Sonne, Mond und Sterne im März 2016
Jupiter in voller Pracht

 

Wer einmal die vier größten Monde des Jupiter sehen möchte, bekommt dafür im März gute Gelegenheiten. Der Planet glänzt im Leitsternbild des Frühlingshimmels: dem Löwen. Auch eine totale Sonnenfinsternis gibt es zu sehen - allerdings nicht über Europa.

Ein Hingucker am Sternenhimmel ist im März Jupiter. Der Riesenplanet steht am 8. der Sonne genau gegenüber. Mit seinem Glanz beherrscht er den Nachthimmel und ist kaum zu übersehen. Mit Sonnenuntergang geht Jupiter im Osten auf. Um Mitternacht sieht man ihn hoch am Südhimmel und morgens steht er vor Sonnenaufgang am Westhimmel. Der Riesenplanet wandert langsam rückläufig, also entgegengesetzt dem Sonnenlauf durch das Sternbild Löwe. Er hält sich ein wenig südlich der Strecke zwischen den beiden Löwensternen Regulus und Denebola auf. In der Nacht vom 21. auf 22. März erhält der Riesenplanet Besuch vom fast schon vollen Mond, der südlich an ihm vorbeizieht.

Schon in einem kleinen Fernglas sind Jupiters vier hellen Monde zu sehen. Sie wurden bereits von Galileo Galilei entdeckt. Auf Vorschlag von Johannes Kepler wurden sie nach den Gespielinnen und dem Mundschenk des Göttervaters benannt. Sie heißen Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Bis auf Europa sind sie alle größer als unser Erdmond. Mit insgesamt mehr als fünf Dutzend Satelliten ist der König der Planeten reich an Monden. Die meisten sind allerdings winzig klein und nur mit großen Teleskopen zu erspähen.

Als zweiter heller Planet ist Mars zu nennen. Er wird zu einem auffälligen Gestirn in der zweiten Nachthälfte. Anfang des Monats geht der Rote Planet eine Stunde nach Mitternacht auf, zu Monatsende bereits eineinviertel Stunden früher. Ende Mai wird er fast so hell wie Jupiter leuchten, wenn die Erde ihn auf der Innenbahn überholen und dabei die kürzeste Distanz zu ihm erreichen wird. Venus, die noch heller strahlt als Jupiter, zieht sich vom Morgenhimmel zurück und wird unbeobachtbar. Auch Merkur hält sich am Taghimmel auf und ist nicht zu sehen. Saturn ist Planet der zweiten Nachthälfte. Er bremst seine Wanderung durch das Sternbild Schlangenträger deutlich ab und kommt am 25. zum Stillstand. Im Teleskop erkennt man den weit geöffneten, prächtigen Saturnring.



Winter ade


Am Westhimmel sieht man zur späten Abendstunde gegen 22 Uhr noch die Wintersternbilder. Im Südwesten bereitet sich der Himmelsjäger Orion auf seinen Untergang vor, gefolgt vom strahlend hellen, bläulich funkelnden Sirius im Großen Hund. Auffallend strahlt die gelbe Kapella im Fuhrmann hoch im Nordwesten. Der Große Wagen steht fast über unseren Köpfen, während die Kassiopeia, das Himmels-W, im Nordwesten herabsinkt. Den Südhimmel hat der Löwe erobert, das Leitsternbild des Frühlingshimmels. In ihm glänzt der Riesenplanet Jupiter. Der bläuliche Hauptstern des Löwen heißt Regulus, was so viel wie Königsstern bedeutet. Regulus ist 77 Lichtjahre von uns entfernt. Am 9. tritt um 2.54 Uhr die Neumondphase ein. Dabei tritt der dunkle Neumond vor die Sonne und bedeckt sie vollständig. Allerdings ist diese totale Sonnenfinsternis von Europa aus nicht zu beobachten. Die Kernschattenzone liegt in Asien.

Einen Tag nach Neumond kommt der Mond mit 359 510 Kilometer in Erdnähe. Diese Kopplung führt zu Springfluten mit hohem Tidenhub. Am 23. wird um 13.01 Uhr die Vollmondphase erreicht. Am Abend ist der hellglänzende Mond dann vor der Kulisse des Sternbildes Jungfrau zu sehen. Zwei Tage später befindet er sich mit 406 125 Kilometer in Erdferne. Die Sonne verlässt am 12. um 2 Uhr morgens das Sternbild Wassermann und wechselt in das Sternbild Fische. Acht Tage später überschreitet sie 5.30 Uhr den Himmelsäquator und wechselt auf die Nordhalbkugel. Damit beginnt der astronomische Frühling. Am 20. tritt die Tag-und-Nacht-Gleiche ein, das Äquinoktium. Der Frühlingsbeginn erfolgt diesmal so früh, weil im Februar ein Tag eingeschaltet wurde. Nach dem 20. März sind in unserem Breiten die Tage wieder länger als die Nächte. Am Sonntag, 27. März, beginnt die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Die Uhren sind um 2 Uhr morgens auf 3 Uhr vorzustellen.

Astro-TermineDie Sternwarte Tirschenreuth hat im März freitags ab 20 Uhr geöffnet, Karfreitag geschlossen. Die Sternwarte Amberg-Ursensollen hat freitags ab 19.30 Uhr geöffnet, Karfreitag geschlossen. Die Sternwarte Dieterskirchen hat freitags ab 19 Uhr geöffnet, Karfreitag geschlossen. Offener Stammtisch der Sternenfreunde Dieterskirchen am 22. März ab 19 Uhr im "Hexenhäusl" in Dieterskirchen. Offener Stammtisch des Arbeitskreises "Deepsky-Hunters Weiden" am 24. März um 18.30 Uhr in der Pizzeria "Da Peppino" in Theisseil. (za)






Weitere Informationen:

www.sternwarte-tirschenreuth.de www.sternwarte-dieterskirchen.de www.volkssternwarte-amberg.de www.deepsky-hunters.de
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