Das Schachmuseum
Löberitz

In der Schachszene kann Sachsen-Anhalt nicht nur mit dem Schachdorf Ströbeck glänzen. Eine weitere zur Stadt Zörbig im Landkreis Anhalt-Bitterfeld gehörende Ortschaft, nämlich Löberitz, ragt seit fast zehn Jahren aus der deutschen Schachlandschaft heraus. Bekannt geworden ist sie durch ihr einmaliges Schachmuseum.
 
In der Schachszene kann Sachsen-Anhalt nicht nur mit dem Schachdorf Ströbeck glänzen. Eine weitere zur Stadt Zörbig im Landkreis Anhalt-Bitterfeld gehörende Ortschaft, nämlich Löberitz, ragt seit fast zehn Jahren aus der deutschen Schachlandschaft heraus. Bekannt geworden ist sie durch ihr einmaliges Schachmuseum.
 
In der Schachszene kann Sachsen-Anhalt nicht nur mit dem Schachdorf Ströbeck glänzen. Eine weitere zur Stadt Zörbig im Landkreis Anhalt-Bitterfeld gehörende Ortschaft, nämlich Löberitz, ragt seit fast zehn Jahren aus der deutschen Schachlandschaft heraus. Bekannt geworden ist sie durch ihr einmaliges Schachmuseum.

In der Schachszene kann Sachsen-Anhalt nicht nur mit dem Schachdorf Ströbeck glänzen. Eine weitere zur Stadt Zörbig im Landkreis Anhalt-Bitterfeld gehörende Ortschaft, nämlich Löberitz, ragt seit fast zehn Jahren aus der deutschen Schachlandschaft heraus. Bekannt geworden ist sie durch ihr einmaliges Schachmuseum.

Träger des Schachmuseums ist nicht etwa die Kommune, sondern der örtliche Schachklub, die Schachgemeinschaft 1871 Löberitz. Zu verdanken hat man dies dem Löberitzer Heimatforscher Konrad Reiß, der zwischen 2003 und 2007 Ausbau, Renovierung, Modernisierung und Möblierung der zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten vorantrieb. Untergebracht ist das Museum im einstigen Kellergewölbe der ehemaligen Löberitzer Ritterburg aus dem 12. Jahrhundert, deren Reste schon vor über vierzig Jahren abgetragen wurden.

Das Museum versteht sich als Zentrum der Schachgeschichtsforschung zwischen Naumburg, Halle, Magdeburg und Dessau. In einer umfangreichen Bibliothek werden neben Büchern auch Schachzeitungen und Schachchroniken gezeigt.

Figuren und Bretter


In einer Ausstellung über 125 Jahre Schachgeschichte des Saale-Schachbundes finden sich Schachfiguren und Bretter aus drei Jahrhunderten, Schachuhren, Wimpel, Abzeichen, Medaillen und Urkunden. Gezeigt werden auch historische und selbst gebastelte Schachspiele, der erste DDR-Schachcomputer sowie eine Schach-Briefmarkensammlung.

Glanzstück des Museums ist ein Exemplar des ersten deutschsprachigen Schachbuches aus dem Jahr 1616, das dessen Autor Herzog August II. unter dem Pseudonym "Gustav Selenus" herausbrachte. Das sehr gut erhaltene kostbare Buch hat durch eine persönliche Widmung des Herzogs an den ersten Besitzer noch erheblich an Wert gewonnen. In dem reich bebilderten Werk ragt ein doppelseitiger Kupferstich des Straßburger Kupferstechers Jacob von der Heyden heraus. Das Museum ist allemal einen Besuch wert.

Mit folgender Partie denken wir an den Amberger Fidemeister Dr. Matthias Steinbacher, der am 17. September 65 Jahre alt geworden ist. Sie wurde 1989 beim Frankfurt-Ostend-Open gespielt. Sein Gegner, deutscher U-17-Meister von 1981, erhielt ein Jahr zuvor den Großmeistertitel und sollte 1998 Deutscher Einzelmeister werden.

Weiß: Matthias Steinbacher

Schwarz Jörg Hickl

1.d4 Sf6 2.c4 d6 3.Sc3 e5 4.d5 Le7 5.e4 c6 6.f3 0-0 7.Le3 a6 8.Sge2 cxd5 9.cxd5 Sh5 10.Dd2 b5 11.Sc1 Ld7 12.Sd3 Dc7 13.a4 Db7 14.a5 Le8 15.Sb4 Sd7 16.Ld3 Sc5 17.Lc2 Ld7 18.0-0 Tac8 19.Kh1 Tc7 20.b3 g6 21.Lh6 Tfc8 22.Se2 Lf8 23.Lxf8 Txf8 24.g4 Sg7 25.Sg3 Dc8 26.Tg1 f6 27.Tg2 Le8 28.Tag1 Kh8 29.h4 Ld7 30.h5 g5 31.h6 Se8 32.Sf5 Lxf5 33.gxf5 Sd7 34.Sc6 Sb8 35.b4! Sxc6 36.dxc6 Txc6 37.Lb3 Tc3 38.Le6 Dc7 39.Txg5! fxg5 40.Dxg5 1-0

Tagesnotizen: Die Partie zu Taktikaufgabe Nr. 131a wurde 1992 beim Internationalen Schachfestival in Biel zwischen dem Exweltmeister Antoly Karpov und dem Biel-Sieger 1991, GM Alexey Shirov, gespielt. Der schwarze König wird von seinen Mitstreitern sträflich allein gelassen, zumal auch noch die weißen Felder in seiner Königsstellung arg geschwächt sind. Sehen Sie, wie Weiß diese Umstände zu seinen Gunsten nutzt?

Mit dem Siebenzüger in Aufgabe Nr. 131b legt uns der in Münster lebende Internationale Meister für Schachkompositionen Dr. Baldur Kozdon abermals eine Seeschlange zum Lösen vor. Auch bei dieser bestätigt sich die Erfahrung, dass Mehrzüger oft leichter als so manche Zwei- oder Dreizüger zu lösen sind. Haben Sie erst einmal den Einstieg durch das Aufstellen der richtigen Drohung gefunden, ist der Rest nicht mehr allzu schwierig. Also nur Mut!

Lösungen: Die Taktikaufgabe Nr. 130a (Brookes-Stark, W: Kb1, Dh5, Td3, Ld4, Ba3, b4, c2, f6, g4, h2 [10], S: Kh8, Dc7, Te8, Tg6, Ba6, b5, f4, f7, h7 [9]) kam beim diesjährigen Stockholm-Open aufs Brett. Der die weißen Figuren führende niederländische Underdog Christoph Brookes hat sich gegen den deutschen IM Lars Stark nach dem letzten schwarzen Fehlzug 0...Te8? eine elementare Gewinnchance durch 1.Th3! entgehen lassen, nachdem bereits alle weißen Figuren auf den schwarzen König gerichtet sind. Die Mattdrohung 2.Dxh7# lässt sich nur mit 1...h6 parieren. Dies entzieht dem Turm g6 eine Deckung und erlaubt 2.Dxg6! Nach 2...fxg6 erwacht die Bauer/Läufer-Batterie auf der Diagonale a1/h8 zum Leben.

"Glück gehabt"


Daran ändert auch das Zwischenschach 2...Te1+ nichts. Nach 3.Kb2 steht Schwarz vor dem gleichen Dilemma. Nach 3...fxg6 4.f7+ (darin liegt die Pointe des Damenopfers) 4...Kh7 5.f8D kann Schwarz die doppelte Mattdrohung 6.Dh8#/6.Txh6# nicht mehr abwehren und muss sich geschlagen geben.

Zu seinem Leidwesen ließ Weiß die ihm gebotene Gewinnchance aus, spielte 1.g5?! und verlor letztlich noch die Partie. Aus schwarzer Sicht also "Glück gehabt"!

Mit dem Dreizüger in Aufgabe Nr. 130b (W: Kb3, Dc1 [2], S: Ka5, Ba2, b4, b5, b6, f4 [6]) legte uns der renommierte Straubinger Problemschachkomponist Stefan Felber ausnahmsweise einmal ein Leichtgewicht zum Lösen vor.

Mit einem "Minimal"


Die Stellungsanalyse zeigt, dass Weiß neben dem König nur seine Dame besitzt, wir es also mit einem "Minimal" zu tun haben. Dem hinter seinen Trippelbauern versteckten schwarzen König steht nur das Fluchtfeld a6 zur Verfügung. Zudem besitzt Schwarz einen umwandlungsbereiten a-Bauer. Die beliebige Umwandlung im Satzspiel (probeweise mit Schwarz am Zug) 1...a1 beantwortet Weiß mit dem sofortigen Matt 2.Dxa1#.

Der Schlüssel 1.Dh1!, mit dem die weiße Dame das Feld a1 im Auge behält und deshalb das Satzspiel aufrechterhält, droht 2.Da8#. Nachdem 1...Ka6 das Drohmatt nicht pariert, bleibt zu dessen Abwehr nur 1...f3. Nun wäre 2.Dxf3? mit der abermaligen Drohung 3.Da8# untauglich, da Schwarz diese mit der Unterverwandlung 2...a1S+! pariert. Besser sieht es für Weiß nach 2.Dh8! aus, was ebenfalls 3.Da8# droht. Auf die einzige Parade 2...a1S+ folgt wie im Satz 3.Dxa1# .

Ein reizvolles Minimal. Bei sparsamem Material betritt die weiße Dame in Satz und Spiel alle vier Eckfelder des Schachbretts. Damit hat der Autor ein "Vier-Ecken-Spiel" dargestellt, das bestimmt leichter zu lösen als zu komponieren ist!
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