150. Geburtstag: Komponist Anton Beer-Walbrunn wird eigene Konzertreihe gewidmet
Eine längst fällige Ehrung

Anton Beer-Walbrunn. Bild: hfz

Es war schon immer so. Manche Komponisten genossen in ihrem Leben rauschende Erfolge und sind heute vergessen. Andere mussten ums Überleben kämpfen und sind heute weltberühmt. Dem (fast) unbekannten Oberpfälzer Komponisten Anton Beer-Walbrunn wird jetzt eine Konzertreihe gewidmet.

Sie lebten gutbürgerlich als Hochschullehrer oder als berühmte Dirigenten, wurden aber in ihrem kompositorischen Schaffen nie ihrem Rang gemäß anerkannt. Zu letzteren gehört der am 29. Juni 1864 in der Marktgemeinde Kohlberg geborene Anton Beer-Walbrunn, ein hochgeschätzter Musikpädagoge, der von 1901 an bis zu seinem Tod 1929 Harmonielehre, Komposition, Kontrapunkt und Klavier an der Akademie der Tonkunst in München unterrichtete.

Orff war sein Schüler

Unter anderen waren Wilhelm Furtwängler und Carl Orff seine Schüler, wobei der eine ein weltberühmter Dirigent, aber ein völlig unterschätzter Komponist wurde, der andere ein weltberühmter Komponist. Neben seiner beruflichen Tätigkeit schrieb Beer-Walbrunn Opern, Orchesterwerke, Kammer- und Vokalmusik, sowie Werke für Klavier und Orgel.

Einige wenige davon sollen nun bei den "Beer-Walbrunn-Tagen" Ende Oktober aufgeführt werden. Martin Valeske, Pfarrer der Evangelischen Pfarrkirche St. Nikolaus in Kohlberg (Kreis Neustadt/WN) organisiert zusammen mit Susanne Götte (Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Weiden) und Petra Vorsatz (Kulturamtsleiterin der Stadt Weiden), drei Konzerte, die dem bedeutenden Tondichter aus Kohlberg die Ehre erweisen möchten, die er schon längst verdient.

Der 150. Geburtstag des Komponisten bietet dazu den passenden äußeren Anlass. Eröffnet wird die Konzertreihe am Freitag, 24. Oktober (19 Uhr) in St. Nikolaus zu Kohlberg mit einem Kammermusikabend. Das Rodin-Quartett spielt Streichquartette von Max Reger, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und das 1. Streichquartett op 4 von Beer-Walbrunn, in dem sich schon der melodische Einfallsreichtum dieses musikalischen Einzelkämpfers zeigt.

Nicht nur Bewahrer

Am Samstag, 25. Oktober (19.30 Uhr), gibt es im Alten Rathaus in Weiden einen Liederabend. Angelika Huber (Sopran) und Kilian Sprau (Klavier) bringen Lieder von Johannes Brahms und Max Reger zum Vortrag, ferner die "Shakespeare-Sonette" op 34 von Anton Beer-Walbrunn. Das in Cis-Dur zeigt auf jeden Fall nicht nur einen Bewahrer, sondern gleichermaßen einen Neuerer in musikalischer Kunstfertigkeit. In St. Michael in Weiden gestaltet Hanns-Friedrich Kaiser am Sonntag, 26. Oktober (17 Uhr), ein Orgelkonzert. Es erklingen die Orgelsonate und eine -fuge des Oberpfälzer Komponisten. Valeske wird über den Komponisten und seine Werke sprechen.

Es ist verdienstvoll, Komponisten, die interessante Werke geschrieben haben und dennoch in Vergessenheit geraten sind, ein neues Forum zum Kennenlernen zu bieten. Man darf gespannt sein, mit welchen Klängen der Oberpfälzer Musiker uns heutige Hörer von seinem Schaffen überzeugen will.

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Karten für das Konzert in Kohlberg gibt es unter der Telefonnummer 09608/288 und für Weiden unter 0961/814122 sowie an den Abendkassen.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.maxregertage.de
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