Nachrichten für Kinder
Es menschelt bei den Robotern

Diese beiden Roboter können tanzen. Bild: dpa

Diese Forscher tüfteln an besonderen Robotern: Es sind humanoide Roboter. Sie sollen sich also möglichst menschenähnlich bewegen. Tanzen können die Roboter schon.

Peter Regier hat die beiden kleinen Roboter auf eine Tischplatte gestellt. Vor ihnen, etwa einen Meter entfernt, steht ein großer Computer-Bildschirm. "Can we start a new dance game?", fragen die Roboter. Können wir ein neues Tanz-Spiel starten? "Yes", sagt Peter Regier. Ja!

Tanz nach Pfeilen


Die Musik beginnt zu dudeln und auf dem Bildschirm tauchen Zeichen auf: Pfeile, die nach rechts und links zeigen, nach oben, nach unten oder schräg zur Seite. Sie zeigen den Robotern an, welche Bewegungen diese machen sollen: Die Roboter gehen in die Hocke, heben den Arm oder schwingen die Hüfte hin und her.

"Unsere Roboter können aber noch mehr", verrät Peter Regier. Er ist Forscher in der Stadt Bonn im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Peter Regier tüftelt dort an humanoiden Robotern. "Das sind Roboter, die sich möglichst menschenähnlich bewegen sollen", sagt der Experte. Deshalb haben sie meist zwei Arme, zwei Beine und eine Art Hand zum Greifen. Die Roboter könnten uns eines Tages zum Beispiel im Haushalt helfen.

Peter Regier stellt einen der Roboter vor eine kleine Treppe mit drei Stufen. Der Roboter mit dem roten Kopfteil hat einen Spitznamen. Die Forscher nennen ihn Glados. So heißt ein Roboter in einem bekannten Computerspiel. Der Fachmann startet das nächste Programm und schon legt Glados los: Er steigt die Treppen hoch. Vorne an seinen Füßen hat der Roboter Sensoren. Sie heißen Bumper (gesprochen: Bamper). Mit ihrer Hilfe kann er seine Umgebung und Hindernisse wahrnehmen. Außerdem hat der Roboter besondere Kameras. Sie sitzen dort, wo wir Menschen unsere Augen haben.

Kamera-Augen


Mit den Sensoren und den Kameras erkennt Glados, wann die nächste Treppenstufe ansteht. Allerdings sieht der Roboter nicht wirklich die Stufe. Das, was er mit der Kamera aufnimmt, wird in Daten und Zahlen umgerechnet und von einem Computer-Programm verarbeitet. Oben angekommen reckt Glados die Arme in die Höhe und sagt: "I made it." Das bedeutet: Ich habe es geschafft! Damit die Roboter die Treppen hochsteigen können, brauchen sie ein spezielles Computer-Programm. Das wird von Forschern wie Peter Regier entwickelt.

Zuerst überlegt sich der Fachmann, welche Aufgabe der Roboter erledigen soll. Zum Beispiel: Treppen hochlaufen. Dann fängt er an, ein Computer-Programm zu schreiben. Das kann manchmal mehrere Monate dauern.

Anschließend wird das Programm getestet. Aber nicht sofort mit dem Roboter, sondern erst am Computer. Wenn dieser Test funktioniert, probiert der Forscher das Programm am Roboter aus. Dann kommt der große Moment: Macht die Maschine tatsächlich, was der Forscher wollte? "Meistens klappt es nicht sofort", verrät Peter Regier. Aber irgendwann läuft der Roboter die Treppe hoch.

Belohnen mit Zahlen


Die Roboter der Forscher in der Stadt Bonn sollen nicht nur einfach Dinge erledigen. Sie sollen dabei auch lernen und sich Sachen selbst beibringen. Zum Beispiel: ein Glas anfassen. Manchmal braucht der Roboter dafür mehrere Wochen oder sogar Monate. Doch irgendwann hat er die Lösung.

Damit die Maschinen lernen können, brauchen sie ein spezielles Computer-Programm. Wenn der Roboter etwas richtig macht, bekommt er von diesem Programm eine Art Belohnung, in Form von Zahlen. So weiß der Roboter: Er hat es richtig gemacht.

Kinder und Maschinen


Forscher in Bonn arbeiten gerade an einem besonderen Projekt. Zusammen mit anderen Forschern aus Europa entwickeln sie einen Aufräum-Roboter. Getestet wird dieser in einem Kindergarten in Wien. Das ist die Hauptstadt unseres Nachbarlandes Österreich.

Das Besondere: Die Kinder sollen dem Roboter das Aufräumen beibringen. Zum Beispiel, indem sie auf das Spielzeug zeigen. Der Roboter muss die Objekte erkennen, mit seinem Greifarm fassen und an die richtige Stelle schieben. So soll der Roboter von den Kindern lernen. Und die Kinder den Umgang mit einem Roboter.
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