Modernes Trekking
Verband: Wandern erlebt Aufschwung dank GPS und Smartphone

Mit Rautenhemd und Knickerbocker in die Natur - dieses verstaubte Image haftete lange dem Wandern an. Inzwischen ist daraus das moderne Trekking geworden. Und dank elektronischer Navigationshilfen finden inzwischen auch immer mehr Jüngere Spaß an dem gesunden Hobby.

Nürnberg. Das Wandern erlebt nach Beobachtungen von Wanderverbänden dank moderner Technik wie Smartphone und GPS derzeit eine Renaissance. Vor allem Jugendliche ließen sich damit wieder stärker für das Wandern begeistern, sagte der Präsident des Landesverbandes Bayern der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine, Gerhard Ermischer (Aschaffenburg), in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Auch immer mehr Ältere nutzten die Technik zur Planung individueller Touren, sagte der Verbandschef anlässlich der Landesversammlung seines Verbandes am Wochenende in Nürnberg.

Vorreiter sind nach Ermischers Darstellung die Mitglieder der Deutschen Wanderjugend, die unter dem Dach des Landesverbandes organisiert sind. Sie böten inzwischen verstärkt Jugendwanderwege an, die anders als konventionelle Routen ohne Wegmarkierungen in der freien Natur auskämen. «Die Wege sind auf einem Tourenportal im Internet abgelegt und können von den Jugendlichen von dort auf ihr Smartphone oder ihr GPS-Gerät heruntergeladen werden», erläutert Ermischer. Da inzwischen alle Smartphones eine GPS-Funktion haben, reiche zur Orientierung ein Blick auf das Smartphone-Display.

«Auch für ältere Wanderer, die bisher die Orientierung mittels Karten gewohnt sind, wird das Wandern damit attraktiver. Sie können sich damit ganz individuelle Routen zusammenstellen», berichtet der Verbandschef. Zudem enthielten immer mehr Tourendatenbanken Information über Sehenswürdigkeiten am Wegesrand, Unterkünfte, Gaststätten und Hinweise auf Bus- und Bahnstationen. Neue Möglichkeiten böten zudem die von immer mehr Fremdenverkehrsverbänden genutzten QR-Codes. Mittels der Pixelcodes auf Prospekten und Hinweistafeln könnten Wanderer mit dem Smartphone Zusatzinformationen im Internet abrufen.

Das Ende der klassischen Wandermarkierung bedeute diese Entwicklung aber vorerst nicht, betonte Ermischer. «Im Moment stehen beide Dinge nebeneinander». Es gebe immer noch viele Wanderer, die lieber die klassischen Wegmarkierungen zur Orientierung nutzten. Und zum Glück gebe es auch noch genügend engagierte Wanderfreunde, die als ausgebildete Wegmarkierer den Zustand der bunten Symbole an Bäumen, Schildern und Felsen kontrollierten.

Insgesamt aber kämpften auch die Wandervereine in Bayern mit den Folgen der wachsenden Überalterung der Gesellschaft. Zwar gebe es einzelne Wandervereine, die erfolgreich neue Mitglieder gewinnen, räumte Ermischer ein. Es lösten sich aber auch immer mal Vereine wegen Mitgliedermangels auf. «Es gründen sich aber auch immer wieder neue», sagte er. Beim Landesverband mit seinen 15 Einzelvereinen stagniere die Mitgliederzahl; sie liege seit Jahren bei rund 100 000. Um attraktiver zu werden, müssten die Vereine neue Strukturen und Angebote schaffen und sich stärker den Familien widmen, ist der Verbandschef überzeugt.
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