Oscar-prämierter Film über den Holocaust
"Son of Saul" läuft im Kino

Saul (Geza Röhrig, links) kämpft dafür, dass er seinen toten Sohn beerdigen kann. Bild: Sony Pictures/dpa

Berlin. Filme über den Holocaust gibt es viele. Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende hat man so schon viele Facetten der Nazi-Gräuel gesehen - aber eben nicht alle, wie der Film "Son of Saul" nun zeigt. Das Werk des jungen Ungarn Laszló Nemes offenbart neue, erschreckende Einblicke in die Hölle der NS-Todesmaschinerie. Völlig zu Recht gab es dafür gerade den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film.

Das, was Regisseur Nemes da in seinem bemerkenswerten Debüt auf die Leinwand bringt, bricht gleich in mehrfacher Hinsicht mit den Sehgewohnheiten. Schließlich stehen bei "Son of Saul", das im einstigen deutschen Vernichtungslager Auschwitz angesiedelt ist, nicht die Verbrechen rund um die Gaskammern im Mittelpunkt. Stattdessen werden sie verwoben mit der Geschichte des Insassen Saul, der verzweifelt versucht, seinen toten Sohn vor der Verbrennung zu retten und ihn beerdigen zu lassen.

Die Kamera bleibt immer nah am Vater, rennt mit ihm durch das Lager, die Baracken, stets auf der Suche nach einem Rabbi für die Beerdigung. Die Tonspur dröhnt unermüdlich, während Nemes fast beiläufig einen Einblick in den Massenmord und das wie eine Fabrik funktionierende Konzentrationslager gibt - ohne dabei aber je an Schrecken zu verlieren. Wer sich auf die drastischen Bilder einlässt, wird sie so schnell nicht mehr vergessen.

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Regie: Laszló Nemes - Mit: Géza Röhrig, Levente Molnár, Urs Rechn - Musik: László Melis - 107 Minuten - FSK: ohne Angabe - Im Internet: www.sonofsaul.de
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