Auf dem Malerweg unterwegs im Tal der Schwarzen Laber
Rotmilan, Eisvogel und Flussmäander

Kurz nach Sonnenaufgang: Blick ins Tal der Schwarzen Laber bei Klapfenberg mit dem von Schwarzerlen bestandenen Flusslauf, der sich in eleganten Schlingen durch das Tal windet. Bilder: Moser
 
Die Adelburg war einst eine stolze Anlage, wo auch der Minnesänger Engelhard von Adelburg daheim war, der in der berühmten Minneliedsammlung Codex Manesse abgebildet ist.

Weiße Laber, Wissinger Laber, Schwarze Laber - alles kleine Flüsschen im Oberpfälzer Jura im Landkreis Neumarkt. An einem davon führt der heutige Wanderweg entlang, zu einer Zeit, als wir schon die ersten Herbstzeitlosen entdeckten.

Ausgangsort ist das Dorf Klapfenberg mit seiner, von einer Zwiebelhaube gekrönten, Pfarrkirche St. Martin. Ein Patrozinium, das auf ein hohes Alter hinweist. Ein Besuch lohnt sich, denn Hochaltar und Seitenaltäre sind geschmackvolle Arbeiten des frühen 18. Jahrhunderts. Erwähnenswert ist auch der Taufstein mit der Blechschnittarbeit, welche die Taufe Jesu darstellt. Um den Kunsthof neben der Kirche sind einige Bildhauerarbeiten zu bestaunen. Von hier aus geht es kurz auf der Polstermühlstraße in südlicher Richtung.

Nach etwa 100 Metern zweigt der Weg rechts ab und führt hinunter in den Talgrund. Hörte man im Ort noch den Lärm der Autobahn, so umfängt uns jetzt wohltuende Stille. Eine Infotafel informiert über die Wanderschäferei. Jahrhunderte lang wurden die Talhänge von Schafen und Rindern beweidet, die Trittspuren quer zum Hang erkennt man heute noch im Gelände.

Bis Darshofen ist die Wegführung eindeutig. Man sollte sich voll dem Genuss des Landschaftsbildes hingeben, sich ab und zu umdrehen oder den Hang hinaufsteigen, das ergibt immer wieder neue Perspektiven. Dichte Hecken mit Schlehe, Holunder, Mehlbeere, Hagebutte, Wildbirne, oft behangen mit Hopfendolden, säumen links den Weg. Bei einer Rast sehen wir drüben am Bach das Gefieder eines Eisvogels aufblitzen, bevor er zwischen den Schwarzerlen wieder verschwindet.

Am Bach entlang

Jetzt, wo die Wiesen gemäht sind, sollte man einmal ein Stück direkt am Bach entlang wandern, Windung um Windung ausgehen. So kann man den Geh- und Sehgenuss ausdehnen, denn nach nicht mal einer Stunde sind wir am Ortseingang von Darshofen, wo wir der Teerstraße nach rechts folgen. Nun kurz an einem kleinen Bach entlang, dann in die Eichenhofener Straße rechts abbiegen und durch den Ort bergan zur Kirche. Weiter auf der Straße in Richtung Eichenhofen.


Hundert Meter nach dem Ortsschild Darshofen zweigt rechts ein Schotterweg ab, der bald in einen- Wiesenweg übergeht. Am Heckenrain entlang bis zur Bushaltestelle Katzenfels. Hier rechts abbiegen, hinab in den Talgrund und am jenseitigen Hang in einem Linksbogen wieder hinauf zur kleinen Ortschaft Gastelshof. Kurz zuvor kann man bei einer fest installierten Malerstaffelei aus Metall seinen persönlichen Ausschnitt des Landschaftsbildes suchen. Kleine Details wie ein alter Backofen, an den sich ein Engelsrelief anlehnt, vermitteln das Gefühl von Weltabgeschiedenheit.

Die Teerstraße kurz weiter, kommen wir bald an einem "Swimmingpool" für Enten vorbei. Jetzt wandern wir am westlichen Talrand entlang, wo sich die schönsten Ausblicke hinunter auf die Schwarze Laber, hinüber nach Klapfenberg und die Kuppenalb bieten. Eine Bank lädt zur Rast und als Dreingabe zieht ein Rotmilan seine Kreise in den Lüften. Wir gehen weiter bis zum Flurweg, der von Klapfenberg herauf kommt. Da wir bis hierher erst etwa zweieinhalb Stunden unterwegs sind, beschließen wir, der Ruine Adelberg noch einen Besuch abzustatten. Links abbiegen und dem Wegweiser Malerweg 1-2 bis zu einem einzelnen Gehöft folgen.

Kurz darauf zweigt nach rechts ein Weg ab und ein Schild mit dem Hinweis "Zur Adelburg" leitet uns. Die kommende Forststraße queren und auf schmalem Waldweg weiter. Zuerst durch dichten Jungwald, später dann durch hochstämmigen Buchenwald. In einen mannshohen Felsen links am Weg ist ein Kreuz eingemeißelt. In einem Linksbogen führt der Weg bergan. Bei einem Steinmann (neu errichtet), links abbiegen und nun steil bergan. Einige Steinstufen erleichtern den Aufstieg und nach wenigen Minuten sind wir auf dem Bergplateau mit den traurigen Überresten der einst stolzen Adelburg.

Verfallene Ruine

Schade, dass keine Hinweistafel die Geschichte der Burg erzählt. Nur soviel sei gesagt: 1180 das erste Mal urkundlich erwähnt, 1268 an die Wittelsbacher, 1334 an die Regensburger Patrizierfamilie Auer. Ende des 14. Jahrhunderts unrühmlich durch den Raubritter Stephan Gewolf in die Geschichte eingegangen. 1755 wurden Steinquader der Burg für den Bau der Kirche in Batzhausen herausgebrochen, so dass an manchen Stellen nur noch der Mauerkern erhalten ist. Seitdem verfällt die Ruine langsam vor sich hin. Schade, dass hier nichts zur Sicherung der Mauerreste unternommen wird. Auf dem gleichen Weg wandern wir wieder zurück nach Klapfenberg.

Tipps zur RouteAnfahrt: Von Amberg aus auf der B 299 in Richtung Neumarkt. Kurz nach Lauterhofen links ab nach Velburg/Habsberg. Weiter auf der Staatsstraße 2251 in Richtung Parsberg. Von Amberg aus knapp 50 Kilometer.

Strecke: Der erste Teil der Wanderung ist eine Rundwanderstrecke. Der Weg zur Adelburg führt auf dem gleichen Weg hin und zurück. Gesamtstrecke etwa 8,5 Kilometer.

Einkehr: Gaststätten in Velburg und Parsberg.

Kunst und Kultur: Kunsthof Klapfenberg, Burgmuseum Parsberg
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