Neuer Film mit Jan Josef Liefers spricht vor allem jüngeres männliches Publikum an
"Desaster" mit wirrer Geschichte

Justus von Dohnányi ist ein Mann von Adel und ein renommierter Schauspieler. Geboren 1960, wuchs er als Sohn eines internationalen Star-Dirigenten und als Großneffe des Nazi-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer in kulturell anspruchsvollstem Umfeld auf. Mit Theater-, Fernseh- und Filmrollen - etwa im aktuellen Kinoerfolg "Woman in Gold" mit Helen Mirren sowie George Clooneys "Monuments Men" - hat sich Dohnányi einen Namen gemacht.

Bei so viel Exklusivität mag es psychologisch nachvollziehbar sein, wenn jemanden auch mit über 50 Jahren noch einmal heftig der Hafer sticht - mit dem Ergebnis, in einem selbst geschriebenen und inszenierten Film ohne viel Sinn und Verstand einen feisten, minderbemittelten Auftragskiller darzustellen.

"Desaster" lautet der Titel dieser Low-Budget-Krimiklamotte, die wohl am ehesten ein jüngeres männliches Publikum ansprechen dürfte. Für die an der Côte d'Azur spielende, betont wirr und schräg angelegte Story hat Dohnányi alte Kumpel und Kollegen gewonnen: Jan Josef Liefers ("Tatort", "Der Baader Meinhof Komplex"), Stefan Kurt ("Ruhm") und Liefers Gattin Anna Loos (ZDF-"Helen Dorn"). Die Handlung des Werks, bei dem alle Akteure mit spürbarem Gusto dem Affen Zucker geben, geht in etwa so: Der skrupellose Gangsterboss Mischa (Milan Peschel, "Der Nanny") lädt den Schweizer Juristen Dr. Würsch (Kurt) auf sein südfranzösisches Anwesen ein, damit dieser ihm den Aufenthaltsort wichtiger Kronzeugen verrät. Der elegante und gebildete, aber unbeholfene Würsch ist auf Geld genauso scharf wie auf Mischas attraktive blonde Gattin (Loos) - ein Luder, das wiederum ganz eigene Ziele verfolgt. Es gibt jede Menge Slapstickhumor und ungeschliffene Dialoge voller Kraftausdrücke. Einige Zuschauer werden den Film daher sicher als "oberaffengeile schwarze Komödie" goutieren, andere finden ihn wohl eher reichlich primitiv.

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Regie: Justus von Dohnányi - Mit Jan Josef Liefers, Stefan Kurt, Anna Loos, Milan Peschel - Musik: Marco Dreckkötter, Stefan Will - 90 Minuten - Frei ab 12 Jahren - Im Internet: www.desaster-film.de
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