Schrecklich-schöne neue Welt

Qohen (Christoph Waltz, liegend) plädiert auf Arbeitsunfähigkeit - die Ärzte (Peter Stormare, Mitte, und Ben Whishaw, rechts) sehen das anders. Bild: Concorde

Der Ex-Monty-Python und Kultregisseur Terry Gilliam hat schon mit seinem Welthit "12 Monkeys" ein düsteres Zukunftsbild gezeichnet. Jetzt entwirft er mit "The Zero Theorem" mit Oscarpreisträger Christoph Waltz eine noch viel erschreckendere Vision.

Angesichts dieses Films wirkt die Diskussion um die Überwachungsaktivitäten der NSA geradezu albern: Computer-Genie Qohen Leth (Christoph Waltz) lebt in einer Welt, in der die Kontrolle der gesamten gesellschaftlichen Ordnung Norm ist. Privatleben gibt es nicht mehr.

Dies ist der Ausgangspunkt des Science-Fiction-Thrillers "The Zero Theorem". Mit ihm entwirft Regisseur Terry Gilliam ein wahrlich erschreckendes Zukunftsbild.

Anweisungen per Monitor

Besonders schockiert, dass es offensichtlich gar keine Existenzberechtigung mehr für die Menschheit gibt. Qohen Leth (Christoph Waltz) jedenfalls sucht auf Anweisung eines nur per Bildschirm sichtbaren Boss' (Matt Damon) nach dem Sinn des Lebens. Er findet ihn nicht. Oder liegt der vielleicht schlicht darin, sich mit Empathie anderen Menschen zuzuwenden? Könnte das die Rettung für den einsamen Kauz sein? Hilft ihm dies, der Isolation seines Zuhauses, einer alten Kapelle, zu entfliehen? Doch was dann?

Der vor allem wegen seiner surrealistischen Bilderflut beeindruckende Film gibt keine Antworten auf die düsteren Fragen. Mit Qohen Leth schickt er die Zuschauer auf den Weg der Erkenntnis. Und der ist holprig. Immer wieder verwirren Episoden, die zwischen Wachen und Wahn changieren. So ist beispielsweise nicht klar, ob die auftauchende Prostituierte (Mélanie Thierry) eine reale Figur oder nur eine Vorstellung des Antihelden Qohen Leth ist.

Weg mit dem Handy!

Den verkörpert Christoph Waltz mit spürbarer Lust, einmal nicht der Bösewicht vom Dienst zu sein. Mit feiner Ironie lässt er das Publikum gleichsam zum Komplizen des Protagonisten werden. Was dazu führt, dass man sich im Kinosaal schon nach kurzer Zeit total überwacht glaubt. Gut möglich, dass mancher nach dem Filmende sein Mobiltelefon in den Müll entsorgt.

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Von Terry Gilliam - Mit Christoph Waltz, Lucas Hedges, Mélanie Thierry, Rupert Friend, Lily Cole, Peter Stormare, Ben Whishaw, Tilda Swinton, Matt Damon - Musik: George Fenton - 107 Minuten - frei ab 12 Jahren - Prädikat: wertvoll - www.zerotheorem-film.de
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