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Faultiere sind richtige Faulpelze

Ein Zweifinger-Faultier hängt entspannt an einem Ast in der Sonne. Faultiere schlafen im Zoo etwa 15 Stunden am Tag. Bild: dpa

Rumhängen und sich nur bewegen, wenn es unbedingt sein muss: So könnte man das Leben eines Faultiers beschreiben. Wie fühlt es sich an, den ganzen Tag nichts zu tun? Wir haben ein Faultier gefragt.

Wenn ich wirklich wollen würde. Dann könnte ich jetzt meine laaangen Arme ausstrecken und nach einem Ast greifen. Und den mit meinen scharfen Krallen packen. Dann könnte ich mich von Ast zu Ast hangeln. Mache ich aber nicht. Ich bin ein Faultier. Ständig hangeln und klettern ist mir viiieeel zu anstrengend.

"Faultiere setzen sich nur in Bewegung, wenn sie meinen, sie müssen unbedingt", sagt Heiner Klös vom Zoo in Berlin. Er hat sich einen Besen geschnappt und klopft mit dem Stiel vorsichtig an meine Holzhütte. Die hängt ein paar Meter über dem Boden in meinem Baum. Da kann ich mich vooooll gut verstecken.

Duschen macht Spaß


Ich komme nur raus, wenn es wirklich sein muss. Zum Beispiel, wenn ich Hunger habe. Oder wenn ich dringend aufs Klo muss. Oder wenn ein Pfleger vom Zoo mit dem Gartenschlauch kommt. Ab und an dusche ich nämlich ganz gern. Aber nicht heute. Versuche es doch einfach morgen noch einmal, Herr Klös. Heute bin ich lieber müüüde. Wir Faultiere genießen das Leben. Gemütlich in einem Baum abhängen und ab und zu ein paar leckere Blätter kauen. Was will man mehr? Etwa hektisch durch die Gegend rennen? Oooch nööö.

Da bleibe ich lieber in meinem Baum. Ihr Menschen könnt prima hektisch sein. Ich kann prima schlafen. Etwa 15 Stunden am Tag penne ich hier im Zoo. Für mich gaaar kein Problem. Die wuseligen Zoo-Besucher sind totaaal begeistert von mir, wenn sich mich sehen. Kaum gucke ich mal kurz aus meiner Hütte, schon drücken sie sich die Nasen an der Scheibe meines Geheges platt.

Grüne Algen zum Tarnen


Zugegeben: Ich sehe ja auch unheimlich putzig aus. Und ungewöhnlich noch dazu. Mit meinen langen Armen und meinem schönen Fell.

Mein Fell ist oft grau oder braun. Manchmal sogar ganz grün. Nämlich dann, wenn Algen auf meinem Fell wachsen. Forscher vermuten: Die Algen dienen unter anderem zur Tarnung vor Feinden. Im grünen Baum würden sie grüne Faultiere nämlich viel schlechter sehen. Kann schon sein.

So ein Faultier-Leben ist suuuper. Viel Schlaf, kein Stress. Vielleicht haben uns die Menschen ja deshalb ins Herz geschlossen. Weil wir so anders sind. Weil wir so lustig aussehen. Und weil wir euch zeigen, dass man das Leben auch ein bisschen gemütlicher angehen kann. Gääähn.

Wie faul sind Faultiere eigentlich wirklich? Sie schlafen sehr viel. Und sie bewegen sich sehr langsam. Man nennt diese Lebewesen nicht umsonst Faultiere. Dabei wäre das Wort "Spartiere" viel besser. Denn die Tiere gehen sehr sparsam mit ihrer Lebens-Energie um.

Der Grund dafür: In den Blättern, die sie von den Bäumen fressen, stecken nicht viele Nährstoffe. Deshalb müssen sich die Tiere ihre Kraft gut einteilen.

Das Verdauen geht bei den Faultieren auch seeeehr langsam. Wissenschaftler haben beobachtet: Viele Faultier-Arten gehen nur etwa einmal pro Woche aufs Klo.

Für manche ist das der einzige Moment, an dem sie ihren Baum verlassen.
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