Nachrichten für Kinder
So arbeitet eine Lektorin

Die Lektorin Wiebke Andersen schaut sich viele Bücher an. Bild: dpa

Hier dürfen sie das erste Mal ins Regal: Bei der Buchmesse in Leipzig werden bald wieder Tausende neue Bücher vorgestellt - wie jedes Jahr. Das wäre ohne Menschen wie Wiebke Andersen nicht möglich.

Wiebke Andersen ist in ihrem Beruf dauernd auf der Suche: Sie möchte eine gute, neue, spannende Geschichte finden. Denn sie arbeitet als Lektorin bei Carlsen. Das ist ein Verlag für Kinderbücher und Jugendbücher.

Damit entscheidet sie, zusammen mit ihren Kollegen, aus welchen Ideen und Geschichten der Verlag ein gedrucktes, fertiges Buch machen soll.

Auch im Ausland schauen


Bei ihrer Suche stöbert die 39 Jahre alte Frau oft in Kinderbüchern aus anderen Ländern. Sie sucht eine gute Geschichte etwa aus Amerika, England, Norwegen, Schweden oder den Niederlanden. "Ich freue mich immer, wenn ich etwas Besonderes finde", sagt sie. Dann möchte sie den Text aus der Fremdsprache übersetzen lassen, so dass ein deutsches Kinderbuch daraus wird.

Außerdem landen auf Wiebke Andersens Schreibtisch Woche für Woche zahlreiche Texte. "Viele Menschen schreiben Geschichten und schicken sie mir", erzählt sie. Zudem gebe es Literatur-Agenten. Sie sammeln neue Texte von Autoren und prüfen sie. Die besten Texte schicken sie an Verlage. So bekommt Wiebke Andersen ständig neue Geschichten, die sie prüft. In der Fachsprache heißen sie Manuskripte.

"Ich lese die Texte und überlege mir, ob sie gut geschrieben sind und Kinder Spaß daran hätten. Mein Bauchgefühl spielt dabei eine große Rolle", sagt Wiebke Andersen. Leider seien nicht alle Geschichten gut. Oder es gebe bereits sehr ähnliche Texte. "Wir bekommen zum Beispiel jede Menge Mäuse-Geschichten geschickt", erzählt sie. Vielen Autoren müsse sie deshalb leider absagen.

Manchmal müsse sie aber auch um eine gute Geschichte kämpfen. "Es kann sein, dass ich ein Manuskript haben will, aber die Lektoren von anderen Verlagen wollen es auch", erzählt Wiebke Andersen. Dann kommt es zum Wettstreit! Die Verlage geben jeweils Angebote für das Recht ab, aus der Geschichte ein Buch machen zu dürfen. Wer das beste Angebot abgibt, darf den Text in der Regel veröffentlichen. "Das ist immer sehr aufregend, wenn man noch nicht weiß, ob man die Geschichte am Ende bekommt oder nicht", sagt Andersen. "Wenn es dann klappt, ist das ein tolles Gefühl."
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