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Zu Besuch im Sternepark in Brandenburg

Forscher einer Organisation setzen sich dafür ein, dass die Nächte wieder dunkler werden. Dann sind auch die Sterne besser zu sehen. Bild: dpa
 

Die Sterne glitzern am Himmel. Ein Teil der Milchstraße ist an klaren Nächten besonders gut in einem Sternenpark zu sehen. Von dort aus lassen sich die Sterne schön beobachten. Unsere Reporterin war nachts in so einem Sternenpark unterwegs.

Im Bundesland Brandenburg gibt es einen Ort, der so dunkel ist wie kaum ein anderer Ort in Deutschland. Er heißt Gülpe. Nur 160 Menschen leben dort.

Die Gegend um Gülpe ist ein Naturpark und seit zwei Jahren sogar ein Sternenpark. Das bedeutet: Der Himmel ist dort so dunkel, dass man die Sterne besonders gut sehen kann.

40 Quadratkilometer


Der Sternenpark, das ist eigentlich nur ein großes Gebiet aus Feldern, Wald und Flussauen. Der Bereich um Gülpe, in dem es besonders dunkel ist, umfasst 40 Quadratkilometer. Das ist etwa die Fläche einer kleinen Stadt.

"Im Naturpark Westhavelland ist es so dunkel, weil in dieser Gegend nur wenige Menschen wohnen", sagt Martin Miethke. Er führt Besucher durch den Sternenpark. Er erklärt: Wenige Menschen brauchen nur wenig Licht. Wenn der Himmel dunkel ist, sieht man das Licht der Sterne besonders gut - der Unterschied zwischen hell und dunkel ist stärker.

Um 17 Uhr ist es an diesem Wintertag in Gülpe schon richtig dunkel. Die Straßen werden von wenigen Lampen und dem Licht aus den Fenstern erleuchtet. Hinter dem Ortsschild wird die Nacht sofort schwarz.

Ein Rascheln im Gebüsch. In der Ferne schnattern Gänse, die Kirchturmuhr aus dem Dorf schlägt. Die Dunkelheit scheint Geräusche lauter zu machen. Oder nimmt man sie sonst nur nicht so wahr? Man sieht noch die letzte Straßenlaterne des Dorfes. Wie beruhigend!

Wer mag, kann allein über die Feldwege laufen und sich die Sterne ansehen. Dazu braucht man nicht mal ein Teleskop. Es reichen die Augen: Am Himmel glitzert es. Manche Sterne sind größer, manche kleiner. Sie wirken unscharf, leicht verschwommen, wie unter Wasser. Je länger man nach oben schaut, desto mehr sind zu erkennen.

Die Milchstraße zieht sich als breites Band aus lauter kleinen Sternen quer über den Himmel. Die Milchstraße, das ist unsere Galaxie. Also die Sternen-Gruppe, zu der auch unser Sonnensystem gehört. Sie hat die Form einer Spirale. Das, was wir am Himmel sehen können, ist nur ein kleiner Teil von ihr.

Karten aus dem Netz


Markierte Wege gibt es nicht. Im Internet kann man jedoch kostenlos Karten herunterladen. Auf diesen sind etwa gute Stellen zum Sterneschauen eingezeichnet. In Geschäften oder im Internet gibt es auch Karten zu kaufen, die im Dunkeln leuchten. Die kann man prima auf die Sternenwanderung mitnehmen. Auf der Karte stellt man über eine Art Drehrad Datum und Uhrzeit ein - denn im Winter sieht man andere Sterne als im Sommer.

Die Stunden vergehen. Der Himmel wird immer dunkler und die Sterne funkeln strahlender, je später es wird.

Sterneparks in DeutschlandNicht nur in der Gegend um Gülpe im Bundesland Brandenburg lassen sich die Sterne prima beobachten. Gülpe gehört zum Sternenpark Westhavelland. Dort gibt es zum Beispiel Ferienhäuser, die extra zum Sternegucken eingerichtet wurden. Die Betreiber achten etwa darauf, dass es nachts um die Unterkunft herum dunkel ist.

Aber auch an anderen Orten in Deutschland kann man die Sterne nachts gut sehen. Zum Beispiel im Nationalpark Eifel. Der erhielt von Forschern genau wie der in Gülpe eine Auszeichnung für seinen dunklen Himmel.

Auch das Biosphären-Reservat Rhön in der Nähe der Stadt Fulda hat einen Antrag gestellt, als Sternenpark anerkannt zu werden. Auf der Schwäbischen Alb versucht man ebenfalls, einen Sternenpark einzurichten.
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