"Stromberg" wächst in "Die Kleinen und die Bösen" als Bewährungshelfer über sich hinaus
Herbst wechselt den Schreibtisch

Viele kennen Christoph Maria Herbst in seiner Paraderolle als Abteilungsleiter bei der fiktiven Capitol-Versicherung. Mit "Stromberg" brachte er vor eineinhalb Jahren den alltäglichen Bürowahnsinn auf die Kinoleinwand. Jetzt wechselt Herbst den Schreibtisch - im neuen Kinofilm "Die Kleinen und die Bösen" schlägt sich der 49 Jahre alte Schauspieler als Bewährungshelfer durch.

Während Bernd Stromberg als Büro-Ekel gilt, dürfte Bewährungshelfer Benno Meurer die Sympathien auf seiner Seite haben. Er müht sich nicht nur um den jugendlichen Kleinkriminellen Ivic, sondern auch um Hotte Mazocha (Peter Kurth), einen notorischen Einbrecher und Dieb, der - gerade aus dem Gefängnis gekommen - schon wieder ein Ding nach dem anderen dreht. Hotte soll sich nun um seine zwei Kinder im Teenager-Alter kümmern, was für Dennis, seinen bald 16-jährigen Sohn, rasch tödlich endet. Obwohl Benno in seiner Laufbahn als Bewährungshelfer schon einiges an Idealismus eingebüßt hat, fühlt er sich verantwortlich für Hottes Tochter Jenny. Benno will dem Gauner die Verantwortung für das Mädchen entziehen und Hotte in den Knast bringen.

An einigen Stellen erinnert der Witz von "Die Kleinen und die Bösen" an den derben Bürohumor bei "Stromberg". Auf die Frage, wie viel Stromberg in Benno steckt, antwortete Christoph Maria Herbst: "Sie haben beide einen Schreibtisch. Das war's." Anders als "Stromberg" ist "Die Kleinen und die Bösen" auch keine reine Comedy. Zudem wird Hotte nicht als Fiesling charakterisiert, er bemüht sich nach dem Tod seines Sohns mehr und mehr um Tochter Jenny, wobei er auf sympathische Weise ungelenk wirkt. Hotte wird aber richtig sauer, als er nach einem gemeinsamen Coup mit dem Kleinkriminellen Ivic von eben diesem ausgetrickst wird. Über Umwege gerät schließlich Benno ins Visier von Hotte und einer weiteren Gruppe von Gaunern.

Benno wächst über sich hinaus - auch gegenüber seiner Freundin Tanja, die sich sehnlichst ein Kind wünscht. Herbst drückt es so aus: Benno sei erst ein ganz normaler Bewährungshelfer, aber dann entwickele er "mehr Empathie für seine Klienten als normal, mehr kriminelle Energie als erlaubt, mehr Abneigung gegen seine Freundin als zuträglich".

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Regie: Markus Sehr - Mit Christoph Maria Herbst, Peter Kurth, Anneke Kim Sarnau - Musik: Paul Eisenach - 94 Minuten - frei ab 12 Jahren - Im Internet: www.diekleinenunddieboesen-derfilm.de
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