Arbeiten im Urlaubsparadies

Schwammerlsuchen ist für den Pfreimder Stephan Winkler ein Inbegriff von Heimat.

"Wir sind als Familie viel rum gekommen", bringt es Stephan Winkler auf den Punkt. München, Paris, Hamburg, Berlin, Hong Kong, Kairo, auf Lombok, Hua Hin (Thailand), Pune (Indien), Macau, Bali. Der 53-jährige Pfreimder ist aber kein Weltreisender. Er arbeitet in den besten Hotels Asiens.

Alles begann damit, dass Stephan Winkler nach seiner Ausbildung in Regensburg zum Fremdsprachenkorrespondenten (Englisch und Französisch) einen passenden Beruf suchte. Das Hotelfach bot sich an. Die Ausbildung dazu absolvierte er im Hotel "Vier Jahreszeiten" in Münchens Maximilianstraße. Sein hervorragender Abschluss und der fixe Wunsch, einmal in Paris zu arbeiten, führten dazu, dass Winkler im berühmten Pariser Hotel "Ritz" anheuerte.

Das war der Beginn einer Karriere, die ihn im regelmäßigen Rhythmus von zwei Jahren in wechselnde Hotels der Fünf-Sterne-Klasse führte. Sein Fernweh komme durch die Sprachen, sagt Winkler, und das Hotelfach sei der ideale Weg, im Ausland zu arbeiten. Von jeder Etappe nehme man etwas mit: Freunde, Erfahrungen, Eindrücke. Und sogar eine große Liebe.

Bei seinem ersten Aufenthalt in Indonesien verliebte er sich in Anita, eine Kollegin. Die beiden heirateten. Heute haben sie zusammen mit den Söhnen Marco und Roman ihren Lebensmittelpunkt in Jakarta. "Am besten gefiel es uns in Kairo und in Indien", schwärmt Winkler. Noch immer treffe er sich mit Freunden aus der Zeit, als er dort arbeitete.

Man müsse immer interessiert, neugierig und flexibel bleiben, um stets auf die veränderten Bedingungen und Ansprüche im privaten und beruflichen Bereich reagieren zu können, sagt der 53-Jährige. Wichtig ist für Winkler neben dem lokalen Umfeld vor allem die Familie. "Wenn das alles stimmt, dann wird der Aufenthalt in jeder Hinsicht erfolgreich." Als er noch Junggeselle war, habe er sein persönliches Glück sehr an seinem beruflichen Erfolg festgemacht. Der ist ihm immer noch wichtig. Schließlich werde er als Manager daran gemessen, dass er Hotels auf dem umkämpften Markt erfolgreich einführt oder neu positioniert.

Heute ist für ihn das Glück seiner Familie immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Deshalb sind die beruflichen Wechsel nicht mehr ganz so häufig. Die Familie überlegt, ihren Lebensmittelpunkt auf Bali zu verlegen, wo Stefan Winkler derzeit arbeitet. Während der freien Wochenenden pendelt er momentan nach Jakarta.

In seiner Freizeit widmet sich Winkler der Malerei, Bildhauerei und Literatur. Er hat vor wenigen Wochen in Pfreimd (wir berichteten) sein aktuelles Buch über die Schattenseiten der Urlaubsparadiese vorgestellt. Wie die Zukunft aussehen wird, hänge auch davon ab, wo die Kinder Fuß fassen werden, meint er.

"Ich freu' mich immer, jedes Mal, wenn ich nach Pfreimd komme", begeistert sich Winkler für die Stadt, in der er aufgewachsen ist. "Die Oberpfalz ist Heimat, da komme ich her", sagt er. Die Söhne sollen die Wurzeln des Vaters kennenlernen, und auch Stephan Winkler selbst begibt sich gerne auf die Spuren seiner Kindheit und Jugend. Dazu gehören Knödel, Rahmsauce und Fleischpflanzerl ebenso wie das Bad im Süßwasser-Weiher, der Gang "in die Schwammer" und das Wiedersehen mit Familie und Freunden.

Der Oberpfalz begegnet Stephan Winkler in der weiten Welt aber immer wieder - und sei es nur bei der Bestellung des Hotelporzellans. Der entsprechende Handgriff samt prüfendem Blick auf die Marke gehört für den gebürtigen Weidener dazu.
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