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Es gibt viele Kartenspiele

Gut mischen, und schon kann es losgehen! Viele Leute lieben Kartenspiele. Bild: dpa

Kühe vor einem Stromschlag retten oder gegen Werwölfe kämpfen: Solche Aufgaben kannst du am Küchentisch meistern - und zwar beim Kartenspielen! Erfinder denken sich dauernd neue Spiele aus.

Spielkarten brauchen nicht viel Platz. Auf langen Zugfahrten helfen sie gegen die Langeweile. Es gibt verschiedenste Varianten, vom normalen Kartenspiel bis zu Karten mit Werwölfen, Hornochsen oder Kühen.

Reinhard Staupe weiß, worauf es bei alldem ankommt. Sein Beruf: Spiele erfinden, vor allem Kartenspiele. "Ich versuche, großen Spaß in eine kleine Schachtel zu packen", sagt der Fachmann. "Zuerst suche ich nach einer Idee für ein Spiel, das es noch nicht gibt", sagt er. "Es soll total viel Spaß machen und ganz einfache Regeln haben."

Neue Spiel-Ideen kommen Reinhard Staupe zum Beispiel beim Autofahren oder beim Duschen. Manchmal passiert es auch, wenn er in seinem Wohnort in der Nähe von Bremen spazieren geht.

Idee beim Spaziergang


"Muuuuuh", schallte es einmal bei einem Spaziergang über den Weg. Reinhard Staupe fand die Kuh auf der Wiese witzig. Plötzlich fielen ihm Wortspiele wie "Kuhmando" ein. Daraus entstanden später Ideen für Kartenspiele rund um Kühe.

Ist die Idee einmal da, tüftelt der Erfinder weiter an den Regeln. Aus weißer Pappe oder alten Spielkarten bastelt Reinhard Staupe ein Test-Modell. "Das Besondere an Kartenspielen ist, dass man nur wenig und einfaches Material nutzt."

Nun kommt für Spiele-Erfinder der wichtigste Teil: Das Spiel wird getestet. Wolfgang Kramer macht das besonders gründlich. Er ist einer der berühmtesten deutschen Spiele-Erfinder. Er testet jedes Spiel zuerst mit seiner Frau, dann mit Freunden und Kindern.

"Kinder sind wichtige Test-Spieler. Ich merke schnell, ob die sich langweilen oder begeistert mitspielen", sagt Wolfgang Kramer. "Ich beobachte, ob sie beim Spielen zu lange warten müssen, bis sie dran sind, und vieles mehr."

Immer wieder verbessert der Erfinder danach sein Spiel - bis alles stimmt. "Ein Spiel muss Gefühle erzeugen. Man muss sich freuen, gespannt sein, ob man gewinnt oder auch ärgern, wenn etwas nicht klappt", findet Wolfgang Kramer. "Dann ist es ein gutes Spiel."

Das Besondere an Kartenspielen ist seiner Meinung nach: "Es geht dabei fast nie nur um Taktik und Nachdenken. Man braucht auch etwas Glück, um die richtigen Karten zu erwischen."

Die Oma half mit


Wolfgang Kramer und Reinhard Staupe verdienen Geld mit Kartenspielen. Sie finden, dass sie einen tollen Beruf haben. "Ich habe ihn meiner Oma zu verdanken", erzählt Wolfgang Kramer und lacht. "Sie hat oft mit mir gespielt, als ich etwa vier Jahre alt war, und mich immer gewinnen lassen. Dadurch dachte ich wohl, ich sei ein Spiele-Profi."
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