Seat Ibiza rollt an den Start
Der spanische Verführer

Zackige Designelemente gibt es vor allem bei den Heckleuchten und den Außenspiegeln. Bild: bz
 
Der neue Ibiza baut jetzt schon auf der Plattform, die dem neuen VW Polo erst im Herbst zuteil wird. Dass Seat das Erstrecht des Modularen Querbaukastens erhalten hat, ist wohl auch Lohn für das bislang beste Jahresergebnis. Bild: bz

Wer sich für den künftigen VW Polo interessiert, der sollte mal bei Seat reinschauen. Der Ibiza baut auf der gleichen Plattform. Als erster im Konzern. Und das nicht ohne Grund.

Moduler Querbaukasten heißt mal wieder das Zauberwort. Und die neueste Version hat das Kürzel A0. Mit der hat die VW-Gruppe noch einiges vor. Dass Seat da das Erstrecht hat, darf wohl als eine Art Ritterschlag verstanden werden. Lohn für das bislang beste Bilanzergebnis ist es allemal. Der Baukasten erlaubt unterschiedliche Modelle im gleichen Segment. Und so wird wohl im Herbst auch der Arona auf dieser Plattform vorfahren. Das ist der kompakte SUV-Bruder des neuen Ibiza.

Sportiv und dynamisch

Und der ist richtig gut geworden. Zwei Millimeter kürzer und einen niedriger, dafür aber satte 87 Millimeter breiter und mit längerem Radstand als sein Vorgänger stellt sich ein ausgesprochen dynamisches Fahrzeug vor. Eines, das ungemein sportiv geworden ist, ohne aber den Komfort zu vergessen. Und eines, das Techniken und Ausstattungsmerkmale bietet, die gemeinhin deutlich höherpreisigen Segmenten vorbehalten sind. Ein schlüsselloses Schließ- und Startsystem zum Beispiel, automatische Distanzregelung, eine Umfeldbeobachtung mit Notbremsfunktion, Müdigkeitserkennung oder eine Fahrwerksreglung mit vier Fahrmodi.

Vor 33 Jahren erstmals vom legendären Italo-Designer Giugiaro gezeichnet, sind weltweit 5,4 Millionen Ibiza verkauft worden, in Deutschland als dem wohl wichtigsten Markt 750 000 Einheiten. Und was die Spanier besonders stolz macht: 450 000 laufen noch auf den Straßen.

Junge Zielgruppe

Jugendliches Publikum ist die Zielgruppe des talentierten Katalanen, den es in der neuesten Version nur noch als Fünftürer gibt. Im Schnitt sind Seat-Kunden zehn Jahre jünger als bei den Wettbewerbern. Also sind die Proportionen wieder einen Tick propperer geworden. Jung, frisch und verführerisch heißt die Devise. Besonders auffällig: die gesamte Licht-Architektur mit den Full-LED-Scheinwerfern, bei denen das Tagfahrlicht auch gleich die Funktion des Blinkers mit übernimmt. Rund und glatt war gestern, der Ibiza zeigt Kante. Mit scharfen Linien, zackigen Außenspiegeln und ebensolchen Scheinwerfer-Einfassungen.

Fahrender Konzertsaal

Seat versteht sich als emotionale Marke. Der Ibiza ist neben dem aufgehübschten Leon und dem Ateca da auch ein herausragender Markstein. Neue Farben geben schon den Weg vor: Mystic Magenta, Mystery Blue oder Desire Red zum Beispiel. Beats Audio verwandelt den Ibiza mit 300 Watt-Anlage, sechs Lautsprechern und einem Subwoofer in einen Konzertsaal. Dass in Sachen Konnektivität alles an Bord ist, was die Generation Handy verlangt, versteht sich eh.

Erstaunlich leise

Motortechnisch setzen die Spanier zunächst auf Einliter-Dreizylinder mit vorerst einer Leistungsbreite zwischen 75 und 115 PS. Die Motörchen gehen erstaunlich leise und vor allem agil zu Werke. Im zweiten Halbjahr kommt dann noch eine Version mit 65 PS, womit sich der Einstandspreis von derzeit 14 240 Euro für die 75 PS-Version auf 12 990 Euro mindert. Zum Jahresende gibt sich ein 1,5 l TSI mit vier Zylindern und 150 PS die Ehre. Und drei 1,6-l-Turbodiesel mit 80, 95 und 115 PS. In der zweiten Jahreshälfte komplettiert dann ein CNG-Erdgas-Motor die Antriebspalette. In das Thema E-Mobilität wollen die Spanier erst 2019 verstärkt einsteigen.

Vier Ausstattungsvarianten hält Seat für den neuen Ibiza vor, wobei FR die sportliche und Xcellence die eher komfortbetonte Gangart markieren. Über manuelle 5- und 6-Gang-Getriebe kommt die Kraft auf den Asphalt. Für die leistungsstärkeren Varianten bietet sich auch ein sportliches DSG an.
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