"Wie schreibt man Liebe?": Hugh Grant kehrt nach mehreren Jahren ohne Leinwand-Romanze in sein ...
Zauberhaft romantisches Déjà-vu-Erlebnis

Keith Michaels (Hugh Grant) verfällt dem Charme von Holly Carpenter (Marisa Tomei) Bild: Constantin
Wer ins Kino geht, um einen neuen Film mit Hugh Grant zu sehen, kann sich dreier Dinge ziemlich sicher sein. Erstens: Es ist eine romantische Komödie. Zweitens: Der 54-jährige Brite spielt einen selbstironischen und leicht schusseligen Liebeshelden mit Dackelblick. Und drittens: Es kommt zum Happy End. So gesehen enttäuscht auch Grants neueste Romanze nicht.

Die Geschichte über einen Drehbuchautor, der nach einem einzigen oscargekrönten Film von chronischer Erfolglosigkeit geplagt ist, ist schnell erzählt: Der abgehalfterte Hollywood-Autor Keith Michaels (Hugh Grant) ist aus Geldnot gezwungen, einen Job als Dozent an einer Provinz-Universität anzunehmen. Hier landet er gleich mit einer blutjungen Studentin (Bella Heathcote) im Bett, anstatt sie zu unterrichten, und macht sich bei Kollegen unbeliebt. Kurzum: Es läuft nicht gut - bis die alleinerziehende Holly (Marisa Tomei) sein Herz erobert und den lustlosen Stoffel mit ihrer übersprühenden Heiterkeit bekehrt. Die Funken zwischen den beiden wollen allerdings nicht richtig auf den Zuschauer überspringen.

Vorhersehbares Ende

Auf dem Weg zum vorhersehbaren Ende entlockt Großbritanniens alternder Frauenschwarm Grant dem Publikum einige Lacher. Sein ewig jugendlicher Charme rettet den einfallslosen Plot aber nicht über 106 Minuten. Der könnte Kinogängern ohnehin bekannt vorkommen. Eine ähnliche Geschichte erzählte Regisseur Marc Lawrence vor Jahren schon in "Mitten ins Herz - Ein Song für Dich", ebenfalls mit Hugh Grant. Nur, dass der Brite damals einen abservierten Popstar spielte.

Ein Lichtblick sind die Nebendarsteller wie J. K. Simmons ("Spider-Man") als nah am Wasser gebauter Dr. Lerner und Allison Janney ("The West Wing") als naserümpfender Jane-Austen-Fan unter den Professoren. "Dieser Kurs hat verblüffende Ähnlichkeit mit einem Schönheitswettbewerb", schnaubt sie Michaels entgegen, der die Teilnehmer seines Schreibkurses zuvor nach Attraktivität (im Fall der Mädchen) und Unattraktivität (im Fall der Jungs) ausgewählt hat.

Nichts zu verpassen

Die verlässlich heiter-seichten Filme mögen Hugh-Grant-Fans begeistern. Alle anderen langweilen sie irgendwann. Der Vorteil: Wer in der Mitte einschläft und erst am Ende wieder aufwacht, hat zumindest bei "Wie schreibt man Liebe?" nicht viel verpasst.

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"The Rewrite" (Originaltitel) - Von Marc Lawrence - Mit Hugh Grant, Marisa Tomei, Allison Janney, Bella Heathcote, J.K. Simmons, Steven Kaplan - Musik: Clyde Lawrence - 106 Minuten - frei ohne Altersbeschränkung - www.facebook.com/ wieschreibtmanliebe
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