Über den unglaublichen Erfolg der Theatergruppe und warum Komödien schwer zu spielen sind
Ein Brettl, das für Pirk die Welt bedeutet

Das Ensemble des Pirker Brettl beim Stück "Der
  Das erste Schmunzeln gibt's schon bei der Auswahl der Titel. Mit "Klothilde hält den Atem an" ging es los, das erste Stück der Katholischen Jugendtheatergruppe Pirk. Das ist 33 Jahre her. Zwei weitere Auftritte folgten in der Gemeinde, die fünf Kilometer südlich von Weiden liegt. Nach einer Pause legte die Gruppe im Jahr 2004 wieder los: nicht mehr ganz so jung, aber unglaublich erfolgreich. Die Laienschauspieler sorgen unter dem Namen Pirker Brettl für Furore und haben Fans weit über die Dorfgrenze hinaus.

Die Stammbesetzung ist dem Brettl erhalten geblieben. 1981 standen bereits Thomas Fritsch, Doris und Andreas Albrecht, Alexandra Bock, Annette Frischholz und Thomas Dworzak auf der Bühne, außerdem Christine Schneider und Hans Kammerer, die heute nicht mehr dabei sind. Regie führte Immo Wimmer, der spätere Rektor der Pirker Volksschule. Pfarrer Gottfried Leibl war der große Unterstützer der Jugendgruppe. Die Schauspieler traten damals wie heute im Pfarrheim auf. Nur nicht neunmal wie heute, sondern lediglich an drei Abenden.



Und noch eines hat sich nicht geändert: Bauernschwänke stehen weiter auf dem Programm. Stephan Schieder, zweiter Vorsitzender des Pirker Brettl räumt dabei mit einem Vorurteil auf: "Komödien sind schwer zu spielen. Denn wenn keiner lacht, wird es richtig unangenehm." Das ist dem Brettl noch nicht passiert. Das liegt zum einen am Ensemble, zum anderen an den witzigen Stücken. Bis 2013 wurde meistens auf Autorin Regina Rösch zurückgegriffen, in diesem Jahr stammt es aus der Feder von Bernd Gombold. Wichtig ist dabei immer das Lokalkolorit. So schreiben die Schauspieler stets Pirker Spitzen in die Texte oder frotzeln auch mal gegen das Nachbardorf Schirmitz. Gearbeitet wird ohne Regie. Schieder: "Das ist unsere Stärke. So kann sich jeder inhaltlich einbringen."

Echter Schnaps

Authentisch soll alles sein, meint Brettl-Vorsitzender Thomas Fritsch: "Bei uns gibt es keine Fakes. Sogar der Schnaps auf der Bühne ist echt." Seit drei Jahren arbeiten die Schauspieler auch ohne Souffleur, totale Blackouts hat es bisher zum Glück nicht gegeben. Zu den Erfolgsgeheimnissen gehört auch das immer weiter ausgebaute Catering, für das Silke Schieder und Oswald Löffler seit 2004 verantwortliche zeichnen, und die Musik von Quetschenspieler Thomas Fritsch. Mehr als 1000 Besucher amüsieren sich pro Stück - fast immer heißt es: "ausverkauft".

Trotz aller Gaudi steckt knochenharte Arbeit hinter den Stücken. 30 Proben sind vor der Premiere notwendig, bis der Feinschliff passt. In jedem Stück wird jetzt auch gesungen und getanzt - je weniger perfekt, desto höher steigt die Stimmung.

Freundschaftlich verbunden ist das "Brettl" mit den Kollegen von "Schabernack Neustadt" und den "Lustigen Konradern" in Weiden. Und vor allem mit dem "Schauspielweiden". Doris Albrecht, Melanie Neiser und Marion Gatz glänzten im Jahr 2012 in "Die Präsidentinnen" bei der Profitruppe in den Nebenrollen.

Bilder: Frank Werner, nt/az

Traum vom Open Air

So ganz ohne Sorgen ist das "Brettl" freilich auch nicht: Es mangelt an Nachwuchs. Drei Jahre spielten die jungen Schauspieler vom "Pirker Brettchen" an Weihnachten, bis 2013 erst einmal Pause war. Aber Thomas Fritsch hofft: "Das Brettchen soll wiederbelebt werden." Und der Vorsitzende hat eine große Vision: "Wir wollen mal ein Open-Air-Theater auf die Beine stellen." Vor der Brett-Hüttn am Holunderweg mit einer Tribüne am Hang. Im Stile von Wolfgang Ambros' "Watzmann." Wer das Brettl kennt, der ahnt, dass auch dieser Berg ihnen nicht zu steil ist.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mein Verein und ich (35)März 2014 (10030)
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