Radsport
Nur Millimeter fehlen

Der Rostocker André Greipel (links) hat den Sieg auf der dritten Etappe der 103. Tour de France hauchdünn verpasst. Der deutsche Meister musste sich im Massensprint nur dem Briten Mark Cavendish (Zweiter von rechts) im Foto-Finish geschlagen geben. Bild: dpa

Hauchdünn verpasste André Greipel den ersten deutschen Etappensieg der 103. Tour de France. Ein Brite war im letzten Moment wieder einmal besser.

Angers. Am Ende entschied das Zielfoto gegen André Greipel und für Mark Cavendish. Die deutschen Hochgeschwindigkeits-Spezialisten Greipel und Marcel Kittel gingen auch im zweiten Massensprint der 103. Tour de France leer aus. Der zweitplatzierte Greipel scheiterte am Montag im Schlussspurt von Angers nur um Millimeter an Ex-Weltmeister Cavendish, der seinen zweiten Etappensieg innerhalb von 48 Stunden feierte. Wie am Samstag zum Auftakt in Utah Beach hatte Greipel im Ziel der zweitlängsten Etappe das schlechtere Ende für sich.

"Ich habe einen Fehler gemacht. Aus Reflex hatte ich den höchsten Gang reingelegt - der war am Ende zu dick", ging Greipel mit sich selbst ins Gericht. Cavendish hatte an Greipels Hinterrad bis zu letzten Sekunde gewartet und stieß dann nach vorne.

Nach 223,5 Kilometern war der von Rolf Aldag betreute Cavendish, der in dieser Saison auch noch bei den Olympischen Spielen in Rio auf der Bahn starten will, wieder nicht zu schlagen. Hinter Greipel musste der Franzose Bryan Coquard mit Rang drei zufrieden sein, Kittel hatte mit dem Ausgang des Rennens auf der leicht ansteigenden Zielgeraden nichts zu tun. Greipel wollte sich " in eine gute Position bringe und dann mein Bestes gebe". Bis einige Meter vor dem Ziel ging sein Plan auf. Am Ende fehlte dem Kraftpaket aus Hürth nur das gewisse Etwas gegen den sagenhaften Cavendish. Dieser scheint bei dieser Tour seinen zweiten Frühling zu erleben, er feierte am Montag seinen insgesamt 28 Etappensieg. Den Rekord hält Eddy Merckx mit 34 Tagessiegen. Das "Maillot Jaune" bleibt auf den Schultern des sympathischen Exzentrikers Peter Sagan. Dem amtierenden Weltmeister aus der Slowakei reichte dazu im komplizierten Zielsprint von Angers Rang vier. Sagan führt das Gesamtklassement weiter mit acht Sekunden vor dem Franzosen Julien Alaphilippe an.

Nachdem sein erster Jubelrausch am Sonntag verflogen war, ging der viermalige Gewinner des Grünen Trikots hart ins Gericht mit der Konkurrenz. "Heutzutage fährt jeder, als ob ihm sein Leben nichts wert wäre. Als hätten sie kein Hirn", sagte der 26 Jahre alte Sagan.

Das Tempo der Etappe wurde lange verbummelt. Zeitweise hinkten die Radprofis über eine halbe Stunde der in der Marschtabelle errechneten langsamsten Zeit hinterher. 50 Kilometer vor dem Ziel zogen sie das Tempo aber an, stellten zwei Ausreißer und formierten sich auf gefährlichem Terrain mit einer Kurve kurz vor dem Zielstrich für einen Massensprint.
Weitere Beiträge zu den Themen: Tour de France (26)Andre Greipel (4)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.