Alles andere als ein "Waterloo"

Bei der "ABBA Gold"-Konzertshow im Amberger Congress Centrum kamen Richard Benson (von links), Debbie Watt, Kate Bassett und Dale Forbes den Originalen der schwedischen Band nicht nur mit ihren Kostümen, sondern auch gesanglich sehr nahe. Bild: Huber

Glitzer, Glamour, glatte Eins für die Akteure: Die "ABBA Gold"-Konzertshow hat im Amberger Congress Centrum für das gesorgt, was man Standing Ovations nennt. Zwei Stunden Party mit einem Quartett, das dem Original sehr nahe kam.

Amberg.Wenn es um die Imitatoren bekannter Künstler geht, hat man schon so manches Mal die berühmte allerletzte Sturmformation zu uns in die Oberpfalz geschickt. Diesmal nicht. Auf der Bühne des ACC standen Richard Benson, Debbie Watt, Kate Bassett und Dale Forbes. Kennt eigentlich keiner. Sind aber gut, wenn sie in die Rollen von Björn Ulvaeus, Agnetha Fältskog, Anni-Frid Lyngstad und Benny Andersson schlüpfen.

Stimme und Ausstattung

Kostüme und Ausstattung genügen nicht, wenn jemand den vier legendären Schweden musikalisch nahe kommen will. Da ist Stimme gefragt. Und darüber verfügen die Damen und Herren aus England. War anfangs so kaum zu vermuten, als die Hitparade mit all den ABBA-Songs startete, die von den Arrangements her zu den schwierigsten zählen, die jemals in der Popgeschichte auf Notenblätter geschrieben wurden.

Denn was Ulvaeus und Andersson seinerzeit komponierten, ist bis heute selbst für ausgebuffte Profis schlichtweg unkopierbar. Mal ganz abgesehen davon, dass die Vierergruppe auch vom Aussehen und Auftreten her immer ein Unikat blieb.

Erst "Waterloo" und "Take a Chance on me", dann der unverwüstliche "Fernando". Darin kommt vor: "There was something in the Air that Night". Richtig: Von diesem Song an wurde es bemerkenswert. Vielleicht etwas zu viel Gehüpfe. Womöglich auch manches Lied zu schnell in Szene gesetzt. Aber damit haben die kritischen Anmerkungen auch schon ihr Bewenden. Denn alles andere, was sich da im grellbunten Licht tat, sorgte für beste Feierlaune. Zweieinhalb schöne Stunden lang mit Sterngitarre, drehbarem Klavier und silbernen Plateaustiefeln.

Es gab sie wirklich alle, die nicht aus dem Ohr zu kriegenden ABBA-Nummern. Wie Kletten haben sie sich festgesetzt. "The Winner takes it all" (1980), "Money, Money, Money" (1976) und der "Super Trooper" (1980). Das war übrigens nicht, wie wir damals annahmen, ein US-Highwaypolizist. Es handelte sich vielmehr um einen größeren Scheinwerfer. Stichwort: super. Plötzlich liefen die vier Briten nach der Pause zu einer äußerst imponierenden Form auf. Höhepunkte lösten einander ab: Ein fast dem Original identisches "SOS" und das unplugged gemachte "I had a Dream".

Hits und Unbekanntes

Zum Finale selten Gehörtes: "Times of Joy and Times of Sorrow". Kam nie in die Charts. Wohl aber "Dancing Queen", das damals die Diskotheken beherrschte wie kaum ein anderes Lied. Toller Abschluss. Björn, Benny, Agnetha und Anni-Frid hätten ihren Spaß daran gehabt. Wir hatten ihn ebenfalls.
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