura aber nicht viel weiter. Da ist Überlebensinstinkt gefragt.

Aylin steigt mit dem Ermittler ins Bett und wickelt Musab um den Finger. Schnell gewinnt sie sein Vertrauen. Der Drogenboss verliebt sich. Er kauft ihr ein Kleid, sie versteckt einen Peilsender in seinem Handy. Und dann wird es unvorhersehbar. Doch wenn der Bösewicht sich um seine Familie sorgt und der Polizist lügt, dann verschwimmen irgendwann die Grenzen. Der letzte große Deal mit dem skrupellosen Drogenboss Hofmann (Godehard Giese) steht an. Den will Musab noch hinter sich bringen. Als Liebesbeweis verrät er Aylin den Ort der Übergabe. Was wird sie damit machen, kurz vor dem großen Showdown? Wechselt die Informantin am Ende die Seiten?

Fesselnder Krimi


Philipp Leinemann schrieb das Drehbuch, gedreht wurde im Mai und Juni 2015 in Berlin, Stuttgart und Almeria/Spanien. "Die Informantin" ist ein fesselnder Krimi. Nicht jede Handlung wirkt logisch, nicht jeder Charakter überzeugend, nicht jede Wendung wirklichkeitsnah. Wieso wird eine beliebige Escortdame auf einen Drogenboss angesetzt? Welcher Drogenboss erzählt einer Escortdame nach ein paar Tagen seine Drogengeschäft-Geheimnisse? Und welcher Ermittler steigt mit seiner Informantin ins Bett?

Wer über manche Unglaubwürdigkeit hinwegsehen kann, genießt einen rasanten Thriller mit unerwarteten Wendungen. Und Aylin Tezel spielt nicht nur mit ihrem eigenen Namen, sie überzeugt auch als Femme fatale mit eigenem Kopf, ganz gleich auf welcher Seite sie steht.

Das Erste zeigt "Die Informantin" am Samstag, 19. März, um 20.15 Uhr.
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