Auf dem "Brauereien-Radweg" durch den westlichen Landkreis Neustadt/WN
Dörfer, Bier und Lachmöwen

Der "Rauhe Kulm" - im Vordergrund das Kloster Speinshart - ist und bleibt der "Hausberg" der gesamten Region - auch während der Radtour bekommt man das Naturwunder immer wieder von seinen schönsten Seiten zu sehen. Bilder: Stiegler, Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald
 
Im Brauereimuseum Heberbräu in Kirchenthumbach kann der alte Sudkessel bestaunt werden.

Eine wunderschöne Landschaft, eine Reise zur Bierbraukultur in Vergangenheit und Gegenwart sowie eine durchaus anspruchsvolle Streckenführung mit einigen Steigungen: Der Brauereien-Rundweg im westlichen Landkreis Neustadt an der Waldnaab bietet dem Radfahrer auf seinen 46 Kilometern einige Höhepunkte.

Von Holger Stiegler

Auch wenn etwa 80 Prozent der Wegstrecke über asphaltierte Flächen führen, das Rennrad sollte man aber lieber zu Hause lassen: Feld- und Waldwege sind ebenfalls dabei und einige der geteerten Straßen haben ihre besten Zeiten inter sich, so ist man mit dem Trekking-Rad auf der richtigen Seite. Da streckenweise auch größere Hauptstraßen befahren werden, ist die Tour für Kinder eher ungeeignet.

Als Ausgangspunkt für den Rundweg bietet sich Kirchenthumbach an: Beim Friedhof sind genügend Parkplätze vorhanden, wo das Auto abgestellt und das Fahrrad angeschnallt werden kann. Gefolgt wird der Beschilderung "NEW 16", die den Radfahrer zuverlässig den Weg weist. Von Kirchentumbach aus geht es durch das Dörfchen Burggrub, dann weiter zur Staatsstraße 2120. Hier ist tiefes Durchschaufen angesagt, denn die folgende knapp zwei Kilometer lange Steigung - dabei wird das Dörfchen Wölkersdorf passiert - hat es in sich.

Faszinierende Blicke

Es schließt sich eine Strecke auf der Hochebene an, die faszinierende Blicke eröffnet - weit hinein in den Steinwald, ins Fichtelgebirge und natürlich zum Rauhen Kulm, dem "Hausberg" der Region. Die Abfahrt geht wenig später rechts weg und führt durch Metzlasreuth bis nach Naslitz. Nach Überquerung der Staatsstraße 2122 und des Baches kommt man ins Obere Creußental, wo schließlich auch der Landkreis und die Oberpfalz kurz verlassen werden: Nach dem kurzen Abstecher ins oberfränkische Funkendorf geht es zurück in die Oberpfalz. Die nächsten Durchgangsstationen sind Höflas, Voita und Vorbach.

Von Vorbach aus geht es erst ein kurzes Stück in Richtung Oberbibrach, um dann aber gleich wieder nach rechts abzubiegen und einen Weg über Menzlas nach Schlammersdorf zu finden. Mittlerweile ist etwa ein Drittel der Gesamtstrecke geschafft und auch die erste Brauerei zum Greifen nah - der "Braumoister" Püttner. In dessen Mauern wurde bereits 1819 Bier gebraut. Heute werden dort zehn verschiedene Biersorten hergestellt , die auch bei einer ausgiebigen Rast auch probiert werden können.

Die weitere Strecke geht über Ernstfeld und anschließend durch ein großes Waldstück, das nur durch Überqueren der Staatsstraße unterbrochen wird, bis nach Tremmersdorf. Wer hier von der Strecke abweichen will, kann einen Abstecher ins benachbarte Klosterdorf Speinshart machen. In Tremmersdorf selbst ist das Oberpfälzer Wurzelmuseum beheimatet. Der Rundweg lotst den Radler durch den Ort und schließlich über einen zwar mäßigen, aber recht langen Anstieg und anschließender Abfahrt in Richtung Eschenbach.

Ehemalige Zoiglstadt

Bevor es entlang des Kleinen Rußweihers - der gar nicht mal so klein ist - nach Eschenbach geht, muss aber auf alle Fälle der Rundweg kurz verlassen werden: Eine Kurzvisite der Vogelfreistätte Großer Rußweiher darf auf dieser Tour nicht fehlen. Über Eschenbach - in der ehemaligen Zoiglstadt erinnern das Malzhaus und das Taubnschusterhaus an eine lange Biertradition - geht es weiter den zwar Bundesstraßen begleitenden, aber doch etwas geschützten Radweg in Richtung Kirchenthumbach. Hier erwartet die Radler die einzige "Klippe", um nicht vom rechten Weg abzukommen: Ziemlich abrupt zeigt ein Schild in Richtung Metzenhof und fordert zum Überqueren der Bundesstraße auf.

Wenn dies geschafft ist, geht es ganz gemütlich weiter - am Rande des Truppenübungsplatzes entlang mit entsprechend geringem Verkehrsaufkommen - über Haselmühle und Treinreuth zurück zum Ausgangspunkt nach Kirchenthumbach. Und hier erwartet den Radfahrer erneut Labung in einer Brauerei - das "Krawandorfer" von Heberbräu. Die letzten Meter über den sanierten Kirchenthumbacher Marktplatz zurück zum Auto sind dann eine Kleinigkeit.

Tipps zur RouteAnfahrt:
Wer nach Kirchenthumbach will, sollte mit dem Auto anreisen: Aus Richtung Amberg beziehungsweise Sulzbach-Rosenberg folgt man der B 85 bis kurz hinter Auerbach, um dann auf die B 470 in Richtung Eschenbach/Weiden zu wechseln. Aus Richtung Weiden kommend bleibt man bis Kirchenthumbach auf der B 470.

Gastronomische Tipps:
Die Einkehrmöglichkeiten entlang der Route sind zahlreich: Neben den beiden Brauereiwirtshäusern in Kirchenthumbach und Schlammersdorf bietet sich beispielsweise in Eschenbach das "Hexenhäusl" am Rußweiher an, in dessen Erdgeschoss eine Gaststätte untergebracht ist. Im Obergeschoss befinden sich Ausstellungsräume des Geoparks Bayern Böhmen und des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald. In den Ausstellungen erhalten die Besucher Informationen über Erdgeschichte und Natur anhand von Exponaten, Schautafeln und interaktiven Bildschirmpräsentationen. Weitere Einkehrmöglichkeiten gibt es auch in Eschenbach, Kirchenthumbach, Tremmersdorf, Speinshart und Holzmühle.

Vogelfreistätte:
Das Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Großer Rußweiher ist Bestandteil einer bereits im 15. Jahrhundert angelegten Teichkette. Es umfasst den Großen Rußweiher, den weitgehend verlandeten Paulusweiher und die Rußlohe. Das Gebiet ist für wassergebundene und amphibische Lebensgemeinschaften von landesweiter Bedeutung. Unter anderem gilt der Große Rußweiher als eine der größten Kolonien für Lachmöwen in Bayern - und das bereits seit 1626.

Praktische Info:
Die Faltkarte "Radkarte Oberpfälzer Hügelland" (M 1:50 000) mit dem gesamten Radwegenetz im westlichen Landkreis Neustadt ist kostenlos bei den Gemeinden im VierStädtedreieck und bei weiteren Auslagestellen (z.B. Hexenhäusl) erhältlich. Telefonische Anforderung bei der LAG-Geschäftsstelle am Landratsamt 09602 791082. Im Internet unter www.oberpfaelzerwald.de gibt es die GPS-Daten zum Download im Tourenportal.
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