One-Pot-Pasta
Ein Topf, tausend Möglichkeiten

Alles aus einem Topf kann richtig lecker sein, wie diese Pasta mit Garnelen und grünem Spargel. Bilder: Gräfe und Unzer/Wolfgang Schardt/dpa
 
Ein Pastagericht mit Mohn und Pflaumen.

Spaghetti samt Soße in einem Topf zubereiten - kann das funktionieren? Ja, sagen Fans der sogenannten One-Pot-Pasta. Dass man weniger Geschirr zum Spülen hat, ist längst nicht der einzige Vorteil.

Berlin. Nudeln in Salzwasser kochen war gestern, der neue Trend heißt One Pot Pasta. Bei der Ein-Topf-Pasta köcheln die Nudeln gleich in ihrer eigenen Soße mit allen anderen Zutaten - und werden so besonders aromatisch. "Gerade, wenn es mal schnell gehen soll, man aber trotzdem selber noch kochen möchte, bieten sich One-Pot-Gerichte besonders gut an", sagt der Hamburger Essensblogger Arne Ewerbeck. Der Aufwand in Vor-, Zu- und Nachbereitung halte sich in Grenzen. So kann ein Pasta-Gericht "ratzfatz" gezaubert werden, meint der 29-Jährige.

Aroma-Explosion


"Der vergleichsweise geringe Aufwand ist natürlich ein gutes Argument", sagt er. Darüber hinaus überzeugen die One-Pot-Gerichte aber auch kulinarisch: Da die Nudeln direkt in der Soße gar kochen, schmeckten sie hinterher besonders würzig. Alle Aromen können sich direkt optimal verbinden. Ein weiterer Vorteil ist laut Ewerbeck, dass die Soße sehr sämig wird. Und das in der Garzeit der Nudeln.

Die erste Vorlage zur One-Pot-Pasta gab nach Meinung mehrerer deutscher Food-Blogger die US-Haushalts-Stil-Ikone Martha Stewart. Auf ihrer Homepage zeigte die Lifestyle-Unternehmerin schon im Jahr 2013 in Videos, wie die simplen Gerichte zu kochen sind - und löste damit einen regelrechten Internet-Hype unter den Bloggern aus.

Richtig schwer ist die Zubereitung nicht. Alle Zutaten wie Basilikum, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze werden klein geschnitten und in einen Topf geworfen, dazu kommt die Pasta. Dann erst braucht es Präzision. "Es kommt sehr darauf an, dass man die passende Menge Flüssigkeit zum Abkochen der Nudeln wählt, so dass diese zum einen gar sind, zum anderen aber nicht zu matschig werden", erklärt Ewerbeck. Mit "grob über den Daumen gepeilt" ist es da nicht getan. Wenn zum Beispiel viele wasserreiche Zutaten in dem Rezept enthalten sind, braucht es weniger zugegebene Flüssigkeit. Am besten funktionieren die One-Pot-Rezepte mit schmalen langen Nudeln wie Spaghetti oder Linguine. Sie tauchen während des Garens gut in die Flüssigkeit ein. "Bei dickeren Nudelsorten muss man etwas öfter rühren, damit sie auch gleichmäßig garen", empfiehlt Kochbuch-Autorin Marianne Zunner.

Kräuter, Salsa, Nüsse


Doch mit der Zubereitung in einem Topf gelingen nicht nur simple Gerichte aus der Studentenküche. Die Basic-Flüssigkeiten sind zwar Wasser, Brühe, Tomatensaft oder passierte Tomaten. Bei cremigen Soßen wird Sahne zugegeben. Durch Kokosmilch, Wein oder einen Schuss Sherry oder Reiswein wird das Gericht raffinierter. "Schön ist ein frisches Extra zum Schluss, also frische Kräuter, eine Salsa, ein paar Nüsse", sagt Zunner. In ihrem Kochbuch sind auch One-Pot-Rezepte für Asia-Pasta und süße Varianten zu finden.

Dabei war auch Zunner anfangs kritisch, als sie die ersten Rezepte von Martha Stewart sah. "Aber auch die Klassiker haben mich überrascht." "Wenn es ein Pasta-Gericht gäbe, das man für den Rest seines Lebens im Repertoire haben sollte, dann diese Tomaten-One-Pot-Pasta", sagt Martha Stewart in einem Video auf ihrer Website.

Die Nudeln müssen aber gleich nach dem Garen serviert werden. "Aufwärmen oder langes Stehenlassen tut dem Ganzen nicht gut. Die Nudeln werden dann zu weich, die Soße zu sämig", sagt Zunner. One-Pot-Pasta eignet sich also eigentlich nur zum sofortigen Verzehr, weniger zum Vorkochen.

Auf einen weiteren möglichen Nachteil macht Blogger Ewerbeck aufmerksam: "Beim Kochvorgang bleibt die ausgekochte Stärke der Nudeln in der Soße, was nicht jeder mag." Besonders mächtig schmeckt man sie aber nicht heraus.

Zum Thema im Internet:

www.vegetarian-diaries.de, www.penneimtopf.com

Pasta alla VesuvianaFür das Gericht werden eine Schalotte und zwei Knoblauchzehen geschält und zusammen mit drei Stielen Basilikum , einem Esslöffel Öl , 200 Gramm Mafaldine-Nudeln (Kochzeit: 7 bis 9 Minuten) und einer getrockneten Chilischote in einen Topf gegeben. Die Flüssigkeit bekommen die Nudeln aus 300 Millilitern stückigen Dosentomaten und 450 Millilitern kaltem Wasser .

Das Ganze wird gewürzt mit einem Teelöffel Salz und Oregano und zugedeckt bei starker Hitze für circa zwölf Minuten gekocht. Je mehr Flüssigkeit verkocht ist, desto mehr sollte man ab und an umrühren. Wenn die Nudeln nach zwölf Minuten noch nicht durch sind, können nochmal ein paar Esslöffel Wasser zum Weiterköcheln hinzugefügt werden.

Zum Schluss die Basilikumstiele entfernen, die Blätter klein schneiden und unterrühren. Mit etwas gewürfeltem Mozzarella und geriebenem Pecorino wird die Pasta verfeinert. Eine Handvoll Rucola darüber - fertig. (dpa)
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